Wirklichkeit ist überhaupt nur darzustellen, indem man sie konstruiert.

ANDREAS GURSKY IM MUSEUM FRIEDER BURDA

3. 10. 2015 – 24. 01. 2016 | Museum Frieder Burda, Baden-Baden
Eingabedatum: 29.09.2015

bilder

Er gilt als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler: der Düsseldorfer Fotograf Andreas Gursky (geb. 1955 in Leipzig). Sachlich und präzise fängt er die Brennpunkte der modernen Lebenswelten und der globalen Realität ein. Jede Gesamtkomposition ist ein technisches und bildnerisches Meisterwerk und längst im kollektiven Bildgedächtnis der Kunstwelt eingeschrieben.

Die digitale Bildbearbeitung und das extreme Großformat sind neben der dezidierten Farbfotografie seine charakteristischen Ausdrucksmittel. Gurskys Werke sind dabei auch immer bildhaft gewordene Zeugen seiner über Jahrzehnte fortgesetzten Reisen um die Erde. Hinter seinen Bildern verbirgt sich somit auch eine imaginäre Landkarte, die die Reiserouten des Künstlers nachzeichnet. Kaum ein Künstler unserer Zeit hat eine derartig konsequente Reisetätigkeit verfolgt, und es erweist sich zunehmend, dass Gursky schon immer eine genaue Schilderung der Welt, ihrer Konstruktion und Verfassung, im Auge hatte. Immer sind seine Bilder Reflexionen über die äußere und die innere Erscheinung der Welt. Die augenscheinliche Schönheit und Perfektion seiner Bilder täuscht, verbirgt sich doch erst hinter ihnen, sozusagen nach einer ersten Inaugenscheinnahme, der reiche Gedankenraum des Gezeigten. Gurskys Bilder verführen durch das Gezeigte, ihnen ist aber gleichzeitig die beharrliche Aufforderung mitgegeben, über den Grund der Bilder nachzudenken.

Von antiken Stätten über aktuelle Schauplätze gesellschaftlicher und politischer Brennpunkte bis hin zu fiktiv arrangierten Phantasiewelten: Stets erweisen sich Andreas Gurskys Bilder als subtile Betrachtungen über den Zustand unserer globalisierten Welt. Kairo und die Cheops-Pyramide, PradaShops und Toys“R“Us, Produktionsbetriebe und Müllhalden, Massenspektakel im nordkoreanischen Pjöngjang oder anlässlich von Kirchentagen, das subversive Aufzeigen von Machtstrukturen und globalen Weltordnungen, die international agierenden Börsen, Museen als Orte vermeintlicher Besinnung und Comic-Helden zur Vorstellung zukünftiger Welten – all dies gehört zum Repertoire seiner Bildkompositionen.

Die Ausstellung im Museum Frieder Burda, die in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler entsteht, ermöglicht, den faszinierenden Bildkosmos von Gursky in einer Art Überblicksausstellung aufs Neue zu erfahren. Das strikte „Eingebunden-sein“ dieser Bilder, die unsere Vorstellungen und Imaginationen von Welt bedienen, kann dabei hinterfragt und erforscht werden. Die von Udo Kittelmann für das Museum Frieder Burda kuratierte Ausstellung spannt den Bogen von den älteren ikonischen Werken Andreas Gurskys bis hin zu seinen jüngsten und aktuellen Bilderfindungen. Dem Besucher eröffnet sich mit dieser Präsentation ein bilderreiches Panorama, das einerseits unsere komplexe Wirklichkeit präzise analysiert und anderseits eine große Lust am Sehen und Entdecken von Bildern formuliert.

Die bei Steidl zur Ausstellung erscheinende Publikation thematisiert die für die Ausstellung in BadenBaden getroffene Bildauswahl und deren künstlerischen und kuratorischen Ansatz an beispielhaften Dialogen von Bild und Text. Das den Bildern von Gursky immanente Moment zur Konstruktion und Rekonstruktion von Wirklichkeit erfährt im Katalog eine dialogische Entsprechung durch die vom Kurator der Ausstellung vorgenommene Auswahl an redaktionellen Texten aus der nationalen und internationalen Tagespresse.

Baden-Baden, 25. Juni 2015
Museum Frieder Burda ·
Lichtentaler Allee 8b ·
76530 Baden-Baden
museum-frieder-burda.de



Presse



Andreas Gursky:


- Art Basel 2013

- Art Basel Hong Kong 2014

- Art Basel Miami Beach 2013

- art basel miami beach, 2014

- art berlin 2017

- Biennale Venedig 2015

- Canadian Biennial 2017

- Eine Geschichte Zeitgenössische Kunst aus dem Centre Pompidou, 2016

- evn sammlung

- Frieze LA 2019

- Frieze LA 2019

- Frieze LA 2019

- Gagosian Gallery

- JULIA STOSCHEK FOUNDATION E.V., Sammlung

- MoMA Collection

- Museo Reina Sofía, Collection

- Preistraeger Goslarer Kaiserring

- Sammlung 20. 21. Jh. Kunstmuseum Basel

- Sammlung Deutsche Bank, Frankfurt

- Sammlung DZ Bank, Frankfurt

- Sammlung zeitgenoessische Kunst der BRD

- Solomon R. Guggenheim Collection

- Sprüth Magers Berlin London

- Thyssen-Bornemisza Art Contemporary,Wien

- White Cube - Gallery

- ZKM Sammlung, Karlsruhe
  • Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K21+ K20 (04 / 02)

  • Malerei ohne Malerei

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  • Die Sammlung der Ruhr-Universität Bochum (14.7.02)

  • Shopping - Kunst und Konsum im 20. Jahrhundert

  • Citibank Photography Prize 2003 (2.4.03)

  • ART COLOGNE 2003 - Abschlussbericht

  • Internationaler Preis für Photographie der Hasselblad Stiftung (19.3.04)

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  • Rundlederwelten - Ausstellung im Martin-Gropius-Bau bis 08.01.06

  • click doubleclick – das dokumentarische Moment - Haus der Kunst, München (8.2.-23.4.06)

  • Andreas Gursky - Haus der Kunst, München (17.2.-13.5.07)

  • What does the jellyfish want? - Museum Ludwig, Köln (31.3.-15.7.07)

  • Ziemlich hoch - Das Alpine in der zeitgenössischen Kunst - kunsthaus kaufbeuren (22.6.-26.8.07)

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  • Andreas Gursky

  • Der Goslarer Kaiserring 2008 geht an Andreas Gursky

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