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Bling, Bling! MindFrames: Media Study at Buffalo 1973 - 1990 im ZKM, Karlsruhe ( noch bis 18.3.07)


Eingabedatum: 25.01.2007



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"MindFrames" würde auf Deutsch übersetzt so etwas wie "Rahmen unseres Denkens und Fühlens" bedeuten. In der gleichnamigen Ausstellung des Zentrums für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe jedoch geht es nicht etwa um den Blick in unser tiefstes Inneres oder das Ausloten der Grenzen unseres Geistes, sondern um die SUNY. SUNY, das ist die State University of New York at Buffalo - die erste Universität überhaupt, die eine Abteilung für Medienkunst eingerichtet hatte.

Gerald O`Grady, eigentlich Professor für Englische Literatur, war ein Mann mit Visionen. Überzeugt davon, daß die Partizipation an der Gesellschaft nur dann möglich sei, wenn man deren Kommunikationsweise kennt und versteht, gründete er 1972 in Buffalo (N.Y.) gleich drei bedeutsame Institutionen: das Department of Media Study, das Educational Communications Center und das Zentrum Media Study. Die Institutionen operierten im Bereich der Medien-, Kommunikations- und Filmwissenschaft sowie der Medienkunst. Ihre Hauptaufgabe war die Erforschung der Kanäle und Codes in denen Kommunikation stattfindet, um die Medienkompetenz und die Medialisierung der Öffentlichkeit vorantreiben zu können.

Die Ausstellung im ZKM konzentriert sich auf die sieben internationalen Künstler und Lehrenden der SUNY, die O` Grady zur Gründung seines Medieninstitutes nach Buffalo berufen hatte. Neben den Avantgardefilmern Hollis Frampton, Tony Conrad und Paul Sharits, den Videokünstlern Steina und Woody Vasulka und dem Dokumentarfilmer James Blue war auch der heutige Direktor des ZKMs selbst, Peter Weibel, "mit von der Partie". Allesamt sind sie autodidaktische Pioniere, die das Feld der Medienkunst auf verschiedenste Art und Weise erschlossen haben und gehören inzwischen zum Kanon dieser höchst komplexen Kunstgattung.

>MindFrames< läßt sich in zwei Ausstellungssegmente unterteilen. Um den 8. und 9. Lichtof des ZKMs herum werden raumgreifende Einzelpräsentationen von Steina, Weibel, Vasulka, Frampton, Conrad, Blue und Sharits gezeigt. In vier Vorführräumen warten außerdem ca. 120 Stunden Filmmaterial auf ihre Sichtung. Die Lichthöfe sind dominiert von rhythmisch flackernden Multi - Monitor - Installationen (z.B. Vasulkas >Matrix I (black and white)< 1970-72) und Steinas riesengroßer Projektion >Mynd< (2000), in traumhafte Islandansichten den Raum erhellen. Im Gegensatz dazu vernebelt Weibels >Dumb Show< (1969/ 2006) in poetischer Stille die Sicht des Betrachters und läßt ihn aufschrecken, wenn er begreift, daß er auf der aus Wasserdampf bestehenden "Leinwand" Aufnahmen von Ausschwitzopfern zu sehen vermag.

Das Hauptsegment der Ausstellung bildet das StudioLabor, das inmitten der beiden Lichthöfe als Analysestation und digitales Archiv fungiert. Jedem der insgesamt acht Künstler und Lehrer ist hier eine einzelne Koje mit gewidmet. Ein Highlight ist sicherlich die Koje von Tony Conrad. "I can make you think of anything! ... Think of an ass!" - in seinem Video >In Line< (1986) versucht Conrad den Betrachter mit seinen oftmals ironischen Sprüchen einer Gehirnwäsche zu unterziehen - Big Brother is watching you! Nicht minder spannend sind die interaktiv angelegten Kabinen von Steina oder Paul Sharit. Wo man in Sharits Kabine einen eigenen >Flicker< Film erstellen kann, ist es in Steinas Koje erlaubt, aus ihrem Video >Trevor< (1999) ein neues Werk zu kreieren.

Ausprobieren und mitmachen!


Abbildungen: Abb. 1 - 2 : Steina >Trevor< (1999), Video, 11:00 min
Abb. 3: Peter Weibel >Dumb Show< (1969/ 2006), Projektion auf
Wasserdampf, Rekonstruktion

Mind Frames: Media Study at Buffalo 1973 - 1990

16.12.2006 - 18.03.2007
ZKM I Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe
Lorenzstraße 19
76135 Karlsruhe
zkm.de/mindframes




Stefanie Ippendorf



Peter Weibel:


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- Preisträger 2004, Käthe-Kollwitz-Preis

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  • Telematik (29.11.01)

  • Museum für Neue Kunst im Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) (05 / 02)

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  • Bewegliche Teile. Formen des Kinetischen - Museum Tinguely, Basel (9.3.-26.6.2005)

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