Anzeige
Boris Lurie

Logo art-in.de


Vermessung der Welt. Heterotopien und Wissensräume in der Kunst




Das Museum ordnet, sammelt, bündelt, reflektiert und schließt aus. Es schafft sich Bezugssysteme und baut daraus Kartografien einer lesbaren Welt. Im Sinne ihrer erzieherischen Gründungsidee, klärt das Museum auf und bildet aufgrund von Fakten und Bezügen eine Deutung des eigenen Seins in der Bedingtheit der Umgebung. Das Museum wie auch jede Ausstellung mit den darin enthaltenen Dingen, formt sich damit zu einem reduzierten Abbild der Welt, wird zum Katalysator eines möglichen Verständnisses und zum Offenbarer abstrahierter Wirklichkeiten, die insbesondere in der zeitgenössischen Kunst im Sinne Foucaults in einer doppelten „Raum-Zeit-Gebundenheit“ stehen und sowohl in der Anordnung wie auch werkimmanent in einer zeit- und institutionsgeschichtlichen Auseinandersetzung zu sehen sind. Gerade in jüngerer Zeit haben Künstler/innen diese Aufgabe des Wissensspeichers immer wieder kritisch hinterfragt, auf seine Ausschließlichkeit und Ausschließbarkeit hin untersucht und haben museales Sammeln als eigene künstlerische Strategie erkundet.
...
Mit dem Entwerfen oder Erfinden einer Ordnung wird jedoch gleichzeitig eine Aussage mit erzeugt, wie die Welt ist und wie sie nicht ist. Jeder Versuch, ein Ordnungssystem zu entwerfen, hat also ontologische Implikationen. Er begründet eine Sichtweise beziehungsweise ein Weltbild. Genau hier liegt der Punkt, an dem Bilder für die Konstruktion von Ordnungen und für die Erzeugung einer Ontologie eine zentrale oder entscheidende Rolle spielen. Bilder sind Weltbilder, indem sie durch ihre spezifische Konstruktion Weltverhältnisse erzeugen, hervorbringen und sichtbar machen. Kunstwerke, welche Ordnungen herstellen oder systematische Strukturen entwickeln, erzeugen ein geordnetes Bild von der Welt.
In diesem Sinne befragt die Ausstellung die Art und Weise, wie zeitgenössische Kunst Ordnungssysteme entwirft und legt einen Fokus auf den Akt des Vermessens. Dieser kartografische Prozess, der zum reduzierten Abbild von Verbindungen und Sinnzusammenhängen führt, gilt als Sinnbild und als der Spiegel der menschlichen Gehirnstruktur mit dem zur Diskussion gestelltem Ziel einer übergeordneten Wissensstruktur. Damit wird letztendlich auch die Frage nach einer Differenz zwischen wissenschaftlichen Wissensordnungen und künstlerischen Wissensordnungen zum verdeckten Thema der Ausstellung. Künstlerische Systematisierung trachtet nämlich hauptsächlich danach, eine ästhetische Erfahrung ordnender Querverbindungen zu ermöglichen, sodass einerseits die Welt, wie sie sich den Künstlern und Künstlerinnen in ihren Arbeiten darstellt, besser verstanden werden kann, und andererseits das Selbst, das Teil der Welt ist, wichtige Aspekte seiner persönlichen, sozialen und kulturellen Identität erwirbt
In den Arbeiten der unterschiedlichen Künstler/innen werden Zusammenhänge an der eigenen Bedingtheit des Körpers, des Materials, der Zeit, des Raumes und auch einer ästhetischen Erfahrung ge- und vermessen. In einem Zeitrahmen von den späten 1960er Jahren bis heute tun sich für den Raum der Ausstellung wiederum Bezüge auf, die rückwärtsschauend und in sich ganze Kosmen auflisten und sich sowohl wissenschafts- wie auch kultur- und kunstgeschichtlich bedingen.

