Auswertung der Flugdaten - K21 Ständehaus, Düsseldorf


Eingabedatum: 20.09.2010


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Kunst der 80er. Eine Düsseldorfer Perspektive

Kuratoren: Julian Heynen, Valeria Liebermann

Die Ausstellung „Auswertung der Flugdaten“* wirft ein Schlaglicht auf die Kunst der 80er Jahre aus Düsseldorfer Perspektive. Es werden Arbeiten von zehn heute international bekannten Künstlern präsentiert, die aus dem Umfeld der Akademie in Düsseldorf stammen. Ergänzt wird diese Auswahl mit Arbeiten von sieben Künstlern aus anderen Ländern, die ähnliche Haltungen, Ziele und Arbeitsweisen haben. Zu sehen sind fast 70 teils vielteilige Skulpturen, Installationen und Fotografien unter anderem von Richard Deacon, Katharina Fritsch, Andreas Gursky, Reinhard Mucha, Thomas Schütte und Jeff Wall.

Die 80er Jahre werden häufig als konservativ und in der Kunst als ereignislos verkannt. In Wirklichkeit kündigen sich in diesem Jahrzehnt radikale Umbrüche an. Der Ost-West-Konflikt löst sich langsam auf und das Zeitalter der Globalisierung wird in seinen Umrissen deutlich. Eine breitere Öffentlichkeit nimmt die zeitgenössische Kunst in bisher nie gekannter Weise wahr, sie wird nun zu einem wichtigen Teil der Kulturindustrie.

In Düsseldorf übt die Kunst der international ausgerichteten Szene der 60er und 70er Jahre etwa von Bruce Nauman, Daniel Buren, Marcel Broodthaers und anderen im Umkreis von Akademie und Galerien weiterhin ihren Einfluss aus. Jüngere Künstler wie Schütte, Mucha, Gerdes oder Fritsch vertrauen hier weniger dem scheinbaren Aufbruch einer neo-expressiven Malerei, wie sie damals weite Teile der deutschen Kunst bestimmt hat. Stattdessen versuchen sie, das kritische Potential der Avantgarde aufzunehmen, wollen es dabei aber nachhaltig erweitern und verändern. So erhalten beispielsweise das Bildhafte, die Metapher, die Erzählung, die Erinnerung und die Inszenierung ein neues Gewicht. In ihrer Kunst reflektiert diese späte Moderne sich selbst, öffnet sich aber gleichzeitig den Themen und Formen der zeitgenössischen Lebenswelt. Im Zentrum steht dabei die Skulptur in ihren verschiedenen Ausprägungen, aber auch die Fotografie, die von Düsseldorf aus ihre endgültige Positionierung als Bildende Kunst weltweit durchsetzt.

„War der Neo-Expressionismus wirklich der Ausweg aus der Krise der Moderne?“, fragt Kurator Julian Heynen: „Die Ausstellung zeichnet ein anderes Bild. Sie möchte eine reflektierende und sinnliche Kunst auf der Höhe des Epochenumbruchs der so genannten Postmoderne zeigen – und zwar in ihrer Vielfalt und in ihren Divergenzen.“

„Auswertung der Flugdaten“ wirft einen konzentrierten Blick auf ein Jahrzehnt, in dem die Düsseldorfer wie die deutsche Kunst von großer internationaler Bedeutung waren. Alle gezeigten Werke stammen aus den 80er Jahren; sie gehören zu den Schlüsselarbeiten, mit denen die Künstler damals das erste Mal an eine größere Öffentlichkeit traten. Die Ausstellung demonstriert, wie die Künstler in der „neuen Unübersichtlichkeit“ nach dem Ende der Avantgarden zentrale Aspekte der modernen Kunst neu interpretiert und somit bis heute wirkende Impulse für die nach-moderne Situation geben.

