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B3 Biennale

The Big Easy - Halle 14, Leipziger Baumwollspinnerei (25.11.07-13.1.08)

julika-rudelius
Eingabedatum: 19.11.2007

bilder

Das Ausstellungsprojekt "The Big Easy. Relocating the Myth of the >>West<<" thematisiert als Herausforderung der Gegenwart das Insichhineinversetzen in die Vorstellungswelt und Weltanschauung Anderer, ohne die eigenen (vorgefertigten) Imaginationen zu projizieren. Ausganspunkt bildet der Umgang des "Westens" im Kampf um Ressourcen, Globalisierung, religiösen und ethnischen Konflikte und Terrorismus. Infrage gestellt wird dabei sein Selbstverständnis als ordnungspolitische Leitkultur, wobei sich die ost- und mitteleuropäischen Staaten politisch und wirtschaftlich immer mehr Westeuropa angleichen.
"Ost und West sind nun Teil einer panoramisch-panoptischen, überwältigenden, herzzerreißenden, atemberaubenden Kultur der Übertreibung als hegemoniale Weltlandschaft, in der nichts wirklich passiert, deren überbordende Unbeschwertheit, der große Leichtsinn, The Big Easy einfach nur ein Effekt ist. Jene Übertreibung wider besseres Wissen - dem beliebtesten politischen Machtmittel."

Künstler/innenliste: Zehra Ahmed (Australien), Kader Attia (Algerien, Frankreich), Matthew Buckingham (USA), Deborah Kelly (Australien), Aleksandra Mir (Polen, Italien), Mônica Nador (Brasilien), Julika Rudelius (D, USA), Xabier Salaberria (Spanien) und Solmaz Shahbazi (Iran, D)

Eine Ausstellung der HALLE 14 unter Mitwirkung der ACC Galerie Weimar und von Knut Birkholz (Rotterdam).

Abbildung: Julika Rudelius, Forever, Filmstill 2006

Öffnungszeiten: Fr-So, 11-18 Uhr

Leipziger Baumwollspinnerei, Halle 12
Spinnereistr. 7
04179 Leipzig
Tel.: 0341 492 42 02

halle14.org

ch








Daten zu Julika Rudelius:

- art berlin 2017

- GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst, Bremen 2015

- Gruppenausstellung

- Gwangju Biennale, 2006

- Kunstverein Hannover

- Medienturm Kunstverein Graz

- Neuer Aachener Kunstverein

Weiteres zum Thema: Julika Rudelius



Die Jugend von heute - Schirn Kunsthalle Frankfurt (7.4.-25.6.06)


Medialisierung, Individualisierung und Kommerzialisierung bringen eine stetig wachsende Vielfalt jugendlicher Szenen hervor. Girlies, Greaser, Hooligans, Rapper, Raver, Streetballer, Trainsurfer, Traceurs oder Yamakasis sind nur einige der disparaten "artificial tribes", denen sich Jugendliche heute angehörig fühlen. Während im kalten Krieg der Jugendkulturen noch zwischen übersichtlichen Alternativen wie Punk oder Pop entschieden werden musste, durchlaufen Jugendliche heute in der Regel eine ganze Reihe von Szenen. Die Ausstellung zeigt die aktuelle künstlerische Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Lebenswelten von Teenies, Twens und postadoleszenten "Thirty Somethings", deren jugendkulturelle Erfahrungen oft in das Familien- und Berufsleben hineinreichen. Die 160 Werke von fünfzig international tätigen Künstlern wie der Vertreterin der Young British Art Tracey Emin, des amerikanischen Fotografen Philip-Lorca diCorcia und einer großen Anzahl von Newcomern thematisieren die Einflüsse der Jugendkultur auf die ästhetischen wie politischen Bereiche der Gesellschaft.
...
Die immense Vielfalt jugendlicher Szenarien, Stile und Genres spiegelt ein chaotisches und ambivalentes Feld jugendlicher Kulturproduktion. Der Kosmos der heranwachsenden Generation wird von einer multimedialen Informationsflut begleitet, die ihr wie eine zweite Natur anhaftet und frühere Widersprüche aufzulösen scheint. Der Generationenkonflikt bleibt aus, und die "Thirty Somethings" verfügen über die scheinbar gleichen Codes wie die Teens und Twens - sei es in der Sprache, in der Musik oder der Kleidung. Das Uni-Sex-Label deterritorialisiert nicht nur differente Körper und Geschlechter. Es gehen daraus auch andere Identitätsbildungsstrategien hervor, die neue gesellschaftliche Zusammenhänge - Gemeinschaften, "communities", urbane Räume - ermöglichen. Wie sieht also die gegenwärtige Neuordnung des (sexuellen, soziokulturellen, urbanen) Subjekts aus? Was folgt aus der Autonomie der Geschlechter und der Zerstörung überkommener Rollenbilder?

