Anzeige
Responsive image

One Million Years – System und Symptom

11. 10. 2014 – 6. 04. 2015 | Museum für Gegenwartskunst Basel
Eingabedatum: 12.10.2014

bilder

Vom 11. Oktober 2014 bis zum 6. April 2015 zeigt das Museum für Gegenwartskunst Basel Kunstwerke, die unsichtbare gesellschaftliche Systeme und Normen sichtbar werden lassen. Aus der Perspektive der Gegenwartskunst behandelt die Ausstellung die ästhetischen, kulturellen und politischen Implikationen der Systemlogik und führt künstlerische Projekte zusammen, die auf unterschiedliche Weise mit Systematik umgehen. Arbeiten von Künstlerinnen und Künstler, die sich Systematik auf besondere Weise zu eigen machen treffen auf solche, in denen die systematische Ordnung des Lebens dargestellt und der Kritik unterzogen wird. One Million Years – System und Symptom führt Werke aus der Sammlung des Kunstmuseums Basel, der Emanuel Hoffmann-Stiftung, der Hanne Darboven Stiftung Hamburg und weitere Leihgaben aus Amsterdam, Berlin und Wien zusammen. Gezeigt werden Arbeiten von Vito Acconci, Josef Albers, Christian Boltanski, Hanne Darboven, Thomas Demand, Andrea Fraser, Katharina Fritsch, On Kawara, Sol LeWitt, Bruce Nauman, Henrik Olesen, Falke Pisano, Martha Rosler, Jan J. Schoonhoven, Andreas Slominski, Simon Starling, Octavian Trauttmansdorff und Heimo Zobernig.
Modernes Leben findet in Systemen statt. In Gesellschaftssystemen, Wirtschaftssystemen, Wertesystemen, Kommunikationssystemen, Justizsystemen, Denksystemen, Gesundheitssystemen, Erziehungssystemen, Fortbewegungssystemen, Wissenschaftssystemen, Wohnsystemen, Bildungssystemen, Produktionssystemen und in vielen anderen mehr.
Systeme sind einerseits unsichtbar, andererseits allgegenwärtig. Systeme ordnen die Dinge und steuern den Alltag. Sie bestimmen Abläufe und Beziehungen. In Systemen wird Komplexität zu funktionalen Gebilden organisiert. Systeme sind Muster. Ihr Prinzip bleibt nur durch stete Wiederholung erkennbar. Oder das Muster löst sich auf. Ein Muster, das sich auflöst, ist verloren. Deswegen sind Systeme darauf ausgelegt, Widersprüche aufzuheben. Sie prüfen die Kompatibilität der Teile mit ihrem Muster. Sie folgen ihrer eigenen Logik, nur so erhalten sie sich selbst. Und was ihrer Logik folgt, fügt sich ein. Sei dies der genormte Regalboden eines weltweit vertriebenen Möbelsystems, das Datum innerhalb eines Kalendersystems, der Sprachbaustein im Telefonskript einer Service-Hotline oder schlicht die Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger, am Arbeitsmarkt teilzunehmen.

Nur das, was passt, hat Platz im System. Das Verhältnis des Systems zur Umwelt ist daher selektiv und zugleich normativ, sagt der Soziologe Niklas Luhmann. Was mit der Norm des Systems nicht kompatibel ist, wird auf symptomatische Weise zum Problem. Symptome entstehen dort, wo Systeme Komplexität reduzieren. Als Symptom kehrt zurück, was im System verdrängt wird. Nichts ist per se schon symptomatisch. Was in dem einen System als anormal bezeichnet wird, kann in dem anderen für normal befunden werden – was hier als kontraproduktiv gilt, erscheint dort als produktiv. Allein die Selbsterhaltungslogik des jeweiligen Systems setzt den Massstab dafür, was eins oder null sei.
Wenn ein bestimmtes Handeln auf die Grenzen eines Systems stösst, zeigt sich die Logik desselben. Oft erst dann. Denn an sich sind die Grenzen von Systemen und die durch sie errichteten Normen unsichtbar. Im symptomatischen Moment des Grenzfalls, der Ausnahme oder des Verstosses enthüllen sie dagegen ihr Gesicht. Aber ist es automatisch von Nachteil, wenn menschliches Handeln in Konflikt mit der Logik von Systemen gerät, symptomatisch wird? Der Philosoph Slavoj Žižek findet, man solle sein Symptom lieben wie sich selbst. Denn im Symptom ist ein „Kern des Geniessens enthalten“, ein letzter Bereich innerhalb der eigenen Existenz, der „jeder Interpretation widersteht“.
Die Ausstellung One Million Years – System und Symptom behandelt die ästhetischen, kulturellen und politischen Implikationen der Systemlogik aus der Perspektive der Gegenwartskunst. Sie führt künstlerische Projekte zusammen, die auf unterschiedliche Weise mit Systematik umgehen.

