ON SERIES, SCENES AND SEQUENCES. INTERVENTION VON HUBER.HUBER

Ausstellung

16. 08. - 15. 10. 2017 | Graphische Sammlung der ETH Zürich
Eingabedatum: 09.08.2017

bilder

Die Graphische Sammlung ETH Zürich besitzt umfangreiche Folgen und Serien. Die Frage der relevanten Auswahl daraus bedeutet für Kuratorinnen und Kuratoren stets eine grosse Herausforderung. In dieser Ausstellung wird sich das Zürcher Künstlerduo huber.huber (Markus und Reto Huber, beide *1975) dieser delikaten Aufgabe annehmen. Sie sorgen für einen künstlergerechten Blick auf die weitverbreitete Kunstform und machen sie mit Hilfe von Film und Musik in Zusammenarbeit mit Michael Bucher auf unterschiedliche Weise erfahrbar. Parallel dazu werden in einem Zwei-Wochen-Rhythmus Positionen zeitgenössischer Kunstschaffender gezeigt, die den Begriff des Seriellen um zusätzliche Interpretationen erweitern.

In Zeiten des Netflix-Booms, wo jeder Aspekt des modernen Alltags in Fernsehfolgen abgehandelt und jedes noch so ausgefallene Milieu im Erfolgsformat der Serie ausgeleuchtet wird, wo Kochshows, Zeitanalysen und Theaterstücke als Serie zu haben sind, scheint das Serielle geradezu omnipräsent zu sein. Künstler haben zu allen Zeiten in Serie, also «in Folge, ohne Unterbrechung» gearbeitet, haben mit Reihen, Wiederholungen und Variationen Folgen, Zyklen und Serien geschaffen. Die einen variieren dasselbe Motiv stetig neu, die anderen sind an narrativen Strategien interessiert oder lassen sich intuitiv weiter treiben. Das Gesetz der Serie ist und bleibt für die Kunst ein äusserst fruchtbares Prinzip. Die Graphische Sammlung ETH Zürich verfügt in ihrem Bestand über zahlreiche Werke, die aus vielteiligen Konvoluten bestehen: von den 37 Holzschnitten der Kleinen Passion von Albrecht Dürer (1471–1528), über die 80 Blätter der Caprichos von Francisco Goya (1746– 1828) bis zu den 45 Fotografien Siedlungen, Agglomeration des Künstlerduos Fischli & Weiss (*1952 bzw. 1946–2012) oder den 31 Zeichnungen Flora und Fauna von Claudia und Julia Müller (*1964 bzw. *1965). Für diese Ausstellung wurde das Zürcher Künstlerduo huber.huber (Markus und Reto Huber, beide *1975) damit beauftragt, mit den umfangreichen Beständen der Graphischen Sammlung ETH Zürich zu arbeiten.

Ihre Recherche führte sie zu einer vertieften Beschäftigung mit dem Begriff des Seriellen in der Kunst. Eines ihrer eigenen seriell angelegten Werke befindet sich ebenfalls im Bestand der Sammlung: Der schöne Mensch von 2009 umfasst 320 Collagen, worin die Künstler in gewohntem Stil ihre Arbeitsweise des Samplings aufgreifen.

Im Rahmen des 150-Jahr-Jubiläums der Graphischen Sammlung ETH Zürich werden die beiden Künstler nun nicht nur eine für sie stimmige Auswahl aus ihrer Serie treffen, sondern dies gleich auch für vier bedeutenden Serien aus den Beständen tun. Somit übernehmen für einmal die Künstler die Verantwortung für das Ein- und Ausschliessen und sorgen für einen werk- bzw. künstlergerechten Blick auf die weitverbreitete Kunstform der Serie. Auf ihrer Recherche basierend haben die Künstler eine Intervention entwickelt, die den historischen Ausstellungsraum miteinbezieht und zum Ziel hat, seriell konzipierte Werke auf unterschiedliche Weise erfahrbar zu machen: den ausgewählten Einzelblättern wird jeweils eine filmische Projektion der kompletten Serie an die Seite gestellt – die einzelnen «Szenen» werden also in «Sequenzen» gezeigt.

