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Kunstpreis Aachen 2016 geht an Franz Erhard Walther

November 2016
Eingabedatum: 02.11.2016

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Franz Erhard Walther gehört fraglos zu den einflussreichsten Künstlern der vergangenen Jahrzehnte. Kaum ein Kunstschaffender hat die Definition, was Skulptur sein kann, derart frühzeitig und nachwirkend verändert wie er. Durch seine partizipativen Objekte und Textilskulpturen hat er das Verständnis von Kunst sowie das Verhältnis von Kunst und Betrachter einer grundlegenden Neubewertung und Erweiterung unterzogen. Nicht zuletzt auch durch seine langjährige Lehrtätigkeit hat er zahlreiche zeitgenössische Künstler ausgebildet und inspiriert.

Die Beziehung zwischen Werk, Künstler und Betrachter rückte in den Fokus künstlerischen Schaffens, und die Rolle des Rezipienten wurde durch Interaktion hinterfragt. Lange bevor Künstler wie Bruce Nauman u.a. ihren eigenen Körper als skulpturales Medium verwendet haben, hat Walther sich selbst und das Publikum als bildhauerisches „Material“ eingesetzt.

Nach seinem Studium bei (dem in Aachen geborenen) K. O. Götz ging Franz Erhard Walther 1967 nach New York. Bereits zwei Jahre später präsentierte er in einer Ausstellung im New Yorker MoMA seinen legendären „1. Werksatz“ – eine 58-teilige Arbeit, die heute zur Sammlung des Museums gehört. Das grundlegend Neue bei seinen Arbeiten der 1960er-Jahre war die Einbeziehung des ursprünglich zur Kontemplation verdammten Betrachters in den skulpturalen Prozess. Die Ausstellungsbesucher hatten die Möglichkeit, die aus textilen Materialien bestehenden Werke zu benutzen, die als „Angebote“ vom Künstler in der Ausstellung präsentiert wurden. Die Arbeiten konnten aufgefaltet, neu arrangiert oder zwischen mehreren Besuchern aufgespannt werden. Entsprechend dieser Grundidee lautet auch die erste Publikation von Franz Erhard Walther „OBJEKTE, benutzen“ (1968; neu aufgelegt 2013).

Der aktive Umgang mit einem künstlerischen Angebot, die Erfahrung der Haptik von Stoffen und Materialien, das Empfinden der eigenen Körperlichkeit und das daraus resultierende Handeln im Raum machen auch heute noch das Werk von Franz Erhard Walther zu einem außergewöhnlich zeitgenössischen Beitrag. Seine Arbeit lässt sich als Synthese aus Prozesskunst, Minimal Art und Konzeptkunst deuten und steht mit zahlreichen wichtigen Positionen der zeitgenössischen Kunst im Dialog.

Wenn es in der Definition des Kunstpreis Aachen heißt, dass der oder die Ausgezeichnete die internationale Kunstszene mit wesentlichen Impulsen bereichert hat, dann dürfte diese Definition innerhalb der letzten Jahrzehnte für kaum einen Künstler bzw. Künstlerin zutreffender sein als für Franz Erhard Walther.

Kunstpreis Aachen
Der mit 10.000 Euro dotierte Kunstpreis Aachen wird alle zwei Jahre einem bildenden Künstler bzw. Künstlerin verliehen, dessen Arbeiten der internationalen Kunstszene nachhaltige Impulse geben. Mit dem Preis verbunden ist eine Einzelausstellung im Ludwig Forum für Internationale Kunst.

Jury des Kunstpreises Aachen 2016: Prof. Dr. Pia Müller-Tamm, Direktorin der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe; Dr. Thomas Köhler, Direktor der Berlinischen Galerie; Rein Wolfs, Intendant der Bundeskunsthalle, Bonn; Dr. Andreas Beitin, Direktor des Ludwig Forum Aachen; Ernst Höhler, Vorsitzender des Vereins der Freunde des Ludwig Forums e.V..

Der Kunstpreis Aachen ist eine Stiftung der Freunde des Ludwig Forums für Internationale Kunst e.V. und wird ermöglicht durch eine Kooperation mit der Stadt Aachen und der Aachener Wirtschaft.

