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Das imaginäre Museum

Werke aus dem Centre Pompidou, der Tate und dem MMK Museum für Moderne Kunst

24.03. - 4.09. 2016 | Museum für Moderne Kunst MMK 2, Frankfurt
Eingabedatum: 20.03.2016

bilder

Drei der renommiertesten europäischen Museen für moderne und zeitgenössische Kunst – das Centre Pompidou, die Tate und das MMK Museum für Moderne Kunst – führen bedeutende Werke aus ihren Sammlungen zu einem europäischen Museum auf Zeit zusammen.

Den konzeptuellen Ausgangspunkt für diese einzigartige internationale Museumskooperation bildet eine Zukunftsvision: Wir schreiben das Jahr 2052. Die Museen sind von der Auslöschung bedroht und die Kunst verschwindet aus der Gesellschaft. Über 80 Hauptwerke aus den drei europäischen Sammlungen werden unter diesem Science-Fiction-Szenario zu einem trans-nationalen Museum auf Zeit vereint. Gezeigt werden Werke von bedeutenden künstlerischen Positionen aus den 1920er-Jahren bis in die Gegenwart, wie Louise Bourgeois, Marcel Duchamp, Isa Genzken, On Kawara, Claes Oldenburg, Sigmar Polke, Bridget Riley, Andy Warhol und vielen mehr.

Die Ausstellung ist inspiriert von Ray Bradburys Science-Fiction-Roman Fahrenheit 451 (1953) und dessen legendärer Verfilmung von François Truffaut (1966). Bradbury entwirft das Bild einer Zukunft, in der literarische Werke aus der Gesellschaft verbannt sind. Die einzige Möglichkeit, sie für nachfolgende Generationen zu bewahren, liegt darin, die Werke zu erinnern. Die Ausstellung „Das imaginäre Museum“ führt in eine ähnlich düstere Zukunft, in der die ausgestellten Kunstwerke aus den drei europäischen Sammlungen kurz vor ihrer Vernichtung stehen. So wie Bradburys „Büchermenschen“ die literarischen Werke nur durch Auswendiglernen vor dem Verschwinden bewahren können, lädt die Ausstellung die Besucher dazu ein, sich die präsentierten Kunstwerke einzuprägen. So werden die Betrachter zu einem aktiven Teil der Präsentation.

Die Ausstellung führt durch neun thematische Bereiche. Ausgehend von der Idee der Zeitkapsel mit kunstgeschichtlich bedeutenden Werken, wie Marcel Duchamps Koffermuseum „La Boîte-en-valise“, beleuchten diese die spezifischen kunstimmanenten Qualitäten und Prozesse, wie etwa die Transformation des Alltäglichen, das Spiel mit der Wahrnehmung, das Reisen durch Raum und Zeit sowie die Verschlüsselung von Botschaften. Die Fähigkeit, Alltagsgegenstände zu transzendieren, verkörpern zum Beispiel Werke wie Andy Warhols „100 Campbell’s Soup Cans“ (1962) oder Claes Oldenburgs „Soft Typewriter, Ghost Version“ (1963) aus der Sammlung des MMK. Dan Grahams Videoinstallation „Present Continous Past(s)“ (1974) aus der Sammlung des Centre Pompidou lässt die Besucher durch die Zeit reisen, und Absalons „Cell No. 1“ (1992), eine futuristisch anmutende Wohneinheit aus der Sammlung der Tate, stellt Fragen nach dem Verhältnis zwischen der Selbstbestimmung des Individuums und den Gesetzen der Gesellschaft. Der Ausstellungsparcours endet mit einer Hommage an das Rätselhafte und Unbegreifliche in der Kunst, mit Werken von Hans Haacke, Walid Raad, Jeff Wall und vielen mehr.

