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TOUCH. Prints by Kiki Smith

14.02. - 26.05.2019 | Staatliche Graphische Sammlung München
Eingabedatum: 08.02.2019

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Mit der Ausstellung TOUCH. Prints by Kiki Smith erweist die Staatliche Graphische Sammlung München der international renommierten New Yorker Künstlerin Kiki Smith ihre Reverenz für eine außergewöhnlich großzügige Schenkung: Kiki Smith hat ihr gesamtes, in Auflage erschienenes druckgraphisches Œuvre – Einzelblätter, Serien und Künstlerbücher – gestiftet; rechnet man Serien und Bücher in ihren Einzeldrucken, ergibt sich eine Zahl von nicht weniger als 800 Blatt. Als eine der ersten Adressen für Kunst auf Papier in Europa schätzt sich die Graphische Sammlung glücklich, durch diesen Vertrauensbeweis nunmehr weltweit den größten Bestand an druckgraphischen Werken von Kiki Smith zu bewahren. Die Generosität der Künstlerin greift sogar in die Zukunft aus, denn sie will dem Museum von jeder neu entstehenden Auflage ein Exemplar zuwenden.

Aus der umfangreichen Schenkung zeigt die Staatliche Graphische Sammlung München in ihren Ausstellungsräumen in der Pinakothek der Moderne über 160 ausgewählte Werke und gibt einen faszinierenden Einblick in das druckgraphische Schaffen der Künstlerin von 1985 bis heute. Im großen quadratischen Ausstellungssaal (Temporär 1) werden unter dem Titel Lebenslauf – Werklauf Meisterblätter aus vier Jahrzehnten präsentiert. Sie erweisen, wie eng Leben und Werk der Künstlerin aufeinander bezogen sind. Die benachbarten Räume zeigen die Druckgraphiken nach thematischen Aspekten: Das Entree empfängt mit Motiven aus der Welt zwischen Leben und Tod, die Folgeräume sind überschrieben Die Welt des menschlichen Körpers und In der weißen Zelle.

Deutschland und dem Freistaat Bayern fühlt sich Kiki Smith als geborene Nürnbergerin besonders verbunden. Sie kam 1954 in der Dürerstadt auf die Welt, als sich ihre Eltern, die Opernsängerin und Schauspielerin Jane Smith und der aufstrebende Architekt und später als Maler und Bildhauer international bekannte Tony Smith, im Rahmen eines Engagements der Mutter in Europa aufhielten; 1955 kehrte die Familie nach New Jersey zurück. 1976 zog es die junge Künstlerin nach New York, wo sie seitdem lebt und arbeitet. Auch wenn das New Yorker Umfeld und die Kunst der Minimal Art, Pop Art oder Performance-Kunst Kiki Smith beeinflussten, fand sie doch zu einer ganz eigenen künstlerischen Sprache, die ihren Stellenwert als international viel beachtete Künstlerin bis heute prägt.

Zentrales Thema in ihrem Werk ist die Frage nach dem Dasein des Menschen. Parallel zu richtungsweisenden Künstlern wie Nancy Spero, Louise Bourgeois, Robert Gober oder Félix González-Torres begann sie in ihrem Frühwerk der 1980er-Jahre den menschlichen Körper zunächst in der Form von Fragmenten zu thematisieren. Zeitaktuelle politische Fragen, wie der Umgang mit AIDS oder die Emanzipation, fanden in ihren Werken Resonanz. Seit 1992 wendet sie sich auch dem Tier als Begleiter des Menschen zu. Gleichzeitig begann sie in biblischen Geschichten und seit 1999 auch in Märchen die wechselvolle Existenz des Menschen zu ergründen. Seit Ende der 1990er-Jahre spürt sie zudem der Verbindung des Menschen zu Natur und Kosmos nach.

Viele ihrer Sujets finden in der Druckgraphik ihren Ausgangspunkt, um anschließend in Skulptur, Glaskunst, Tapisserie und andere Medien übersetzt zu werden. Seit Beginn ihrer Karriere experimentiert Kiki Smith mit druckgraphischen Techniken auf vielfältigste Weise und ergründet in Kooperation mit Druckwerkstätten und Verlegern immer wieder neue Wege und kommt dabei zu einer Material- und Technikvielfalt, wie sie nur wenige Künstler beherrschen.

Es ist vor allem die Sensualität der Oberfläche, durch die Kiki Smiths Drucke begeistern – eine Qualität, die im Titel der Ausstellung TOUCH zum Ausdruck kommt. Er ist im direkten und übertragenen Sinne zu verstehen: Zum einen sind die Druckgraphiken in ihrer Wirkung haptisch, so dass man sie gerne anfassen möchte. Zum anderen berührt Kiki Smiths Kunst durch ihre Inhalte – die Themen gehen hinter die Oberflächen und damit im Sinn des Wortes unter die Haut.

Pinakotheken | Pinakothek der Moderne | Bayerische Staatsgemäldesammlungen

www.pinakothek-der-moderne.de



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