Anzeige
Responsive image

Andreas Gursky

Die künstlerische Synthese visueller Strukturen

23.09.2012 – 13.01.2013 | Museum Kunstpalast, Düsseldorf
Eingabedatum: 30.09.2012

bilder

Andreas Gursky, Katar, 2012, Inkjet-Print, 249 x 337,3 x 6,2 cm, © Andreas Gursky / VG Bild-Kunst, Bonn 2012 Courtesy Sprüth Magers Berlin London

Das Werk des in Düsseldorf lebenden und arbeitenden, weltweit anerkannten Fotokünstlers Andreas Gursky (*1955 in Leipzig) steht innerhalb der zeitgenössischen Fotografie für eine Neubewertung des Realismus durch die konzeptuelle Inszenierung bzw. Bildmontage mit den Mitteln digitaler Technologie. Für seine Ausstellung im Museum Kunstpalast hat Gursky aus seinem Oeuvre 60 Arbeiten ausgewählt. Unter Verzicht einer chronologischen Hängung wird die Durchmischung alter und neuer, kleiner und zum Teil sehr großformatiger Arbeiten dem Betrachter neue und auch ungewohnte Ansichten vonGurskys Fotokunst ermöglichen.

Das Spektrum von Andreas Gurskys Arbeiten umfaßt Themen wie Architektur, Landschaft, Innenräume, aber auch große Events mit riesigen Menschenmassen. In der Düsseldorfer Ausstellung, deren Bogen sich von Arbeiten aus den frühen 1980er Jahren bis zu den Werkreihen Ocean I-VI, 2010, oder Bangkok, 2011, spannt, präsentiert Andreas Gursky erstmals auch einige seiner neuesten, bislang noch nicht öffentlich gezeigten Arbeiten.

„Es ist keine reine Fotografie, was ich mache“ beschreibt Gursky das eigene Werk. „Alle meine Bilder beruhen auf einer direkten visuellen Erfahrung, aus der ich eine Bildidee entwickle, die im Atelier der Prüfung ihrer Bildwürdigkeit unterzogen und schließlich am Computer ausgearbeitet und präzisiert wird.“ (Andreas Gursky)

Fast jeder von Gurskys Fotoarbeiten liegt eine Vielzahl von Aufnahmen zugrunde, die von ihm mit großem Aufwand am Computer zu einer Gesamtkomposition verdichtet werden. Nicht dokumentarische Objektivität, nicht Darstellung eines subjektiven Blicks ist das Ziel, sondern die künstlerische Synthese visueller Strukturen, die Konstruktion eines perfekten Einzelbildes oder Werkreihe.

„Gursky ist immer zuerst ein Bilder-Finder, erst in einem zweiten Schritt ein Bild-Erfinder. Gurskys Bilder entstehen nicht aus dem Nichts, da gibt es immer ein vorgefundenes: egal, wie weit das Vor-Bild danach weiter bearbeitet wird, bis es endlich der Vorstellung von Gurskys Bild entspricht.“ (Beat Wismer, GeneraldirektorStiftung Museum Kunstpalast)

Stärker noch als bei dem auf Satellitenaufnahmen beruhenden Ocean-Zyklus zeigt die Serie Bangkok Gursky als einen konzeptuell arbeitenden Künstler und zugleich als einen fotografierenden Maler. Den Arbeiten fehlen jegliche Verortungsmerkmale, allein der Titel „Bangkok“ gibt einen Hinweis zur Lokalisierung des hier uferlos fließenden Wassers.

Der Blick, der nicht aus großer Höhe, sondern von einem Bootssteg aus auf den Bangkok durchquerenden Fluß Chao Phraya fällt, die Beobachtung des wechselnden Lichtspiels auf der Wasseroberfläche, die ästhetischen Brechungen durch den Müll im Fluß, gaben Gursky den Impuls zur Schaffung dieser neuen Werkreihe. Mit feinem Gespür für die malerische Dichte, prüft er unter kompositorischen Gesichtspunkten die möglichen Variationen und entwickelt schließlich aus der Licht-Schatten-Camouflage des Flusses insgesamt zehn Arbeiten. Im Gegensatz zur Ocean-Werkreihe wählt Gursky für die BangkokSerie ausschließlich das Hochformat, die dem Einzelwerk eine meditative Dimension verleiht.

Zwischen Realität und fiktionaler Wirkung changierend, weisen insbesondere die Werke der Bangkok-Serie einen hohen Grad an Abstraktion auf und bieten Raum für eine Vielzahl malerischer Assoziationen. Sie lassen an Werke der informellen Kunst, an Bilder des Abstrakten Expressionismus eines Clifford Still oder Barnett Newman denken.