Beteiligte Künstler
Richard Deacon
Fischli/Weiss
Katharina Fritsch
Isa Genzken
Ludger Gerdes
Andreas Gursky
Candida Höfer
Harald Klingelhöller
Jeff Koons
Reinhard Mucha
Thomas Ruff
Thomas Schütte
Cindy Sherman
Thomas Struth
Jeff Wall
Franz West

Begleitpublikation zur Ausstellung

Zur Ausstellung erscheint die Publikation Es geht voran. Kunst der 80er. Eine Düsseldorfer Perspektive, eine Dokumentation zur Düsseldorfer, deutschen und internationalen Kunstszene der 80er, 336 Seiten, 750 Abbildungen in Farbe,
Autorin: Brigitte Kölle, Prestel Verlag, Preis im Museum 29,90 EUR .


* Titel der Ausstellung nach dem gleichnamigen Gedichtband von Thomas Kling: „Auswertung der Flugdaten" © 2005 DuMont Buchverlag.

Förderer der Ausstellung
Die Ausstellung wird gefördert von der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West. Medienpartner ist das Handelsblatt.

Abbildungen:
- Installationsansicht Fritsch / Ruff
Installationsansicht „Auswertung der Flugdaten. Kunst der 80er. Eine Düsseldorfer Perspektive“ mit Arbeiten von Thomas Ruff und Katharina Fritsch, Katharina Fritsch, Thomas Ruff: © VG Bild-Kunst Bonn, 2010
Foto: Achim Kukulies, Düsseldorf
© Kunstsammlung NRW

- Installationsansicht Gerdes
Installationsansicht „Auswertung der Flugdaten. Kunst der 80er. Eine Düsseldorfer Perspektive“ mit Arbeiten von Ludger Gerdes, Ludger Gerdes: © VG Bild-Kunst, Bonn 2010
Foto: Foto: Achim Kukulies, Düsseldorf
© Kunstsammlung NRW

Ausstellungsdauer: 11. September 2010 – 16. Januar 2011

Öffnungszeiten: dienstags bis freitags 10.00-18.00 Uhr
samstags, sonntags und feiertags 11.00-18.00 Uhr
montags geschlossen

Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen
K20 GRABBEPLATZ
Grabbeplatz 5
40213 Düsseldorf
Tel 0211.83 81-130
Fax 0211.83 81-201/2

kunstsammlung.de









Daten zu Katharina Fritsch:


- Art Basel 2013

- Art Basel Hong Kong 2014

- Art Basel Miami Beach 2013

- art basel miami beach, 2014

- Biennale Venedig 2011

- Flashback - Museum für Gegenwartskunst, Basel, 2006

- Flick Collection

- Kunstpreis Aachen

- Manifesta 10, 2014

- Matthew Marks Gallery

- MoMA Collection

- S.M.A.K. Sammlung, Gent

- Sammlung 20. 21. Jh. Kunstmuseum Basel

- Sammlung Deutsche Bank, Frankfurt

- Sammlung F.C. Flick

- Sammlung MMK, Frankfurt

- Sammlung zeitgenoessische Kunst der BRD

- Skulptur Projekte Münster 1987

- White Cube - Gallery

- ZKM Sammlung, Karlsruhe

Weiteres zum Thema: Katharina Fritsch



Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K21+ K20 (04 / 02)


Am 18. April 2002 war es soweit, die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen wurde durch ein zweites Haus ergänzt: K21. Anders als im Mutterhaus werden hier auch die neuen Medien stärker zur Geltung kommen, d.h. Foto, Video, Installation u.a. Also ein Museum für die internationale Kunst der Gegenwart, sozusagen als Fortsetzung des Haupthauses. K 20 bleibt als Haupthaus das Zentrum, während K21 den Status einer Dependance hat.

