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B3 Biennale

Sammlung Grässlin


Eingabedatum: 04.05.2006


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Die Stiftung Grässlin eröffnet mit dem KUNSTRAUM GRÄSSLIN und den RÄUMEN FÜR KUNST in St. Georgen im Schwarzwald eine neue Form des Sammlermuseums. Die Einweihung des Neubaus KUNSTRAUM GRÄSSLIN findet kurz vor Beginn der Art Basel am 10. Juni 2006 statt. Hier werden Arbeiten von Mike Kelley, Martin Kippenberger und Albert Oehlen gezeigt. In den RÄUMEN FÜR KUNST wird ein Überblick über die Sammlung Grässlin präsentiert.

Im Bereich der Gegenwartskunst sind in den vergangenen Jahren eine Reihe beachtenswerter Privatsammlungen gewachsen, deren herausragendes Kennzeichen der direkte Kontakt des Sammlers mit den Künstlern seiner eigenen Generation und ihren Werken ist. Die Familie Grässlin gehört zu diesem Kreis ambitionierter Sammler. Im Gegensatz zu anderen Privatsammlungen kann man die Sammlung Grässlin eher als ein Gruppenunternehmen, als eine Art Kollektiv sehen, an dem die fünf Familienmitglieder – Anna, Bärbel, Thomas, Sabine und Karola Grässlin – beteiligt sind und in dem sich die unterschiedlichen Positionen der Beteiligten widerspiegeln.
Die Wurzeln der Sammlung Grässlin liegen in den 70er Jahren, als die Eltern Dieter und Anna Grässlin begannen, Werke des deutschen Informel zusammenzutragen. Dass es sich hierbei um Namen handelt, die heute klassische kunsthistorische Werte verkörpern, spricht für den Mut und die Weitsicht des Ehepaares Grässlin. Ihre Kinder Bärbel, Thomas, Sabine und Karola begannen 1981, Künstlerpositionen der 80er Jahre zu sammeln. Ihr Augenmerk richtete sich erneut auf die Kunst der unmittelbaren Gegenwart, worin sich auch der Glaube an die Kräfte dieser Kunst äußerte, gleichzeitig aber auch das Bedürfnis, sich mit dem Neuen auseinander zu setzen. Ein riskantes Unterfangen, denn die Kunst der 80er Jahre, für die sie sich entschieden, war keineswegs gefällig und bei weitem nicht unumstritten. Vielmehr wurden Werke von Werner Büttner, Martin Kippenberger und Albert Oehlen wie auch die plastischen Arbeiten von Isa Genzken, Hubert Kiecol, Georg Herold oder Meuser als sperrig, zynisch oder gar anmaßend empfunden. Positionen, die durch Ironie und Desavouierung dem bürgerlichen Verständnis von zeitgenössischer Kunst widersprachen. Seit Anfang der 90er Jahre wird die Sammlung durch internationale junge Positionen wie Kai Althoff, Cosima von Bonin, Tom Burr, Mark Dion, Michael Krebber, Simon Dybbroe Møller, Christian Philipp Müller, Vincent Tavenne oder Jan Timme erweitert, die sich mit konzeptuellen Fragestellungen und Ortsbezogenheit auseinandersetzen.
Das Konzept der Sammlungspräsentation setzt auf eine Vernetzung mit der lokalen Stadtstruktur – der Neubau KUNSTRAUM GRÄSSLIN wird begleitet von dem bereits seit 1995 bestehenden Projekt RÄUME FÜR KUNST, das leerstehende Ladenlokale und ehemalige Einzelhandelsgeschäfte als Ausstellungsorte nutzt. Der Museumsbesuch wird so zum Stadtspaziergang. Der KUNSTRAUM GRÄSSLIN, das Lager und das Restaurant Kippyʼs wurden von dem Kölner Architekten Lukas Baumewerd entworfen. Drei autonome Baukörper fügen sich zu einem Ensemble zusammen. Jedem Kubus ist eine klare Funktion zugeschrieben (Ausstellung, Kommunikation / Gastronomie, Kunstlager). In regelmäßigen Abständen sollen im Ausstellungsraum wie in den externen RÄUMEN FÜR KUNST künstlerische Positionen aus dem Sammlungsbestand präsentiert werden.
Der Neubau befindet sich im Ortskern eines typischen Schwarzwälder Industriestädtchens. Der große Vorplatz mit Gastronomie sowie die offene Schaufensterfront, die die Situation der RÄUME FÜR KUNST im Ort widerspiegelt, dient als Willkommensgruß an die Bürger sowie an die an- und durchreisenden Touristen und Kunstinteressierten.
Die Stiftung Grässlin wurde im Jahr 2004 von der Familie Grässlin gegründet, um den Ausstellungsbetrieb zu tragen. Alle Familienmitglieder vereint die persönliche Bindung an den Ort. „Jenseits der pittoresken Schwarzwaldidylle sollen von dem KUNSTRAUM-Ensemble Impulse für die Gemeinde ausgehen. Wir erhoffen uns ein lebendiges Haus, das Gäste auch von auswärts in die Stadt lockt.“ (Familie Grässlin)