Zu den bislang noch nicht öffentlich gezeigten Arbeiten Gurskys gehört die mit Katar betitelte, aus dem Jahr 2012 stammende, großformatige Fotoarbeit eines zu Reinigungszwecken völlig entleerten riesigen Flüssig-Gas-Tanks auf einem der vom Emirat Katar regelmäßig auslaufenden Transportschiffe.
Um die gigantischen Ausmaße des wie ein Tresor wirkenden Raumes fotografisch festhalten zu können und um auf die gleiche Ebene zu gelangen, wie die in der linken Bildhälfte, in dem milchig-transparenten Zelt sichtbar werdende kniende Gestalt, mußte Gursky 40 Meter tief in den mit goldschimmernden Aluminiumpanelen ausgestatteten Tank auf einer Leiter hinabsteigen. Mit der deutlichen Winzigkeit des in dem Riesentank anwesenden Menschen und mit den zahlreichen Lichtreflexen des klaustrophobisch wirkenden Raumes verleiht der global arbeitende Bildkomponist Gursky dieser Arbeit eine große poetische Wirkung.

Gurskys Fotokunst in der Düsseldorfer Werkschau macht deutlich, daß er seinen Standort abhängig von Bildmotiv und –thema wählt. In einigen seiner extrem großformatigen Werke werden mit Hilfe der digitalen Bildbearbeitung die Vielzahl perspektivischer Möglichkeiten - Frontalansicht, Aufsicht, Untersicht oder Übersicht – zusammengefaßt.

Viele seiner Werke weisen daher eine perspektivische Ambivalenz zwischen distanzierter Übersicht und fokussierter Detailschärfe auf. Werke wie Chicago Board of Trade III, (1999), Madonna (2001) oder Boxenstopp (2007) beruhen auf einem sehr komplexen Bildaufbau und verzichten auf die Betonung einer Zentralperspektive, alle Einzelheiten scheinen in diesen Bildern gleichwertig.

Andreas Gursky, der mit seinen Arbeiten einen wesentlichen Beitrag zur internationalen Bedeutung der zeitgenössischen deutschen Fotografie leistet, studierte 1977-1981 an der Folkwang-Universität-Gesamthochschule in Essen bei Otto Steinert und Michael Schmidt. Daran schloß sich ein Studium an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf an, wo er von 1985 an bis zum Abschluß 1987 Meisterschüler von Bernd Becher war. Andreas Gursky gehört mit Candida Höfer, Axel Hütte, Thomas Ruff, Jörg Sasse und Thomas Struth und anderen zur Gruppe der Becher-Schüler, für die der Begriff „Düsseldorfer Fotoschule“ geprägt wurde. 2010 wurde Andreas Gursky als Professor an die Kunstakademie Düsseldorf berufen und unterrichtet hier eine Klasse für Freie Kunst.

Öffnungszeiten:
Di-So, 11 – 18 h, Do, 11 – 21 h

Museum Kunstpalast
Kulturzentrum Ehrenhof
Ehrenhof 4-5
40479 Düsseldorf
smkp.de/

PM



Andreas Gursky:


- Art Basel 2013

- Art Basel Hong Kong 2014

- Art Basel Miami Beach 2013

- art basel miami beach, 2014

- art berlin 2017

- Biennale Venedig 2015

- Canadian Biennial 2017

- Eine Geschichte Zeitgenössische Kunst aus dem Centre Pompidou, 2016

- evn sammlung

- Frieze LA 2019

- Frieze LA 2019

- Frieze LA 2019

- Gagosian Gallery

- JULIA STOSCHEK FOUNDATION E.V., Sammlung

- MoMA Collection

- Museo Reina Sofía, Collection

- Preistraeger Goslarer Kaiserring

- Sammlung 20. 21. Jh. Kunstmuseum Basel

- Sammlung Deutsche Bank, Frankfurt

- Sammlung DZ Bank, Frankfurt

- Sammlung zeitgenoessische Kunst der BRD

- Solomon R. Guggenheim Collection

- Sprüth Magers Berlin London

- Thyssen-Bornemisza Art Contemporary,Wien

- White Cube - Gallery

- ZKM Sammlung, Karlsruhe
  • Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K21+ K20 (04 / 02)

  • Malerei ohne Malerei

  • Museum Küppersmühle (07 / 01)

  • Die Sammlung der Ruhr-Universität Bochum (14.7.02)

  • Shopping - Kunst und Konsum im 20. Jahrhundert

  • Citibank Photography Prize 2003 (2.4.03)

  • ART COLOGNE 2003 - Abschlussbericht

  • Internationaler Preis für Photographie der Hasselblad Stiftung (19.3.04)

  • Fotografiesammlung der Allianz AG für die Pinakothek der Moderne, München ( 08.05.-12.09.04)

