Fischli und Weiss erhält 1135'> Fischli und Weiss erhält 1135'/> Fischli und Weiss erhält '>

Roswitha Haftmann Kunstpreis für Peter Fischli und David Weiss


Eingabedatum: 26.04.2006

bilder

Das Schweizer Künstler-Duo Fischli und Weiss erhält den höchstdotierten europäischen Kunstpreis der Roswitha Haftmann-Stiftung.
Der Stiftungsrat der Roswitha Haftmann-Stiftung hat in Zürich entschieden, den mit CHF 120’000.– dotierten Roswitha Haftmann-Preis im Jahr 2006 an die Künstler Peter Fischli und David Weiss zu vergeben. Die zwei seit 1979 zusammenarbeitenden Schweizer gehören mit Videoinstallationen, Fotoarbeiten und Skulpturen zu den international bedeutendsten Künstlern der Gegenwart.
Peter Fischli (*1952) und David Weiss (*1946) erhalten Europas höchstdotierten Preis für ihr gemeinsames Werk. Die in Zürich geborenen und arbeitenden Künstler haben in ihren Videoinstallationen, Plastiken und fotografischen Arbeiten einen grossen Reichtum an Bildideen entfaltet, die mit Witz und Hintergründigkeit immer wieder neu die Aufmerksamkeit des Betrachters wecken und zu fesseln verstehen. Die beiden präzisen Beobachter sind Sammler von Objekten und Eindrücken, die sie im Kunstwerk verändern und damit die Perspektive auf die Wirklichkeit verschieben. Wie in einem Laboratorium des Sichtbaren stellen sie mit sanfter Ironie die Rollen des Betrachters wie des Künstlers auf die Probe und in Frage. Fischli Weiss geniessen als Schweizer Künstler seit mehr als zwei Jahrzehnten internationale Beachtung. Der Stiftungsrat hat entschieden, den Roswitha Haftmann-Preis in Anerkennung ihrer gemeinsamen künstlerischen Entwicklung zu vergeben.
Die Verleihung findet am 16. November 2006 im Kunsthaus Zürich statt. Nach Walter de Maria, Maria Lassnig, Jeff Wall, Mona Hatoum und Robert Ryman sind Fischli Weiss die sechsten Träger des Roswitha Haftmann-Preises. Die Roswitha Haftmann-Stiftung vergibt den Preis alle ein bis drei Jahre an lebende Künstler, deren Werk von überragender Bedeutung ist. Mit der Preissumme von CHF 120’000.– ist es der höchstdotierte Kunstpreis in Europa. Der Stiftungsrat, welcher die Preisträger bestimmt, besteht aus den Direktoren (oder einem Vertreter) des Kunstmuseums Bern, des Kunstmuseums Basel, dem Museum Ludwig in Köln und dem Kunsthaus Zürich sowie Mitgliedern, die im Stiftungsbrief persönlich benannt sind oder vom Stiftungsrat berufen werden.

Roswitha Haftmann (1927–1998) war Sprachlehrerin, arbeitete als Fotomodell und war mit dem Kunsthistoriker Werner Haftmann verheiratet. In Zürich führte sie bis zu ihrem Tod 1998 eine Galerie. Die gebürtige Sankt Gallerin hat ihr Vermögen in einen Fonds umgewandelt, aus dem sich die Auszeichnung – der Roswitha Haftmann-Preis – speist.














Weiteres zum Thema: Fischli Weiss



Zeitgenössische Fotokunst aus der Schweiz (Jan. 02)