Bisherige Träger des Kunstpreises Aachen
Paulina Olowska (2014), Phyllida Barlow (2012), Pawel Althamer (2010), Aernout Mik (2008), Roman Signer (2006), Andreas Slominski (2004), Tacita Dean (2002), Michael Asher (2000), Richard Tuttle (1998), Katharina Fritsch (1996), Christian Boltanski (1994), On Kawara (1992), Ilya Kabakov (1990), Richard Long (1988), A.R. Penck (1985) sowie Luciano Fabro (1983).

aachen.de



Presse



Franz Erhard Walther:


- A Tale of Two Worlds 2017

- Art Basel 2013

- Art Basel Hong Kong 2018

- Art Basel Miami Beach 2013

- art basel miami beach, 2014

- Biennale Venedig 2017

- Daimler Art Collection

- documenta 7, 1982

- documenta 8, 1987

- Ernst Franz Vogelmann-Preis

- evn sammlung

- Gallery Weekend Berlin 2019

- Kunstverein Hamburg 2017

- Manifesta 11, 2016

- Medienturm Kunstverein Graz

- MoMA Collection

- Sammlung Deutsche Bank, Frankfurt

- Sammlung MMK, Frankfurt

- Sammlung zeitgenoessische Kunst der BRD

- ZKM Sammlung, Karlsruhe
  • Martin Kippenberger: Retrospektive zum 50. Geburtstag(8.2. - 27.4.03)

  • Verschluckt* und geschützt - 1500 Jahre Sonderschutz für 50 Kunstwerke

  • Vom Informel bis heute, Städtische Galerie Erlangen (8.10.-20.11.05)

  • Leibesübungen. Vom Tun und Lassen in der Kunst - Kunsthalle Göppingen (16.9.-18.11.07)

  • Beziehungsarbeit – Kunst und Institution

  • MMK 1991-2011. 20 Jahre Gegenwart

  • Der dritte Raum

  • Beuys Warhol Polke & Co

  • Atelier + Küche = Labore der Sinne

  • Franz Erhard Walther. Raum durch Handlung

  • Faktor, Robakowski, Sandfort – Pioniere der sozialen Medien

  • Santiago Sierra

  • art news today

  • Franz Erhard Walther

  • Buchliste

  • John Bock. Der Pappenheimer

  • Aktuelle Buchliste

  • Letzte Tage der Ausstellungen in Hamburg, Wien, Frankfurt, Bochum, Wuppertal und Graz

  • Santiago Sierra

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  • Room Service

  • Claus Bremer: mitspiel theater und poesie 1949–1994

  • Thomas Schütte - Preisverleihung und Ausstellung

  • Franz Erhard Walther

  • Jahresgaben der Kunstvereine

  • Datenblätter und Kunstkompass

  • Kostas Murkudis und die Sammlung des MMK

  • STELLUNG NEHMEN

  • viennacontemporary

  • DAVID CLAERBOUT. DIE REINE NOTWENDIGKEIT

  • Kunstpreis Aachen 2016 geht an Franz Erhard Walther

  • Künstlerliste 2018

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  • Ernst Franz Vogelmann-Preis für Skulptur 2017 für Richard Deacon

  • Primary Structures. Meisterwerke der Minimal Art

  • Skulpturen aus Papier. Von Kurt Schwitters bis Karla Black

  • Auto Vision. Medienkunst von Nam June Paik bis Pipilotti Rist

  • Duett mit Künstler_in

  • Kunst ins Leben!

  • HFBK Hamburg – 250 Jahre Kunstausbildung in Hamburg

  • Thorsten Brinkmann: Life is funny, my deer

  • Sammlung Kienzle im Kunstmuseum Liechtenstein

  • Künstlerliste 2017

  • A Tale of Two Worlds

  • Künstlerliste mit Biennalebeteiligungen

  • Künstlerliste mit nur einer bzw. zwei Biennalebeteiligung

  • Der Begriff oder/I in Texten zur zeitgenössischen Kunst

  • Der Begriff oder/III in Texten zur zeitgenössischen Kunst

  • Christian Falsnaes

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