  • Verschluckt* und geschützt - 1500 Jahre Sonderschutz für 50 Kunstwerke

  • Bernd und Hilla Becher im Haus der Kunst, München (16.06.-19.09.04)

  • Die zehn Gebote - eine Kunstausstellung im Deutschen Hygiene-Museum, Dresden (19.6.-5.12.04)

  • 15 Jahre Deichtorhallen in Hamburg ( mit Auktion am 8.11.04)

  • Minimale Konzepte - Kunstmuseum Wolfsburg (16.12.04-20.02.05)

  • Sammlung 2005 - Neupräsentation der erweiterten Sammlung im K21, Düsseldorf (bis auf weiteres)

  • M Stadt - Europäische Stadtlandschaften, Kunsthaus Graz (01.10.05 - 08.01.06)

  • Superstars - Das Prinzip Prominenz. Von Warhol bis Madonna, Kunsthalle Wien (04.11.05 - 22.02.06)

  • Rundlederwelten - Ausstellung im Martin-Gropius-Bau bis 08.01.06

  • click doubleclick – das dokumentarische Moment - Haus der Kunst, München (8.2.-23.4.06)

  • Andreas Gursky - Haus der Kunst, München (17.2.-13.5.07)

  • What does the jellyfish want? - Museum Ludwig, Köln (31.3.-15.7.07)

  • Ziemlich hoch - Das Alpine in der zeitgenössischen Kunst - kunsthaus kaufbeuren (22.6.-26.8.07)

  • Andreas Gursky - Kunstmuseum Basel (20.10.07-24.2.08)

  • Andreas Gursky

  • Der Goslarer Kaiserring 2008 geht an Andreas Gursky

  • Über 200 Werke aus der DZ BANK Kunstsammlung für das Städel Museum, Frankfurt

  • REAL - Fotografien aus der Sammlung der DZ-Bank, Städel Museum, Frankfurt (18.6.-21.9.08)

  • Spuren des Geistigen. Traces du Sacré - Haus der Kunst, München (19.9.08-11.1.09)

  • Es gab da eine Sehnsucht nach mehr Emotion, nach mehr Leidenschaft - Die Julia Stoschek Collection

  • Candida Höfer und Kuehn Malvezzi. Fotografien - Oldenburger Kunstverein

  • "I want to see how you see". Julia Stoschek Collection, Deichtorhallen, Hamburg

  • Götz Diergarten. Photographs - Weserburg Museum für moderne Kunst, Bremen

  • Auswertung der Flugdaten - K21 Ständehaus, Düsseldorf

  • twitters tages themen kunst

  • HyperReal. Die Passion des Realen in Malerei und Fotografie - MUMOK, Wien

  • Bild für Bild – Film und zeitgenössische Kunst

  • Verortungen - Die Frage nach dem Raum in der zeitgenössischen Kunst

  • Rosemarie Trockel

  • Eyes on Paris

  • Wunder

  • CIRCUS WOLS

  • Erweiterungsbau des Frankfurter Städel Museums

  • Sammlung Kunstmuseum Wolfsburg. Ausgewählte Werke von Carl Andre bis Sergej Jensen

  • I am who I am

  • Andreas Gursky

  • From Beckmann to Warhol. 20th- and 21st-century art

  • From Page to Space - Vom Blatt zum Raum

  • Art news today 17.5.2013

  • Room Service

  • top



    Anzeige
    Responsive image


    Anzeige
    Responsive image


    Anzeige
    Responsive image

    Chatbot

    Was der Bot u.a. jetzt bereits beantworten kann: Was ist Kunst, was macht die Kunst, Konzeptkunst, wozu Kunst, Künstler und was macht art-in.de? Um Fragen, die er noch nicht beantworten kann, kümmern wir uns. Es ist ein Experiment im Aufbau. Wir freuen uns über alle Fragen.


    Card image cap

    Eva Grubinger. Malady of the Infinite

    22.11.2019 - 23.02.2020 | Belvedere 21, WIen

    Card image cap

    WADE GUYTON: ZWEI DEKADEN MCMXCIX–MMXIX

    16. 11. 2019 - 1. 03. 2020 | Museum Ludwig, Köln

    Card image cap

    Sebastian Stadler – Manor Kunstpreis St.Gallen 2019

    16. 11. 2019 - 16. 02. 2020 | Kunstmuseum St.Gallen

    Card image cap

    Boris Mikhailov. The Space Between Us

    16.11.2019 - 9.2.2020 | Staatliche Kunsthalle Baden-Baden

    Card image cap

    Interpretation der Signatur Marcel Duchamps durch Künstliche Intelligenz

    Optimiertes Detail einer algorithmischen Studie zur Signatur Marcel Duchamps