Kurator/in: Peter Pakesch, Katrin Bucher Trantow

Künstler/innen der Ausstellung: Franz Ackermann, Ai Weiwei, Stefan Arztmann, Alighiero e Boetti, Marcel Broodthaers, Wolfgang Buchner, Clegg & Guttmann, Hanne Darboven, Mark Dion, Charles & Ray Eames, Stephan Huber, Peter Kogler, Ulrike Königshofer, Joseph Kosuth, Zoe Leonard, Sharon Lockhart, Constantin Luser, Vera Lutter, Tobias Madison, Helen Mirra, Matt Mullican, Vik Muniz, Rivane Neuenschwander, Gabriel Orozco, Nam June Paik, Grayson Perry, Michelangelo Pistoletto, Dieter Roth, Daniel Spoerri, Simon Starling, Ernst Strouhal, Thomas Struth, Hiroshi Sugimoto, Superflex, Sofie Thorsen, Corinne Wasmuht, Christopher Williams, Manfred Willmann, Terry Winters, Heimo Zobernig, zweintopf

Abbildung: Stephan Huber, Myspace:Mentalstammbaummap, 2009

Öffnungszeiten
Di–So 10-18 Uhr

Kunsthaus Graz
Lendkai 1
8020 - Graz
T +43-316/8017-9200
kunsthausgraz.at

Medienmitteilung





Kataloge/Medien zum Thema: Stephan Huber



Stephan Huber:


- art berlin 2017

- documenta 8 1987

- HEIMsuchung, Kunstmuseum Bonn

- Sammlung Deutsche Bank 2020

- Sammlung zeitgenoessische Kunst der BRD
Interpretation des Bildes. Wenn Gemini ein Bild interpretiert ...Der Begriff Avantgarde in Texten zur zeitgenössischen KunstAdjektive und Beifang in Texten von MuseenDer Begriff Methode in Texten zur zeitgenössischen KunstDer Begriff Technologie in Texten zur zeitgenössischen KunstDer Begriff Politik in Texten zur zeitgenössischen KunstDas Objekt in Texten zur zeitgenössischen KunstKunstfreiheit in Texten zur zeitgenössischen KunstWas Kunst macht bzw. was macht Kunst in Texten zur KunstDer Begriff Originalität in Texten zur KunstDer Begriff objektiv in Texten zur KunstDer Begriff subjektiv in Texten zur KunstDer Begriff relativ in Texten zur KunstTitel, Thema und Moderne im Spiegel der künstlichen IntelligenzDer Begriff Heimat in Texten zur zeitgenössischen KunstDer Begriff Kontrast in Texten zur zeitgenössischen KunstDer Begriff Wiederholung in Texten zur zeitgenössischen KunstDer Begriff Gleichgewicht in Texten zur zeitgenössischen KunstWelche Gemeinsamkeiten bestehen zwischen Künstler und Publikum. 3 StandpunkteTextmining und Künstliche IntelligenzSeltsamerweise SurrealTextgenerierung (KI) ist die Fortsetzung des Textmining mit Algorithmen.Wer spricht wie über Kunst. Wörter - in Texten zu KunstmagazinenDer Begriff Verknüpfung in Texten zur zeitgenössischen Kunst.Verben - in Texten zur zeitgenössischen KunstDer - Markt - in Texten zur zeitgenössischen KunstInterview mit einem Chatbot. ChatGPTDer Begriff Buchstaben in Texten zur KunstAdjektive in Texten von Museen im Herbst 2022Der - Zweifel - in Texten zur zeitgenössischen Kunst


Anzeige
artspring berlin 2024


Anzeige
Alles zur KI Bildgenese


Anzeige
Responsive image

Anzeige Galerie Berlin

Responsive image
a.i.p. project - artists in progress




Anzeige Galerie Berlin

Responsive image
Haus am Lützowplatz / Studiogalerie




Anzeige Galerie Berlin

Responsive image
Kommunale Galerie Berlin




Anzeige Galerie Berlin

Responsive image
Stiftung Kunstforum Berliner Volksbank




Anzeige Galerie Berlin

Responsive image
Galerie 15