CAR CULTURE. Medien der Mobilität


Eingabedatum: 10.06.2011

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Die Technologien des 20. und 21. Jahrhunderts ermöglichten uns neue Formen der Ortsunabhängigkeit. Die Ausstellung „CAR CULTURE“ greift mit „Medien der Mobilität“ die Beweglichkeit in zweifachem Sinne auf: die materielle Beweglichkeit der Körper, Autos und Maschinen steht neben der immateriellen Mobilität der Signale durch Telegraphie, Television, Radio, Telefon und Internet.
Vor 125 Jahren wurde durch Carl Benz das erste Automobil gebaut und die Existenz elektromagnetischer Wellen durch Heinrich Hertz bewiesen. In Baden begann also die Entwicklung vom Automobil zum Mobilfunk – zur unbegrenzten individuellen Mobilität.

Als Kultobjekt und Symbol für individuelle Freiheit ist das Auto das Medium der Mobilität par excellence. Durch seine jederzeitige individuelle Verfügbarkeit nimmt es eine Sonderstellung ein. Das Erdgeschoß des ZKM | Medienmuseum wird in der Ausstellung zu einem Parkplatz für immobile Autos als Skulpturen. Von der erstmals am ZKM realisierten Idee eines Gebäudes aus Automobilen von Hans Hollein, über das Auto als Ursprung und Spiegel gesamtgesellschaftlicher Veränderungs¬prozesse wie in „Aktion 20.000 km“ von HA Schult bis zur Umdeutung des Automobils vom reinen Fortbewegungsmittel zu einem scheinbar fühlenden Objekt wie „Brain Car“ von Olaf Mooij – künstlerische Positionen zeigen in besonderer Weise die gesellschaftliche Tragweite der Entwicklung des Automobils.

Die erste Phase der Industrialisierung unserer Gesellschaft war geprägt von der physischen Mobilität, von der materiellen Überwindung räumlicher und zeitlicher Distanzen. Bei diesen individuellen und kollektiven Verkehrsmitteln ging es in erster Linie um den Transport von Gütern und Menschen.
Auch die Geburt der virtuellen Mobilität ist auf das industrielle Zeitalter zu datieren, wenngleich sie ihren vorläufigen Höhepunkt erst im postindustriellen Zeitalter erreichte. Der entscheidende Wendepunkt beim Übergang von der physischen zur virtuellen Mobilität war die Trennung zwischen Bote (Körper) und Botschaft (Zeichen). Reisende Zeichen, körperlose Botschaften sind die Insignien der virtuellen Mobilität. Insofern ist virtuelle Mobilität nicht nur eine Fortsetzung und Erweiterung der physischen Mobilität, im Idealfall soll sie diese ersetzen und überflüssig machen.
Aus diesem Grund präsentiert die Ausstellung „CAR CULTURE. Medien der Mobilität“ parallel zu künstlerischen Interpretationen des Automobils auch die technologischen Entwicklungen, die die Mobilität der Information erst ermöglichten. Im ersten Obergeschoss wird die technische Geschichte der Funktechnologie ‘von Hertz zum Handy’ zu sehen sein. Als Geburtstunde dieser Entwicklung gelten bis heute, die von Heinrich Hertz an der Technischen Hochschule Karlsruhe, im Jahre 1886 erfolgreich durchgeführten Funken-Experimente zur Übertragung elektro¬magnetischer Wellen. Von diesen Versuchen bis zu den heute eingerichteten zellularen Mobilfunknetzen und Mobiltelefonen war es ein weiter Weg.

Beide Entwicklungen sind eng miteinander verbunden, beide haben hier, in Baden, ihren Ursprung. In Baden-Württemberg als einem der weltgrößten Autocluster nutzt das ZKM die Chance des Automobilsommers, in einer großen Schau die soziale, künstlerische und wirtschaftliche Relevanz der „CAR CULTURE“ weltweit in einer neuen Perspektive zu präsentieren.

Kuratoren: Peter Weibel, Bernhard Serexhe
Co-Kurator: Manfred Hauffen (Apps), Franz Pichler (Funktechnologie)

Künstlerliste (Auswahl)
Max Ackermann, Ant Farm, HfG Karlsruhe: „petrolectrical“, Miquel Barceló, Gottfried Bechthold, Ecke Bonk, Frieder Butzmann, John Chamberlain, Plamen Dejanoff, Jean-Michel Dejasmin, Götz Dipper, Elmgreen & Dragset, Friedemann Flöther, Zaha Hadid, Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft: „E-Quickie“, HS Pforzheim: „Transportation Design“, Severin Hofmann / David Moises / Leo Schatzl , Hans Hollein, Li Hui, Christoph Keller, Ivan Kožarić, Köbberling / Kaltwasser, Hans Kupelwieser, Jean-Jacques Lebel, Bernd Lintermann, Alvin Lucier, Michaela Melián, Olaf Mooij, Hans Op de Beek, Axel Philipp, Fabrizio Plessi, Tobias Rehberger, Stefan Rohrer, Valentin Ruhry, Peter Sauerer, Pavel Schmidt, HA Schult, Georg Seibert, Sergej Šehovcov, Gustav Troger, Lieven van Velthoven, Sven Voelker / Kay Michalak, Wolf Vostell, Peter Weibel, Pawel Wocial, Erwin Wurm, Yin Xiuzhen.

Abbildung: Erwin Wurm: „Truck“, 2006, Foto: Colin Davison

Öffnungszeiten: Mi - Fr 10-18 Uhr / Sa - So 11-18 Uhr / Mo - Di geschlossen

ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe
Lorenzstraße 19
76135 Karlsruhe
zkm.de


Medienmitteilung



Erwin Wurm:


- * 1954 in Bruck an der Mur, Österreich

- abc 2016

- Art Basel 2013

- Art Basel 2016

- Art Basel Hong Kong 2018

- Art Basel Miami Beach 2013

- art basel miami beach, 2014

- art berlin 2017

- art cologne 2015

- ArtZuid2013, Amsterdam

- Beaufort 2012

- Biennale Venedig 2015,Pav

- Biennale Venedig 2017 Pav

- Bucharest Biennale 6, 2014

- daad Stipendiat

- evn sammlung

- Frieze LA 2019

- Frieze LA 2019

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