Gleichzeitig vertont der Komponist Michael Bucher (*1975) jede Werkgruppe in einer kombinierbaren Tonspur. Alle Tonspuren zusammen werden im Ausstellungsraum auch als Gesamtkomposition zu hören sein. Parallel lädt die Graphische Sammlung ETH Zürich in einem Zwei-Wochen-Rhythmus weitere Künstlerinnen und Künstler ein, mit ihren Arbeiten den Begriff des Seriellen um zusätzliche
Interpretationen zu erweitern: Als «Features» wurden Livio Baumgartner (*1982), Franziska Furter (*1972), Patrick Graf (*1981) und Yves Netzhammer (*1970) ausgewählt. Alle zeigen Beispiele grossteiliger, weit ausgreifender Werkgruppen aus ihrem Schaffen.

Die Präsentation beginnt in den Vitrinen im Flur und zieht sich dann in den Ausstellungssaal hinein, wo sie sich mit der Hauptausstellung verschränkt und interessante Querverweise deutlich werden lässt. Diese Teilausstellungen werden mit einer separaten Vernissage eröffnet. Geplant sind jeweils Gespräche mit den beteiligten Künstlerinnen und Künstlern.

Kuratoren-Team: Alexandra Barcal, Graphische Sammlung ETH Zürich und huber.huber.
Intervention in Zusammenarbeit mit dem Jazzmusiker und Komponisten Michael Bucher.

Öffnungszeiten täglich, 10–16.45 Uhr

ETH Zürich, ETH-Bibliothek, Graphische Sammlung der ETH Zürich, Rämistrasse 101, 8092 Zürich, Tel. +41 44 632 40 46
ethz.ch

Presse








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Zeitgenössische Fotokunst aus der Schweiz (Jan. 02)


Mit Fotokunst aus der Schweiz setzt der Neue Berliner Kunstverein (NBK) seine Ausstellungsreihe fort, die der Fotografie verschiedener Länder gewidmet ist.
Neun Künstler und Künstlerinnen hat der Kurator Urs Stahel, Direktor des Fotomuseums Winterthur, ausgewählt, um möglichst unterschiedliche Positionen der Schweizer Fotografie zu verdeutlichen.
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Im Nebenraum erinnern Hans Danusers "Frozen Embryo Series" von weitem an steinerne Landschaften; sie enthalten zugleich Leben und Tod. Weiter die absonderlichen Mädchenbilder von Katrin Freisager, meditative Landschaftsblicke kombiniert mit Tokioter Stadtansichten von Cat Tuong Nyuyen, die urbanistischen Situationen von Claudio Moser.
Die Fotoszene in der Schweiz habe in den letzten 15 Jahren einen großen Boom durchgemacht, und Stahel legt Wert auf die Feststellung, daß man die Anzahl der Künstler gut hätte verdreifachen können, ohne einen Qualitätsverlust hinzunehmen (und einige dieser Künstler nennt er in seinem Katalogtext). Die stark gestiegene Popularität der Fotografie ist aber auch in anderen Ländern zu verzeichnen und so bleibt die Frage nach einer Schweizer Schule, die man in dieser Ausstellung zumindest nicht findet. Wie der Künstler Marco Poloni sagt: "Charakteristisch für den Schweizer Künstler ist, daß an ihm nichts Charkateristisches ist." Zeitgenössische Fotokunst aus der Schweiz ist international und hier kontrastreich und interessant präsentiert.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 24. Februar im NBK (Neuer Berliner Kunstverein), Chausseestr. 128/129, 10115 Berlin. Öffnungszeiten sind Mo - Fr 12 - 18 Uhr, Sa, So 12 - 16 Uhr.
Zur Ausstellung ist ein Katalog im Ernst Wasmuth Verlag erschienen (19 Euro) mit einem Textbeitrag von Urs Stahel.
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  • Abschlußbericht: Art 34 Basel (24.6.03)

  • Sammlung F. C. Gundlach in den Deichtorhallen Hamburg (29.10.03 - 25.01.04)

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