K20, das Mutterhaus am Grabbeplatz liegt am Rand der Düsseldorfer Altstadt. Das Gebäude mit der elegant geschwungenen Fassade wurde von dem dänischen Architektenteam Dissing+Weitling entworfen und 1986 eröffnet.
Das Profil des Museums liegt in der westeuropäischen und amerikanischen Malerei des 20. Jhs. Neben einer kleinen Werkgruppe der französischen Fauves, sind dort Hauptwerke des Kubismus und Expressionismus zu sehen. Außerdem besitzt die Kunstsammlung 94 Werke von Paul Klee und hat damit den zweitgrößten Besitz des Künstlers in Deutschland. Die europäische Malerei ist mit der italienischen Pittura Metafisica und surrealistischen Werken vertreten. Die amerikanische Malerei ist u.a. durch Arbeiten von Pollock vertreten. Aber auch Arbeiten der Pop-Ikonen Warhol, Johns und Rauschenberg werden ausgestellt.
Seit 1989 lädt die Kunstsammlung in unregelmäßigen zeitlichen Abständen internationale Künstler zur Herstellung einer neuen Arbeit für die große Ausstellungshalle mit ihren extremen Dimensionen ein. Seither konnten speziell für diesen Raum konzipierte Werke von Dani Karavan, Richard Serra, Richard Long und Daniel Buren gezeigt werden.

Ausstellung: Gerhard Merz
Fragment Grande Galerie I-XIV
23.02. – 15.09.02

Parallel zur Eröffnung von K 21 wird Gerhard Merz im Rahmen dieser erfolgreichen Ausstellungsreihe am Grabbeplatz ein weiteres Projekt realisieren.
Für die große Ausstellungshalle hat der Künstler eine tonnengewölbte, helle Passage von 33 m Länge entworfen, die auf den Raumtypus der Grande Galerie des Louvre verweist. Klassizistisches wird in äußerster Reduktion zitiert und daraus ein «anderer» Klassizismus als Reflexionsform der Gegenwart konstruiert.
Adresse: K 20
Grabbeplatz 5
40213 Düsseldorf

Tel: 0221-8381-130
Internet: kunstsammlung.de/

Öffnungszeiten: Di – Fr 10-18 h
Sa und So 11-18 h / Jeden 1. Mittwoch im Monat 10-22 h
K21 – befindet sich im ehemaligen Landesparlament von Nordrhein-Westfalen, im sogenannten Ständehaus, im Süden der Düsseldorfer Innenstadt im Park am Kaiserteil. Das Gebäude war 1880 als Ständehaus für die Versammlung der Provinzialstände von dem späteren Berliner Dombaumeister Julius Raschdorff im historistischen Stil der Neorenaissance errichtet worden. Für K21 wurde das ehemalige Landesparlament, das seit dem Umzug des Landtages im Jahr 1988 nicht mehr benutzt wurde von den Architekten Kiessler+ Partner in ein funktionales, aber auch eindrucksvolles Museum verwandelt.
Neben dem Einbau der für museale Belange notwendigen Technik wurden die historischen Elemente des Baus wie Kreuzgewölbe, Stützen, Kapitelle und Fassaden erhalten und behutsam restauriert. Der in der Vergangenheit mehrfach erweiterte Plenarsaal besitzt jetzt wieder sein ursprüngliche Dimension von 1880, während das östliche Haupttreppenhaus vom 2. OG mit einer neuen freischwebenden Treppenkonstruktion bis zur Kuppel hinauf geführt wird. Eine Glaskuppel überspannt das gesamte Haus und den Innenhof. Im Kuppelraum findet ein Skulpturengarten Platz, zudem werden auf der bühnenartigen Mittelfläche Veranstaltungen unterschiedlichster Art stattfinden, die das Museumsprogramm ergänzen.

Damit verfügt die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen über ein zweites Haus in Düsseldorf. Das Programm des zweiten Hauses beginnt in der Zeit um 1980, als die postmoderne Wende die historischen Vorstellungen von Moderne und Avantgarde lockerte und erweiterte. Die Kunst fing damals an, ihre eigene Geschichte kritisch zu überdenken, gab dem Bild und der Metapher ebenso wie der Heterogenität und der Ambivalenz eine neue Bedeutung. Zugleich fand eine Ausweitung der künstlerischen Medien statt.