Die Ausstellung präsentiert zum einen KünstlerInnen, deren Werk selbst der Errichtung präziser und ihrer ästhetischen Eigenlogik verpflichteter Systeme folgt, zum Beispiel Josef Albers, Hanne Darboven, On Kawara, Sol LeWitt, Jan Schoonhoven oder Simon Starling. Diese KünstlerInnen erproben das Prinzip der Systematik auf kühle, auf spielerische oder oft auf derart extreme Weise, dass sie absolut systematisch jedem normalen Systemdenken einen Strich durch die Rechnung machen. Zum anderen zeigt die Ausstellung Arbeiten, die unsichtbare gesellschaftliche Systeme und Normen sichtbar werden lassen, zum Beispiel von Henrik Olesen, Martha Rosler, Octavian Trauttmansdorff, Andreas Slominski oder Heimo Zobernig. Diese Werke spüren Situationen auf, in denen die Logik eines Systems klar zutage tritt. So werfen sie Fragen darüber auf, wie soziale Identität und das vermeintlich normale Leben in Haushalt, Schule oder Justiz durch gesellschaftliche Systeme hervorgebracht werden und wo Repressalien lauern.
So treffen in der Ausstellung One Million Years – System und Symptom die Arbeiten von KünstlerInnen, die sich Systematik auf besondere Weise zu eigen machen, auf solche Werke, in denen die systematische Ordnung des Lebens dargestellt und der Kritik unterzogen wird.
Die Ausstellung führt Werke aus der Sammlung des Kunstmuseum Basel, der Emanuel Hoffmann-Stiftung, der Hanne Darboven Stiftung Hamburg und weitere Leihgaben aus Amsterdam, Berlin und Wien zusammen. Einige der gezeigten Werke wurden neu produziert bzw. adaptiert. Im Falle einiger KünstlerInnen ermöglichte die Ausstellung auch die aufwendige Restaurierung und Wiederinstandsetzung von Werken und Videomaterial – ein Aspekt, der für die Arbeit des Kunstmuseums Basel, Museum für Gegenwartskunst grosse Bedeutung hat.

Museum für Gegenwartskunst
St. Alban-Graben 8
CH-4010 Basel
kunstmuseumbasel.ch/

Presse



On Kawara:


- *in Japan.

- A Tale of Two Worlds 2017

- Art Basel 2013

- Art Basel 2016

- art berlin 2017

- art cologne 2015

- daad Stipendiat

- Das imaginäre Museum, 2016

- documenta 10, 1997

- documenta 11, 2002

- documenta 7, 1982

- Flick Collection

- Frieze LA 2019

- Galerie David Zwirner

- Galerie Rüdiger Schöttle

- Konrad Fischer Galerie

- Kunstpreis Aachen

- MoMA Collection

- Sammlung 20. 21. Jh. Kunstmuseum Basel

- Sammlung F.C. Flick

- Sammlung MMK, Frankfurt

- TALKING PIECES, Museum Morsbroich

- UNTITLED 2018

- ZEITSPUREN The Power of Now, CENTRE D'ART, Biel
  • Künstlerliste Documenta11 (05.02)

  • Painting on the Move - 3teiliger Ausstellungszyklus in Basel

  • Tacita Dean - Kunstpreis Aachen 2002

  • Flick Collection - Sammlung - Hamburger-Bahnhof (01.03)

  • Museum Morsbroich: TALKING PIECES - Text und Bild in der Zeitgenössischen Kunst (-20.04.03)

  • On Kawara im Museum Kurhaus Kleve (12.10.03 - 11.01.04)

  • Revue – Zehn Jahre Museum Kurhaus Kleve (22.04.-12.08.07)

  • OUT OF TIME - Weserburg Museum für moderne Kunst, Bremen (noch bis 2.3.08)

  • Video: Arte povera bis minimal - Sammlung Lafrenz - Museum Wiesbaden (bis 31.1.2010)

  • Slow Paintings - Museum Morsbroich, Leverkusen

  • Radical Conceptual - MMK Museum für Moderne Kunst, Frankfurt am Main

  • Pawel Althamer erhält den Aachener Kunstpreis 2010

  • MMK 1991-2011. 20 Jahre Gegenwart

  • Phyllida Barlow erhält den Kunstpreis Aachen 2012

  • Warhol: Headlines

  • Fotografie Total

  • DIA ART FOUNDATION SPRING 2013 EXHIBITION AND PROGRAM SCHEDULE

  • Rineke Dijkstra. The Krazy House

  • Kunstpreis Aachen geht an Paulina Olowska

  • Room Service

  • Subodh Gupta. Everything is Inside

  • One Million Years – System und Symptom

  • Künstler liste Ende Oktober 2014

  • more Konzeption Conception now

  • Datenblätter und Kunstkompass

  • Künstlerliste 2015 inklusive Messebeteiligungen

  • Das imaginäre Museum

  • EchtZEIT – Die Kunst der Langsamkeit

  • Kunstpreis Aachen 2016 geht an Franz Erhard Walther

  • Künstlerliste 2018

  • Primary Structures. Meisterwerke der Minimal Art

  • Künstlerliste art berlin 2017

  • Künstlerliste 2017

  • A Tale of Two Worlds

  • Künstler Kuratoren Kunstmarkt Biennalen

  • Der Begriff oder/III in Texten zur zeitgenössischen Kunst

  • ON KAWARA – ONE MILLION YEARS

  • Where Does Your Heart Belong?

  • Aachener Kunstpreis 2018 geht an Walid Raad

  • ZEITSPUREN The Power of Now

  • top



    Anzeige
    Responsive image


    Anzeige
    Responsive image


    Anzeige
    Responsive image

    Chatbot

    Was der Bot u.a. jetzt bereits beantworten kann: Was ist Kunst, was macht die Kunst, Konzeptkunst, wozu Kunst, Künstler und was macht art-in.de? Um Fragen, die er noch nicht beantworten kann, kümmern wir uns. Es ist ein Experiment im Aufbau. Wir freuen uns über alle Fragen.


    Card image cap

    Innenleben

    29.11. 2019 - 29. 03. 2020 | Haus der Kunst München

    Card image cap

    Carroll Dunham / Albert Oehlen

    30. 11. 2019 - 1. 03. 2020

    Card image cap

    Interpretation der Signatur Marcel Duchamps durch Künstliche Intelligenz

    Optimiertes Detail einer algorithmischen Studie zur Signatur Marcel Duchamps