Logo art-in.de

Christoph Schlingensief bespielt Deutschen Pavillon auf der Venedig Biennale 2011

Eingabedatum: 03.05.2010

Logo art-in.de
Christoph Schlingensief wurde von Dr. Susanne Gaensheimer (Museum für moderne Kunst Frankfurt) eingeladen, den Deutschen Pavillon nächstes Jahr in Venedig zu gestalten.

Zu ihrer Wahl sagte sie: "Seit fast 30 Jahren beschäftigt sich Christoph Schlingensief in radikaler und rückhaltloser Direktheit mit der kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Befindlichkeit der deutschen Bundesrepublik. In größtmöglicher medialer Vielfalt und stets unvorhersehbar bewegt er sich in seinen Filmen, Theaterstücken, Operninszenierungen und Kunstaktionen permanent an der Grenze zwischen Realität und Fiktion, Inszenierung und Improvisation, Verbindlichkeit und Provokation, und entwickelt dabei eine ganz eigene Form von Moral und Menschlichkeit. Durch das Projekt der Gründung eines Operndorfes in Burkina Faso in West-Afrika überführt Schlingensief die Idee des Nationalen in eine weltbürgerliche Dimension.
Ich halte ihn für einen der ganz wesentlichen Künstler dieses Landes und stelle mir vor, dass durch seine künstlerische Vision die Idee der nationalen Repräsentation transformiert und der Deutsche Pavillon zu einem Ort der Kommunikation und des kosmopolitischen Geschehens wird.“

Und Christoph Schlingensief kommentierte die Einladung wie folgt: "Das ist eine große Überraschung. Ich habe in vielen Bereichen gearbeitet, als Film-, Theater- und Opernregisseur, Produzent, Alleinunterhalter, Mensch, auch als kranker Mensch und Christ, auch als Politiker und Performer und ich habe mich auch immer für Künstler interessiert, die die Kunst fast zwanghaft betrieben haben, darin auch nicht unbedingt eine Unterscheidung zum Zwang des Leben-Müssens oder -Wollens gesehen haben. Eine Form von Schizophrenie war für meine Arbeit und mein Leben schon immer typisch. Wenn ich nur bei einer Sache wäre, würde ich mich langweilen, käme mein Kopf nicht in Fahrt. Ich muss zwischen der Musik und dem Bild, den Menschen und der Sprache, dem Gesunden und Kranken, dem Lustigen und Traurigen immer die Chance haben, auch das Gegenteil zu behaupten. An die Eindeutigkeit der Welt glaube ich nicht. Die Aufgabe den Deutschen Pavillon, einen verdächtigen Repräsentationsbau, nicht für repräsentative Zwecke, sondern für künstlerische Zwecke zu benutzen, ist da genau das Richtige: eine schwere Last, aber Kunst macht leicht, was sonst schwer ist.
Vielleicht ist das aber gerade das Gute daran. Ich liebe jedenfalls Risse und Gegensätze und in den nächsten Monaten werde ich herausfinden, welche Gegensätze für Venedig, den Deutschen Pavillon und Burkina Faso am produktivsten sind."

Die Ausstellung im Deutschen Pavillon entsteht im Auftrag des Auswärtigen Amts der Bundesrepublik Deutschland und wird realisiert in Zusammenarbeit mit dem Institut für Auslandsbeziehungen (ifa).

Abbildung: Christoph Schlingensief, © Perfect Shot Films GmbH

weitere Infos: mmk-frankfurt.de

ch


Kataloge/Medien zum Thema: Christoph Schlingensief


Christoph Schlingensief:

- Art Basel 2013
- art basel miami beach 2014
- art berlin 2017
- Berlin Biennale 1998
- Biennale Venedig 2011 Pav
- Frieze LA 2019
- JULIA STOSCHEK FOUNDATION E.V. Sammlung
- Migros Museum Sammlung
- Montevideo Biennale 2013
- nbk Berlin
- Playtime, 2014
- Thyssen-Bornemisza Art Contemporary Wien

15. Rubenspreis geht an Wilhelm Sasnal
Förderpreis der Kunststiftung Rainer Wild: Rosario Aninat & Simon Shim-Sutcliffe
FBZ art award 2026 vergeben
4. düsseldorf photo+ 2027 mit neuer Leitung
Der Apfel. Eine Einführung. (Immer und immer und immer wieder)
Joseph und Anna Fassbender-Preis an Assunta Abdel Azim Mohamed
Raphael Hefti erhält Paul Boesch Kunstpreis
Rene Matić erhält Deutsche Börse Photography Foundation Prize
Wolfgang Tillmans erhält Roswitha-Haftmann-Preis
Gitte Zschoch wird neue Generalsekretärin des Goethe-Instituts
Oscar Cueto. Entwurf für kein Museum
Jonas Englert erhält 2026 RE-SEARCH - ZF-Forschungsstipendium
Jiajia Zhang erhält Art Vontobel Contemporary Photography Prize – «A New Gaze»
Kulturelle Vielfalt in Gefahr
ART-Kuratorenpreis: Die beste Ausstellung des Jahres 2025
Raquel Villar-Pérez erhält Curatorial Fellowship
Deutscher Pavillon auf der Biennale di Venezia 2026
In memoriam: Alexander Kluge (1932 – 2026)
Teilnehmer*innenliste der Manifesta 16
Markus Hoffmann erhält den Preis der Dr. Franz und Astrid Ritter-Stiftung 2026
Ernst von Siemens Preis für Kunst und Handel
Nezaket Ekici erhält den MO_Kunstpreis 2026
Otto Steinert-Preis. DGPh-Förderpreis für Fotografie
Astrid Becker ist die neue Leiterin des Kupferstichkabinetts im HAUM
Hendrike Nagel übernimmt die Leitung des Dortmunder Kunstvereins
Fynn Ribbeck erhält Max Ernst-Stipendiaten 2026
Gabriele Stötzer erhält Goslarer Kaiserring 2026
documenta archiv mit neuer Website
Claudia Emmert tritt Intendanz des Kunstmuseums Bonn an
Nnena Kalu gewinnt den Turner-Preis 2025