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"Tartuffel im Schlafrock" - Kunstwerkstatt Erwin Wurm

Eingabedatum: 21.07.2008

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Warum steckt sich der Bassist der Red Hot Chili Peppers Stifte in die Nase und was treibt Franz Beckenbauer mit den Orangen an der Wand? Sie befolgen die Anleitungen des Künstlers Erwin Wurm und werden so für einen kurzen Augenblick zum Kunstwerk. Mit seinen sogenannten >One Minute Sculptures< hat Wurm nicht nur die Vorlagen zum Video der Red Hot Chili Peppers Single >Can´t Stop< (youtube.com) oder für das Ausstellungsplakat der Fußball-Kunst-Ausstellung >Rundlederwelten< geliefert, sondern eine Art der partizipativen Kunst ins Leben gerufen, die viele Nachahmer gefunden hat. Auch in anderen Werkkomplexen erkundet der Österreicher den Grenzbereich zwischen Skulptur, Installation, Aktion und Performance. Wurm beschäftigt sich mit Lächerlichkeiten und Deformationen jedweder Art, verliert dabei jedoch nie den Humor aus den Augen. Das ihm gewidmete Buch aus der Prestel Reihe >Kunstwerkstatt< stellt vor allem seine allerneusten Arbeiten aus dem Jahre 2007 vor.

Bei den >Ärgerbeulen< und >Neidbeulen< spielt Wurm mit dem Gedanken, dass sich Zustände der inneren Erregung auch äußerlich am menschlichen Körper bemerkbar machen könnten. Seine kopflosen Männerkörper, die "die physische Realisation eines psychischen Zustandes" illustrieren sollen, sind deswegen durch dicke Ausbuchtungen am ganzen Körper verunstaltet. Ausgangspunkt für die >Ärgerbeulen< und >NeidbeulenDer Künstler, der die Welt verschluckteMind-BubbelsMind-Bubbles< (>GedankenblasenOne Minute Sculptures< davon ausgegangen, "dass man allein durch Gedankenkraft Skulpturen schaffen oder Realität verändern" könne. In diesem Sinne versteht er seine "Wolltartuffeln" als "angezogene Gedanken" oder "angezogene Vorstellungen". Auch einige Leinwände hat der Österreicher eingekleidet - sie "tragen" nun mit Bündchen, Kragen und Knöpfen versehene Wollhüllen in knalligen Farben und haben Titel wie >Mentales GelbMentales Blau< oder >Mentales RosaKunstwerkstatt< - Reihe üblich, besteht das achtzigseitige Buch zum Großteil aus sehr guten Farbabbildungen. Der vierseitige Text von Helmut Friedel, dem Direktor des Lenbachhaus München, ist zwar etwas kunsthistorisch überambitioniert und beginnt mit einer fast einseitigen Abhandlung über die Kartoffel, doch ist das Interview, das der Autor mit dem Künstler führte äußerst aufschlussreich. Die große Stärke des Buches ist es, die neusten und deswegen noch nicht so bekannten Arbeiten sowie die nur selten gezeigten Aquarelle des Künstlers zu präsentieren. Neben der normalen Ausgabe gibt es außerdem eine >Collector´s Edition< mit Signatur, Künstlerdruck und Prägestempel.

Helmut Friedel >Kunstwerkstatt - Erwin Wurm

Stefanie Ippendorf


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