Die Eröffnungspräsentation steht unter dem Titel Startkapital. Damit ist sowohl die konkrete Situation der jungen Institution gemeint als auch die Kunst selbst als unverzichtbares Kapital des Menschen. Gezeigt wird ein vielfältiges Panorama von Marcel Broodthaers, Nam June Paik und Imi Knoebel, ein großes Skulpturenensemble von Thomas Schütte sowie Fotografien von Bernd und Hilla Becher, Andreas Gursky, Thomas Ruff, Thomas Struth und Jeff Wall.
Maßgebliche Unterstützung erfährt die Gründungsphase von K21 durch zahlreiche Dauerleihgaben aus der Sammlung von Simone und Heinz Ackermans, deren Schwerpunkt auf figurativen Skulpturen und Installationen seit den 80ern liegt. Dazu zählen unter anderen künstlerische Positionen von Katharina Fritsch, Robert Gober, Ilya Kabakov und Franz West. Gezeigt werden aber auch Arbeiten aus dem Bereich der Videokunst von Bill Viola, Tony Oursler und Paul Pfeiffer, die zu den neuesten Erwerbungen der Sammlung Ackermans gehören.

Die Zusammenarbeit mit zwei weiteren rheinischen Privatsammlungen trägt zu einer zusätzlichen Stärkung an hand von Dauerleihgaben bei: In wechselnden Ausschnitten werden die Sammlungen von Reiner Speck (Köln) sowie von Gaby und Wilhelm Schürmann (Herzogenrath) vorgestellt.

Im Untergeschoss befindet sich außerdem ein weiterer Raum, für Wechselausstellungen, in dem zum Auftakt Werke von Katharina Fritsch gezeigt werden.


Adresse: K 21
Ständehaus 1
40217 Düsseldorf
Tel. 0211. 83 81- 600

Öffnungszeiten: entsprechen denen von K20

Die ersten Publikumstage (20. und 21.04.02) sind Eintritts frei.

Katharina Fritsch - K21 Kunstsammlung im Ständehaus


Die Premierenausstellung im gerade eröffneten K21 zeigt Katharina Fritsch in einer retrospektiv angelegten Ausstellung. Damit wird ihr Werk in Deutschland zum ersten Mal in diesem Umfang ausgestellt und das in der Stadt, in der die Künstlerin seit ihrer Akademiezeit lebt und arbeitet. International ist ihr Œuvre wohl an- und bekannter als in ihrem Heimatland, was sich auch daran zeigt, dass die Ausstellung eine Kooperation mit der Tate Modern in London ist.

Internationales Aufsehen erregte Fritsch erstmals mit ihrem Elefant, der 1987 im Krefelder Kaiser Wilhelm Museum gezeigt wurde und der auch hier ausgestellt ist, allerdings nicht in der Ausstellung, sondern in den Ausstellungsräumen der oberen Etagen. Das Werk weckte das Interesse der Besucher und löste zugleich Diskussionen in den europäischen und amerikanischen Kunstzeitschriften aus, was dazu führte, dass die lebensgroßen Skulpturen der Künstlerin zu ihrem Aushängeschild wurden. Zehn Jahre später war eine lebensgroße Madonnenfigur bei Skulptur Projekte in Münster zu sehen. Die eigens dafür geschaffene Figur, in neongelb, erwies sich schnell als eine der meist diskutierten und kontroversesten Arbeiten in der Ausstellung – gerade im katholischen Münster.
In der Ausstellung im K21 ist die Madonnenfigur - in Form von Multiples - im Warengestell zu sehen. Das erste Warengestell fertigte Fritsch zum Abschluss der Akademiezeit (1979-84), allerdings mit völlig anderer Bestückung. Bei den jetzt ausgestellten Warengestellen ist die Grammatik des Angebots durch die Vervielfachung eines einzelnen Gegenstandes im Überangebot ersetzt worden.
Die Skulpturen von Katharina Fritsch waren für den jeweiligen Ausstellungsraum konzipiert, bzw. sind eine individuelle Reaktion auf die Raumsituation, so dass die Ausstellung im K21 – auch wenn sie schon in der Tate zu sehen war – einen neuen Charakter bekommt und durch drei Arbeiten ergänzt wird, die in London nicht zu sehen waren. Themen, mit denen sich die Künstlerin wiederholt auseinandersetzt, sind Warenästhetik und Konsum.

K21
Kunstsammlung im Ständehaus
Ständehausstraße 1
40217 Düsseldorf
Tel.0211-83 81-600
Fax. 0211.-83 81-601/2

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