Künstler der Ausstellung: Absalon, Josef Albers, Paul Almasy, Pawel Althamer, Thomas Bayrle, Alighiero Boetti, Louise Bourgeois, Marcel Broodthaers, Mark Brusse, Reg Butler, Marc Couturier, Carlos Cruz-Diez, Attila Csörgö, Walter de Maria, Erik Dietman, Marcel Duchamp, Jimmie Durham, Robert Filliou, Fischli/Weiss, Dan Flavin, Lucio Fontana, Dora Garcia, Dan Graham, Isa Genzken, Felix Gonzalez-Torres, Victor Grippo, Hans Haacke, Jeppe Hein, Birgit Jürgenssen, On Kawara, Martin Kippenberger, Joseph Kosuth, Edward Krasinski, Barbara Kruger, Lee Lozano, Piero Manzoni, Allan McCollum, Mario Merz, Giorgio Morandi, Ron Mueck, Claes Oldenburg, Roman Opalka, Martin Parr, Philippe Parreno, Sigmar Polke, Walid Raad, Albert Georg Riethausen, Bridget Riley, Cindy Sherman, Andreas Slominski, Daniel Spoerri, Hiroshi Sugimoto, Alina Szapocznikow, Jeff Wall, Andy Warhol, Lawrence Weiner, Rachel Whiteread, Hannah Wilke, Akram Zaatari

MMK Museum für Moderne Kunst
TaunusTurm
Taunustor 1
60310 Frankfurt am Main
http://mmk-frankfurt.de/

Presse






Daten zu Dan Graham:

- * 1942 in Urbana, Illinois, USA
- Anren Biennale 2017
- Art Basel 2013
- Art Basel Miami Beach 2013
- art basel miami beach, 2014
- art berlin 2017
- art cologne 2015
- Daimler Art Collection
- Das imaginäre Museum, 2016
- documenta 10, 1997
- documenta 7, 1982
- documenta 9, 1992
- Flick Collection
- Frieze London 2013
- Frieze London 2016
- Galerie Meyer Kainer
- Galerie Rüdiger Schöttle
- Johnen Galerie
- JULIA STOSCHEK FOUNDATION E.V., Sammlung
- Lisson Gallery
- Liverpool Biennale 2012
- Lyon Biennale, 1995
- MACBA COLLECTION
- Marian Goodman Gallery
- MoMA Collection
- Museo Reina Sofía, Collection
- Museo Reina Sofía, Minimal Resistance
- S.M.A.K. Sammlung, Gent
- Sammlung 20. 21. Jh. Kunstmuseum Basel
- Sammlung DZ Bank, Frankfurt
- Sammlung F.C. Flick
- Sammlung MMK, Frankfurt
- Sammlung, Kunstmuseum Liechtenstein
- SCHWINDEL DER WIRKLICHKEIT, 2014
- Skulptur Projekte Münster 1987
- skulptur projekte münster 1997
- Taka Ishii Gallery
- Tate Post War Collection ,London
- Thyssen-Bornemisza Art Contemporary,Wien
- Whitney Biennale 2006

Weiteres zum Thema: Dan Graham



SONIC YOUTH etc.: SENSATIONAL FIX - Kunsthalle Düsseldorf und im KIT (noch bis10.5.09)


SONIC YOUTH: das sind nicht nur vier Noiserocker, die bei Live-Konzerten mit einer Unmenge an (extra für einen Song gestimmten) Gitarren anrücken – SONIC YOUTH sind ein Paradebeispiel für das, was man so gerne als Crossover bezeichnet denn Musik, bildende Kunst und Design gehen hier Hand in Hand. So hat zum Beispiel Kim Gordon, die inzwischen 58 jährige Sängerin und Bassistin der Band, früher Kunst in L.A. studiert, hat als Kuratorin gearbeitet, hat Texte für das Art Forum geschrieben und ist beim Modellabel X-Girl beteiligt - ihre Bandkollegen stehen ihr in Sachen Kreativität in nichts nach. Neben musikalischen Solo- und Nebenprojekten betreiben sie diverse Plattenlabels, machen Videoarbeiten und collagieren was das Zeug hält.