Sammlung Grässlin












Weiteres zum Thema: Sammlung



Hello from Bloomer. Viele Grüße aus Wismar (22.12.2001)


Schon früher hat die Berliner Fotografin Wiebke Loeper (geb. 1972) sich in ihren Arbeiten mit ihrer unmittelbaren Vergangenheit auseinandergesetzt. Orte der Kindheit und Jugendzeit in Ostberlin hat sie mit der Kamera besucht, sie mit alten Fotografien ihrer Eltern und ihren Erinnerungen verglichen. In "Hello from Bloomer. Viele Grüße aus Wismar" geht sie noch einen Schritt weiter in die Zeit zurück. Der Ausgangspunkt ist dieses Mal das Schicksal des Großvaters, des Fleischers Willi aus Pommern und dessen Bekannten, der ebenfalls Willy heißt und den gleichen Beruf erlernte. Während Großvater Willi nach Mecklenburg zog, wanderte der andere Willy jedoch nach Amerika aus und ließ sich in Bloomer, Wisconsin nieder. Loeper hat in ihren Arbeiten das Lebensumfeld der beiden Fleischer festgehalten: Wohnzimmer, Arbeitsplatz, Garten, Erinnerungsecken. In der Ausstellung sind die beiden Blöcke klar voneinander getrennt und mit Texten von Loeper kombiniert. Die Frage nach der eigenen Biografie, die sich die Fotografin gestellt zu haben scheint, beantwortet sich vielleicht aus den Bildern: Zwar gibt es Unterschiede, gerade in der Farbigkeit, aber bei näherem Hinsehen entdeckt man an beiden Orten den gleichen rosa Badezimmervorhang, die gleiche Wohnzimmerstehlampe und ähnliche Fotoecken.
Loeper setzt die Fotografie zuerst in ihrer ursprünglichen Funktion des Konservierens und Dokumentierens ein; wie sie selbst sagt, möchte sie das Wissen, die Geschichten und das Leben ihres Großvaters bewahren und weitergeben. Darüber hinaus sind ihre Arbeiten jedoch über das individuelle Schicksal hinaus die Suche nach der Identität einer ganzen Generation, die mit dem Untergang der DDR ihre Vergangenheit scheinbar verloren hat. Eine Suche, die vielleicht zu Umwegen führt, berechtigtermaßen vollkommen subjektiv ist und letztendlich dem Betrachter zeigt, daß Loeper genauso viele Geschichten wie ihr Großvater zu erzählen hat und ihre Biografie neu schreibt.

Loepers Projekt in einem Buch festzuhalten ist ein Glücksfall; ihre Vorliebe für das Bewahren von Vergangenem und das Arbeiten mit unterschiedlichen Medien findet so eine ideale Form. Hier sind die Fotografien aus den USA und der DDR ohne Kommentar nebeneinandergestellt, in einem Textheft sind u. a. Erzählungen des Großvaters festgehalten. Auf einer beiliegenden CD-ROM hat die Fotografin Prozesse aus dem Arbeitsablaufs der amerikanischen Fleischer dokumentiert, die in der nächsten Generation nicht mehr fortgesetzt werden.

Zum Abschluss wird Wiebke Loeper am 19. Januar um 18 Uhr eine kleine Werkschau präsentieren und eine Einführung in ihre Arbeitsweise geben.

Das Buch "Wiebke Loeper. Hello from Bloomer. Viele Grüße aus Wismar. Eine Sammlung von Bildern aus Pommern, Mecklenburg und Wisconsin" ist bei der editition j. j. heckenhauer, Berlin 2001 erschienen. 28 farbige und 17 Duotone Abb. Mit deutsch-englischen Textauszügen von Richard Sennett sowie einer CD-ROM mit Videosequenzen. ISBN: 3-9806079-2-5, DM 68,-
Die Ausstellung ist bis zum 19. Januar 2002 (vom 22.12. - 6.1. geschl.) Mi - Fr 15 - 19, Sa 14 - 18 Uhr zu besichtigen bei Photography now, Invalidenstr. 115. 10115 Berlin, Tel.: 030-27 59 62 10.

Christine Roth für art-in-berlin.

