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David Claerbout

14.07 - 07.10. 2018 | Kunsthaus Bregenz
Eingabedatum: 13.07.2018

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David Claerbout The Quiet Shore, 2011 Videostill Einkanal-Videoprojektion, schwarz & weiß, ca. 32 Minuten Courtesy of David Claerbout, Sean Kelly Gallery, New York und Galerie Esther Schipper, Berlin © David Claerbout | Bildrecht, Wien, 2018bilder

Die Sommerausstellung im Kunsthaus Bregenz widmet sich dem Belgier David Claerbout. Claerbout gehört zu den renommiertesten und wichtigsten Videokünstlern weltweit. Durch seine Auseinandersetzung mit Fotografie und Film entwickelte er ein besonderes Interesse an Zeit. Seine Werke, in denen sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu überwältigenden Momenten in zeitlicher Ausdehnung verbinden, stellen tiefgreifende philosophische Überlegungen zu unseren Vorstellungen über Zeit und Realität, Erinnerung und Erfahrung sowie über Wahrheit und Fiktion dar.

Charakteristisch sind seine extrem verlangsamten Bildsequenzen: Bewegte Bilder kommen nahezu zum Stillstand. Claerbout erreicht diese Effekte über Diaserien oder über computergenerierte Methoden, die Bewegtbilder zu Standbildern gefrieren lassen. Das Resultat ist eine erhöhte Aufmerksamkeit der Betrachter/innen, die sich der verlangsamten Zeit ausliefern und sich ihr an- passen. Das Kunsthaus Bregenz ist – mit seiner auratischen Präsenz und sensiblen Lichtführung – ein idealer Ort für diese Form der Wahrnehmung.

Für Die reine Notwendigkeit / The Pure Necessity (2016), unterzieht Claerbout den Kinderbuch- und Filmklassiker Das Dschungelbuch von 1967 einer Überarbeitung. Tiere werden nicht menschengleich, sondern durch Computeranimation in ihrem artgerechten Verhalten dargestellt. Besucher/innen der Sommerausstellung David Claerbout können Die reine Notwendigkeit / The Pure Necessity (2016) als Außenprojektion vor dem Kunsthaus Bregenz erleben. Olympia (The real-time disintegration into ruins of the Berlin Olympic stadium over the course of a thousand years) (2016) ist eine digitale Rekonstruktion des Olympiastadions in Berlin. David Claerbout scannte jeden Stein des berühmten Nazi-Gebäudes und fertigte eine täuschend echte 3D-Version an. Seine Darstellung in Realzeit ist auf tausend Jahre berechnet. Steine erodieren, Pflanzen sprießen. Selbst die aktuelle Wettersituation wird über die Daten einer Webcam simuliert – ist der Himmel über Berlin wolkenlos, so ist er es auch im Film. »Mit einem technologischen Verfahren ist das erste, das verloren geht, die Wahrnehmung von Gleichzeitigkeit. (...)

Die Art und Weise, wie sich die Kamera selbstständig bewegt, ohne menschliche Kameraführung, zeigt an, dass es sich um eine vollständig synthetische Situation handelt«, so David Claerbout im Interview mit Elise Lammer (in Spike Art Quarterly, Nr. 53, 4/2017). Claerbout errechnet und rendert die Zukunft, aber auch das Jetzt. Olympia ist eine Reflexion über Zeit und Wahrnehmung, Impressionismus im digitalen Zeitalter.

Kunsthaus Bregenz
Karl Tizian Platz,
6900 Bregenz
kunsthaus-bregenz.at

Presse



Daten zu David Claerbout:


- Art Basel 2013

- Art Basel Miami Beach 2013

- art berlin 2017

- Berlin Biennale 2001

- Bienal de Sao Paulo, 2010

- Biennale of Sydney 2014

- Busan Biennale 2014

- daad Stipendiat

- fast forward2 - ZKM, Karlsruhe

- Flick Collection

- Galerie Rüdiger Schöttle

- Gallery Weekend Berlin 2014

- Hartware MedienKunstVerein 2016

- Johnen Galerie

- JULIA STOSCHEK FOUNDATION E.V., Sammlung

- MoMA Collection

- Moscow Biennale 2013

- Museum Morsbroich, 2014

- S.M.A.K. Sammlung, Gent

- Sammlung F.C. Flick

- Sammlung MMK, Frankfurt

- Sammlung, Kunstmuseum Liechtenstein

- Sharjah Biennial 11, 2013

- Taipei Biennial, 2004


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