Mit Fotokunst aus der Schweiz setzt der Neue Berliner Kunstverein (NBK) seine Ausstellungsreihe fort, die der Fotografie verschiedener Länder gewidmet ist.
Neun Künstler und Künstlerinnen hat der Kurator Urs Stahel, Direktor des Fotomuseums Winterthur, ausgewählt, um möglichst unterschiedliche Positionen der Schweizer Fotografie zu verdeutlichen.
Während der vordere Raum durch die stark verfremdeten Stadtansichten Strbas, die beleuchtete Rauminstallation von Buetti und die Körperbilder Rondinones an einer grünen Wand dominiert wird, entwickeln die kleinteiligen Arbeiten von Marco Poloni und Peter Tillessen einen ganz anderen Zugang: Poloni wurde durch Berichte in italienischen Tageszeitungen auf die illegalen albanischen Einwanderer aufmerksam und kam so auf die Idee, den heimlichen Reiseweg eines fiktiven Migranten über Süditalien, den Hafen von Otranto über Mailand bis in die Schweiz in vielen kleinen Sequenzen festzuhalten und diese zusätzlich mit szenischen Anweisungen zu Kamerastandpunkt, Geräusch und Geschehen zu bezeichnen. Alles wird aus der Sicht des Migranten gezeigt; er selbst bleibt, wie in der Gesellschaft, unsichtbar. Es entsteht eine künstliche Dokumentation, die bewußt mit dem Übergang von Fotografie zu Film spielt. Tillessen (übrigens in Hanau geboren) zeigt Serien mit den Titeln "Aktionskünstler", "Kunst am Bau", "Degenerative Bilder", die den Blick auf absurde Motive des Alltags lenken. Unprätentiös als einfache Ausdrucke an die Wand gepinnt, sind sie mit ihrer Art des Humors nach Stahels Aussage vielleicht am ehesten in eine Schweizer Tradition (Fischli/Weiss) zu stellen.
Im Nebenraum erinnern Hans Danusers "Frozen Embryo Series" von weitem an steinerne Landschaften; sie enthalten zugleich Leben und Tod. Weiter die absonderlichen Mädchenbilder von Katrin Freisager, meditative Landschaftsblicke kombiniert mit Tokioter Stadtansichten von Cat Tuong Nyuyen, die urbanistischen Situationen von Claudio Moser.
Die Fotoszene in der Schweiz habe in den letzten 15 Jahren einen großen Boom durchgemacht, und Stahel legt Wert auf die Feststellung, daß man die Anzahl der Künstler gut hätte verdreifachen können, ohne einen Qualitätsverlust hinzunehmen (und einige dieser Künstler nennt er in seinem Katalogtext). Die stark gestiegene Popularität der Fotografie ist aber auch in anderen Ländern zu verzeichnen und so bleibt die Frage nach einer Schweizer Schule, die man in dieser Ausstellung zumindest nicht findet. Wie der Künstler Marco Poloni sagt: "Charakteristisch für den Schweizer Künstler ist, daß an ihm nichts Charkateristisches ist." Zeitgenössische Fotokunst aus der Schweiz ist international und hier kontrastreich und interessant präsentiert.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 24. Februar im NBK (Neuer Berliner Kunstverein), Chausseestr. 128/129, 10115 Berlin. Öffnungszeiten sind Mo - Fr 12 - 18 Uhr, Sa, So 12 - 16 Uhr.
Zur Ausstellung ist ein Katalog im Ernst Wasmuth Verlag erschienen (19 Euro) mit einem Textbeitrag von Urs Stahel.

Fischli & Weiss im Museum Ludwig "Fragen Projektionen" (noch bis 19.01.03)


Die Schweizer Künstler Peter Fischli (geb. 1952, Zürich) und David Weiss (geb. 1946, Zürich), die seit 1979 zusammen arbeiten, zeigen im "AC:"- Raum des Museum Ludwig ihre neue Arbeit "Fragen Projektionen".
In dem abgedunkelten Raum werden etwa 400 in Großbuchstaben handgeschriebene Fragen an die Wände projiziert. Für den Betrachter, der in der Mitte Platz nehmen kann, bleibt stets unklar, wann und wo die nächste Frage erscheinen wird. Die Fragen, die lang oder kurz, banal oder auch existentiell sind, tauchen aus dem Nichts auf und verschwinden nach einigen Sekunden wieder. Die Zeit zwischen ihrem Erscheinen und Verschwinden reicht zwar, um sie zu lesen, nicht aber, um über ihre Beantwortung nach zu denken.
Die Flüchtigkeit der Fragen wird dadurch etwas gemildert, dass sie sich in gewissen Abständen wiederholen und so doch die Möglichkeit zur Reflexion geben.
Es scheint sich um eine wahre Fragen-Enzyklopädie zu handeln:

Soll ich Russland überfallen?
Wie wirke ich?
Warum geschieht nie Nichts?
Kommen Meinungen von selbst?
Sucht mich das Glück am falschen Ort?
Leide ich an gutem Geschmack?
Soll ich aus wissenschaftlichen Gründen Drogen nehmen?
Ist alles, was ich schon vergessen habe, so groß wie ein Haus?
Wird die Freiheit der Vögel überbewertet?
War ich noch nie ganz wach?
Soll ich mich betrinken?
Kommt ein Bus?
Bin ich knapp normal?
Spinnen die Andern?
Weiß ich fast alles über mich?
Ist das Verdauungssystem etwas wunderbares?
.....usw.