Museum Ludwig Köln (11 / 01)



Alte Strukturen lösen sich auf

Nachdem im Januar diesen Jahres das Wallraf-Richartz Museum aus den gemeinsamen Räumlichkeiten am Dom zu Köln auszog, baute nun auch das Ludwig Museum um. Obwohl das architektonisch auffällige Museum Ludwig schon seit seiner Eröffnung 1986 als ernst zu nehmendes Museum für Gegenwartskunst galt, war es doch in letzter Zeit ruhig geworden um das Museum, dass seine Bekanntheit in erster Linie der Pop-Art Sammlung Ludwig verdankte.
Jetzt setzt die neue Leitung unter Kaspar König auf neue Kuratoren (Ulrich Wilmes, vormals Kurator im Lehnbachhaus, München und Thomas Weski, Fotoabteilung Sprengelmuseum, Hannover) und ergänzt die bisherigen Schwerpunkte deutscher Expressionismus, Pop-Art und die Picasso-Sammlung mit bisher nicht vertretenen Positionen zum Museum unserer Wünsche (u.a. Marcel Broodthears,Ed Ruscha, William Eggleston und Candida Höfer).
Zur Neueröffnung am 1. November 2001 werden in den zwei neuen Projektsälen - benannt nach AC für Gleichstrom und DC zur Wechselstrom -die Werke der Künstler/innen Isa Genzken und Wolfgang Tillmans, sowie Thomas Bayrle und Bodys Isek Kingelez in Kombination gesetzt.

Adresse:
Bischofsgartenstr. 1
50667 Köln
Tel.: 0221-221-22370
Fax: 0221-221-24114
E-Mail: ml@ml.museenkoeln.de

Museum Ludwig , Köln

Ausstellung:
Projekträume AC/DC: Isa Genzken/Wolfgang Tillmans und Thomas Bayrle/Isek Kingelez

Öffnungszeiten:
Di. 10 - 20 Uhr
Mi. -Fr. 10 -18 Uhr
Sa. -So. 11 -18 Uhr
Montags geschlossen

Silke Lemmes für art-in.de
  • Hello from Bloomer. Viele Grüße aus Wismar (22.12.2001)

  • Museum für Gegenwartskunst in Siegen (09 / 01)

  • Teile der Sammlung Grothe kommen unter den Hammer (Feb. 02)

  • Kunstszenarien in Unternehmen

  • Neue Auktionskategorie bei Christie's in New York: The House Sale (02.02)

  • Stiftung Museum Schloss Moyland (11.01)

  • Museum Folkwang Essen (02 / 02)

  • Arnaults Rückzug (03.02)

  • Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K21+ K20 (04 / 02)

  • Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin (01 / 02)

  • Mai-Auktion Moderne & Gegenwart von Ketterer Kunst in Hamburg

  • Museum für Neue Kunst im Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) (05 / 02)

  • Nationalgalerie Berlin. Das XIX. Jahrhundert

  • Art Bodensee 2013 mit internationalen Galerien

  • Dieter Roth Foundation (5.5.02)

  • Hamburger Auktionen von Ketterer Kunst

  • Stiftung Museum Schloss Moyland (12 / 01)

  • Museum Küppersmühle (07 / 01)

  • Lehmbruck Museum (06 / 02)

  • Kara Walker im Kunstverein Hannover

  • Nam June Paik - Wilhelm Lehmbruck Museum

  • Die Sammlung der Deutschen Bank (7.6.02)

  • Ludwig Forum Aachen (07 / 02)

  • Die Sammlung der Ruhr-Universität Bochum (14.7.02)

  • Alex Katz - In Your Face

  • Deichtorhallen Hamburg - Neues Konzept für 2003

  • VENEZIA! Kunst aus Venezianischen Palästen.

  • Interview zu der Sammlung von Simone u. Heinz Ackermans: (Sep 02)

  • DIE WOHLTAT DER KUNST - Kunsthalle Baden Baden

  • Pinakothek der Moderne (09 / 02)

  • Kunsthalle Bielefeld (10 / 02)

  • Sammlung Goetz - Interview mit Ingvild Goetz (Nov 02)

  • Edouard Manet - Stuttgart Staatsgalerie (-9.2.03)

  • Van Ham Kunstauktionen (10.02)

  • Die Bundeskunsthalle in Bonn (11 / 02)

  • Schlussbericht Art Cologne 2002

  • Lenbachhaus München: "VERWEILE DOCH..." Die Sammlung VII im Kunstbau ( - 9.2.2003)

  • Villa Merkel: Mark Dion (bis 2.2.03)

  • VENEZIA!

  • Geist und Galanterie - Kunst- und Ausstellungshalle Bonn

  • Armoury / Arsenal in der Wandelhalle in Köln (noch bis 20. 12.02)

  • Vorschau 2003 - Kunst- und Ausstellungshalle, Bonn

  • Flick Collection - Sammlung - Hamburger-Bahnhof (01.03)

  • Hartwig Piepenbrock, ein Interview mit dem Sammler (Jan 03)

  • Das Felix-Nussbaum-Haus in Osnabrück Museum des Monats Jan. 03

  • Neues Museum. Staatliches Museum für Kunst und Design in Nürnberg (Feb /03)

  • Paul Klee im Rheinland 07.03. – 09.06.2003

  • Das Bauhaus Archiv Berlin - Museum für Gestaltung (Mär 03)

  • Photo-Kunst 1852 – 2002 Licht und Schatten (22.3. – 15.6.03)

  • Phillips, de Pury & Luxembourg: The Seagram Collection of Photographs (8.4.03)

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