Die häufig mit Jugend assoziierte Rebellion - gegen die Eltern, die Erwachsenen, die Werte, den Staat - setzt sich in der Multioptionalität einer offenen Gesellschaft fort. Skater gegen Hippies, Punks gegen Streber, Raver gegen die Nacht und alle zusammen gegen den Krieg. Die einst erstrebenswerten und zeitlosen Ideale fallen auf Menschenmaß und Menschenzeit zurück. Was sich zeigt in diesem Verlust, ist eine Neuformierung des Menschen als postmodernes, fragmentiertes Subjekt. Wieder sind es die künstlerischen Mittel der Collage und Assemblage, verfeinert durch computergestütztes Sampling, Animation und Bildbearbeitung, die eine heterogene "neue" Welt zu erzeugen erlauben. Wuchernde Environments und Installationen, wie beispielsweise das "Funny Farm" genannte Atelier der Künstlerin Laura Kikauka, reflektieren die komplexen Sinnzusammenhänge und erzeugen singuläre, sich selbst generierende Möglichkeitswelten, in denen Comic und psychedelische Holografie, Punk und sexuelles Begehren koexistieren.

Die Ausstellung geht des Weiteren der in unterschiedlichen jugendkulturellen Lebenswelten vorherrschenden Frage nach dem Zusammenhang von Individuum und Gruppe sowie der Selbstpositionierung der Jugend in der Gesellschaft nach. Der Club dient hierbei als ein mehrschichtiges Kräftefeld, in dem es sowohl um eine eigene Sprache - um Sprachlosigkeit als eine andere, körperliche Sprache - als auch um einen autonomen, freigestellten Raum geht, der die politischen, sexuellen und ästhetischen Utopien zusammenführt. Hedonismus als die Leitfigur der Clubkultur der 90er Jahre gewinnt seine Bedeutung in der erneuten Abwehr intellektueller Dominanz und dem Subversiven des Körpers. Dieser erscheint als Oberfläche, als beschreibbare und wieder beschreibbare Fläche, auf der sich Zeichen frei formieren und die persönliche Identität konstituiert. In einer Fülle von Arbeiten wird dieser veränderte Körper reflektiert und in einem klaustrophobisch anmutenden Umfeld wiedergegeben. Werke von Pierre Huyghe und Collier Schorr behaupten diesen Kontrast zwischen körperlicher und räumlicher Topologie ebenso wie die "Teenage Geography" von Mike Paré und die reaktionären Menschenaffen von Bjarne Melgaard.

Pose und Verwandlung zählen zu den traditionellen Übungen der Aneignung von Erwachsenenbildern bzw. der Rebellion gegen diese. Sie können gleichzeitig auch die Rekonstitution der Persönlichkeit und Individualität der Jugendlichen bedienen, insofern sie als Strategien der Unterscheidung von Erwachsenen eingesetzt werden. Nicht weniger wird dadurch allerdings die Bedeutung der Pose oder Verwandlung ausgehöhlt, sie wird zu dem, was Rosalind Krauss einen "shifter" nennt, d. h. eine semantische Hülse, die sich in alle Richtungen bewegen lässt, ohne jemals mit einem Grund verwurzelt zu werden. In der Tat durchleben Jugendliche nicht nur eine, sondern mehrere Jugendkulturen, die sie nacheinander, mitunter sogar nebeneinander durchlaufen. Das Ziel, erwachsen zu sein - ob positiv oder negativ -, kann nicht mehr als absolute Größe verstanden werden, an der sich Jugendliche orientieren, um daraus gegenwärtige Sinnformen zu erlangen. Sie selber entwickeln autonome Systeme, die komplex genug sind, um Unverständnis zu provozieren, und flexibel genug, um sich mit anderen Systemen zu verbinden. Komplexität bedeutet vor allem das Ende universaler Ziele und die Möglichkeit ihrer Singularisierung. Die Sade’schen Post-Hippie-Gothic-Traumlandschaften von Matt Greene präsentieren sich uns wie die Mädchenparadiese voll abgebrühter Lolitavamps von Rita Ackermann als abgeschlossene und unberührbare Mikrokosmen.