Diese Arbeit geht teilweise auf ältere Werke von Fischli und Weiss zurück, wie etwa "Ordnung und Reinlichkeit" (1981) oder "Fragentopf" (1983). Bei "Fragentopf" wurden auf einen etwa 1,40 m hohen Topf aus Polyurethan Fragen geschrieben, wie sie sich hier wieder finden.

Durch die verschiedenartigen Fragen sollen Denken und Handeln des Betrachters mobilisiert werden. Die geschieht auch sicher, wenn man sich die Zeit nimmt, eine Weile die Projektionen zu verfolgen. Zum einen sind gerade die banalen Fragen äußerst amüsant, zum anderen regen aber auch gerade die philosophisch-existentiellen Fragen in ihrer einfachen Formulierung zum Schmunzeln an. Erstaunt stellt man die Komplexität scheinbar ganz schlichter Fragen fest.
Der Ausstellung folgt eine unregelmäßig wiederkehrende Grübelei ebenso wie ein inneres Lächeln, dass sich bei der Erinnerung an einzelne Fragen fast zwangsläufig einstellt.

Museum Ludwig / Bischofsgartenstr. 1 / 50667 Köln / Tel:+49-221-221-26165

Öffnungszeiten: Di 10-20, Mi-Fr 10-18, Sa/So 11-18 Uhr, Mo geschlossen

Foto:Peter Fischli David Weiss, Fragen Projektion, Diainstallation, 1999.2002, © Peter Fischli David Weiss


  • Zeitgenössische Fotokunst aus der Schweiz (Jan. 02)

  • Kunstmuseum Basel: Looking In - Looking Out (26.04 - 29. 06.03)

  • Kunstmuseum Wolfsburg: Baustellen der Subversion-Update #7 (13.06 bis 23. 11.03)

  • Abschlußbericht: Art 34 Basel (24.6.03)

  • Sammlung F. C. Gundlach in den Deichtorhallen Hamburg (29.10.03 - 25.01.04)

  • Sammlung 2005 - Neupräsentation der erweiterten Sammlung im K21, Düsseldorf (bis auf weiteres)

  • Flashback - Museum für Gegenwartskunst, Basel (30.10.05-12.2.06)

  • Roswitha Haftmann Kunstpreis für Peter Fischli und David Weiss

  • Gärten

  • Valentin Carron - Kunsthalle Zürich (20.01. - 18.03.07)

  • Peter Fischli und David Weiss - Kunsthaus Zürich (6.6.-9.9.07)

  • I can only see things when I move. - Staatliche Kunstsammlungen Dresden (29.9.07-20.1.08)

  • Roswitha Haftmann-Preis an Douglas Gordon

  • Gregor Schneider erhält Günther-Peill-Preis 2008

  • Ein Kessel Buntes Mike Kelley - Ausstellungskatalog Sammlung Goetz

  • Roswitha Haftmann-Preis an Sigmar Polke

  • Bilder in Bewegung : Künstler & Video_Film

  • Auswertung der Flugdaten - K21 Ständehaus, Düsseldorf

  • Wir Manager! - Vögele Kultur Zentrum, Pfäffikon

  • Peter Fischli, David Weiss - Sammlung Goetz, München

  • Wolfgang-Hahn-Preis KÖLN 2011 an John Miller

  • How to Work (More for) Less

  • Beispiel Schweiz. Entgrenzungen und Passagen als Kunst

  • Sammlung Kunstmuseum Wolfsburg. Ausgewählte Werke von Carl Andre bis Sergej Jensen

  • Fotografie Total

  • Performance Künstlerin Andrea Fraser erhält Wolfgang-Hahn-Preis 2013

  • Nur noch wenige Tage der Ausstellungen in Erlangen, Oldenburg, Bern und Zürich

  • Das Glück kommt aus dem Nichts. Werke aus der Slg. Wilhelm Otto Nachf.

  • KLÖNTAL TRIENNALE 2014

  • Das imaginäre Museum

  • Happy Birthday, Alexander Calder!

  • Ewige Gegenwart

  • top