Genau so abwechslungsreich, vielschichtig und experimentell wie die (vor allem ältere) Musik von Sonic Youth ist auch das Umfeld der 1981 ins Leben gerufenen Band. Die Ausstellung >SONIC YOUTH etc.: SENSTAIONAL FIX< gewährt intensive Einblicke in das Sonic Youth´sche Universum und bespielt dabei direkt zwei Düsseldorfer Ausstellungshäuser: die Kunsthalle und das KIT. Die von dem Niederländer Roland Groenenboom kuratierte Ausstellung zeigt über 300 Photos, Zeichnungen, Videos, Plakate, Musikinstrumente, Plattenhüllen, Textdokumente, Filme und Installationen. Sie wurde in engster Zusammenarbeit mit der Band konzipiert, war bereits in St. Nazaire und in Bozen zu sehen und wird nach der Düsseldorfer Station nach Malmö weiterwandern.
In der lebhaften New Yorker Szene der frühen 1980er formierte sich die Band um Kim Gordon (Bass, Gitare, Gesang), Thurston Moore (Gitarre, Gesang), Lee Ranaldo (Gitarre, Gesang) und Steve Shelley (Schlagzeug), die bis heute 27 Alben, über 40 Singles sowie zahlreiche Soundtracks für Filme produziert hat. Nicht nur durch Kim Gordons und Lee Ranaldos Kunststudium, auch durch die ersten Konzerte der Band, die in Galerien und Art Lofts stattfanden, entstand eine kreativer Austausch mit den bildenden Künstlern der Szene und darüber hinaus. So wurden z.B. die SONIC YOUTH Plattencover von Künstlern wie Mike Kelley, Raymond Pettibon, Dan Graham, Richard Prince oder Gerhard Richter gestaltet.

Und genau diese bekommt man als erstes zu sehen, wenn man die Kunsthalle betritt! Weiterhin reihen sich Plakate sowie besonders bearbeitete Gitarren aneinander und man wird von einem “gläsernen Schrein“ mit Flyern, Sprühschablonen, Videos und sonstigem Bandmaterial empfangen. Kunterbunt zeichnet sich hier bereits die ästhetische Spannbreite des Bandgeschmacks ab. Anfangs noch durch eine punkige Do-it-Yourself-Ästhetik inspiriert, wurden die Plakate und Plattencover immer professioneller und kunstvoller gestaltet. Neben der Kollektion an “Banddevotionalien“ zeigt SONIC YOUTH etc.: SENSATIONAL FIX auch Werke aus der bandeigenen Kunstsammlung, Arbeiten der Bandmitglieder sowie Werke von Künstlern aus dem Kontext der Musikgruppe, die aus diversen Sammlungen zusammengetragen wurden. So zum Beispiel Christian Marclays Arbeit >Untitled< (1987), die aus einem über und über mit Schallplatten übersäten Raum besteht, den man durchschreiten muß, um zum nächsten Kunstwerk zu gelangen. Bei all der Liebe zur Musik tut es einem fast im Herzen weh, wenn man dies befolgt und das Vinyl mit vorwurfsvollem Knacken unter dem Körpergewicht zerbricht. Weniger herzzerreißend ist Toy Ourslers >Sound Digressions in Seven Colors< (2006). Die raumfüllende Video-Loop-Sound-Installation zeigt Musiker (u.a. Lee Ranaldo), wie sie mit verschiedenen Instrumenten improvisieren. Noch weiter eintauchen in das musikalische Universum von SONIC YOUTH kann man in Dan Grahams >Sonic Pavilion für Punk Rock< (2008), der dem Besucher die Möglichkeit bietet, sich Grahams Konzertmitschnitte anzuhören, im musikalischen Archiv der Band zu stöbern oder sich Liveauftritte und Videoclips anzuschauen.