KÜNSTLERLISTE: Abetz/Drescher (D), Rita Ackermann (HUN), Joe Andoe (USA), Marc Bijl (NL), Anuschka Blommers / Niels Schumm (NL), Slater Bradley (USA), Daniele Buetti (CH), Ian Cooper (USA), Annelise Coste (CH), Sue de Beer (USA), Amie Dicke (NL), Philip-Lorca diCorcia (USA), Iris van Dongen (NL), Tracey Emin (GB), Luis Gispert (USA), Anthony Goicolea (USA), Janine Gordon (USA), Matthew Greene (USA), Lauren Greenfield (USA), Kevin Hanley (USA), Esther Harris (GB), Rachel Howe (USA), Pierre Huyghe (F), Laura Kikauka (CAN), Clemens Krauss (A), Hendrik Krawen (D), Liisa Lounila (FIN), Marlene McCarty (USA), Ryan McGinley (USA), Alex McQuilkin (USA), Martin Maloney (GB), Bjarne Melgaard (N), Alex Morrison (CAN), João Onofre (P), Lea Asja Pagenkemper (D), Mike Paré (USA), Frédéric Post (CH), Bettina Pousttchi (D), L. A. Raeven (NL), Julika Rudelius (D), Collier Schorr (USA), Kiki Seror (USA), Ulrike Siecaup (D), Hannah Starkey (IRL), Tomoaki Suzuki (J), Alex Tennigkeit (D), Sue Tompkins (GB), Gavin Turk (GB), Alejandro Vidal (E), Banks Violette (USA).

Abbildung: Joao Onofre, CASTING, 2000, Video, Farbe und Geräusche auf DVD, 12. min. 59 sec. Edition 4, Courtesy the artist and I-20 Gallery, New York

ÖFFNUNGSZEITEN: Di., Fr.-So. 10-19 Uhr, Mi. und Do. 10-22 Uhr.

SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT, Römerberg, D-60311 Frankfurt, Telefon: (+49-69) 29 98 82-178
schirn.de

ELEGANCE - Kölnischer Kunstverein (3.11.-23.12.07)


Die Künstler/innen Merlin Carpenter, Chris Evans, Thea Djordjadze, Gerda Scheepers, Rosemarie Trockel und Julika Rudelius fragen u.a., wie sich die Kunst zum Geld verhält, ob Kunst nicht bloß ein Konsumobjekt ist oder wie sich Sponsoren anders als in Form von Kapital in die Kunst einbringen können.

Antwortversuche finden sich in einer Videoinstallationen von Julika Rudelius, in der Topmanager und Millionäre über ihr Verhältnis zum Geld reden; in malerischen/installativen Arbeitn von Merlin Carpenter, die in einem institutionskritischen Umfeld verwurzelt sind; in dem Skulpturenparkprojekt von Chris Evens, das in der Ausstellung anhand von Entwürfen veranschaulicht wird und in der Gemeinschaftsarbeit von Thea Djordjadze / Rosemarie Trockel / Gerda Scheepers - einer Videoinstallation über Intimität, Tod und Verfall.

Abbildung: Djordjadze, Trockel, Scheepers "Automne/Frottée 06/07", 2006

Kölnischer Kunstverein
Die Brücke
Hahnenstraße 6
D-50667 Köln
Telefon +49 (0)221 217021

koelnischerkunstverein.de


Auf der Karte finden Sie folgende Standorte:






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