Was in der Kunsthalle jedoch leider etwas zu kurz kommt sind Malerei, Zeichnung und Photographie. Es gibt zwar Michael Morleys wunderschöne Zeichnungen von rock´n´rolligem Boxenequipment (>Study for a Revolution<, 2007), doch sind beispielsweise die Arbeiten von John Miller oder Jutta Koether weniger überzeugend.

Zum Glück gibt es noch einen weiteren Teil der Ausstellung im KIT! Dieser ist de facto “kunstvoller“. Hier gibt es u.a. tolle photographische schwarz-weiß Portraits von Michael Lavine, Zeichnungen Raymond Pettibons, ein paar aufschlußreiche Collagen von Thurston Moore, Photos von Allen Ginsberg, die Patti Smith, William S. Burroughs oder Jac Kerouac zeigen oder aber eine Soundschaukel von Tony Conrad >Quartet< (2008). Aber auch im KIT darf die Musik natürlich nicht zu kurz kommen. Als besonderes Highlight wartet hier ein zum Tonstudio umfunktioniertes Zelt auf den musikalischen Besucher: >Reverse Karaoke<- Karaoke andersrum! In der Mitmach-Installation von Kim Gordon und Jutta Koether nämlich, kann man zu Kim Gordons Stimme musizieren. Schlagzeug, E-Gitarre, Bass und Mikro stehen bereit und der eigene Song kann sogar aufgenommen werden! Auch dies scheint dem Bandprinzip zu entsprechen, das Lee Ranaldo wie folgt umschreibt: „Für uns wirklich entscheidend ist die Idee, andere einzubeziehen: In unserer Karriere ging es uns nicht bloß darum, als kleine Band einen Keil durch die Welt zu treiben, sondern es war für uns eine Art von Reise, zu der man aufbricht und auf die man so viele Leute wie möglich mitnehmen möchte.“

Hingehen. Gucken. Zuhören. Mitmachen!

Abbildung:
- Blick in die Ausstellung Kunsthalle Düsseldorf / Logo
- Blick auf die Arbeit: Toy Oursler >Sound Digressions in Seven Colors< (2006)
- Blick in die Ausstellung Kunsthalle Düsseldorf

SONIC YOUTH etc.: SENSATIONAL FIX
31.01.- 10.05.2009
Kunsthalle Düsseldorf + KIT

Kunsthalle Düsseldorf
Grabbeplatz 4
40213 Düsseldorf
kunsthalle-duesseldorf.de

KIT – Kunst im Tunnel
Mannesmannufer 1b
40213 Düsseldorf
kunst-im-tunnel.de
  • Robert Barry in der Kunsthalle Nürnberg (18.9.03-16.11.03)

  • Seele – Konstruktionen des Innerlichen in der Kunsthalle Baden-Baden (14.2.-18.4.04)

  • Galerie für Zeitgenössische Kunst - Leipzig

  • Sammlung 2005 - Neupräsentation der erweiterten Sammlung im K21, Düsseldorf (bis auf weiteres)

  • M Stadt - Europäische Stadtlandschaften, Kunsthaus Graz (01.10.05 - 08.01.06)

  • An American Family - Kunstverein München (23.04.- 21.05.06)

  • Ideal City – Invisible Cities (Zamosc, PL, 18. 6 – 22. 8.06 /Potsdam 9.9.-29.10.06)

  • "Tanzen, Sehen" - Museum für Gegenwartskunst Siegen (18.2.-28.5.07)

  • Then the work takes place - Camera Austria, Kunsthaus Graz (25.4.-28.6.09)

  • "Die Moderne als Ruine" - Generali Foundation, Wien (19.6.-20.9.09)

  • "See this Sound" im Lentos Kunstmuseum Linz (28.8.09-10.1.10)

  • See This Sound. Versprechungen von Bild und Ton - Lentos Kunstmuseum Linz

  • Changing Channels - Museum Moderner Kunst, Wien

  • Spezial: Eva Biringer aus Wien über eine Hommage an Schlingensief

  • Bild für Bild – Film und zeitgenössische Kunst

  • Beziehungsarbeit – Kunst und Institution

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