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Die Gernsback-Prophezeiung

Father of Science Fiction - Eine Ausstellung im ZKM | Museum für Neue Kunst

20.07.–27.10.2013 | ZKM, Karlsruhe
Eingabedatum: 29.07.2013

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Gernsback gilt heute als einer der wichtigsten Begründer der „Science Fiction“. Der Namensgeber des „Hugo Award“, mit dem alljährlich die besten Arbeiten in Science-Fiction ausgezeichnet werden, hat mit seinen Magazinen in den Jahren von 1908 an wertvolle Anregungen für erfinderische und experimentelle Arbeiten im Bereich der Technik, hier vor allem in der Elektrik und der damals gerade im Entstehen begriffenen Funk- und Radiotechnik („Drahtlose Telegraphie“) gegeben. Er hat damit die an neuen technischen Erfindungen interessierte Jugend in Amerika wesentlich beeinflusst.
Mit der Ausstellung „Die Gernsback-Prophezeiung“ dokumentiert das ZKM | Museum für Neue Kunst erstmals in Deutschland das Schaffen des „Father of Science Fiction“ Hugo Gernsback. Als Herausgeber und Autor zahlreicher Science-Fiction-Magazine und einer Vielzahl von allgemein verständlichen Zeitschriften und Büchern zu Themen wie Radio, Fernsehen, (Haushalts-)Elektronik, Bionik, Eroberung des Weltalls, Automation und Telematik leistete er einen immensen Beitrag zur Popularisierung der elektronischen Kultur in Amerika und darüber hinaus.
Der in Luxemburg geborene Hugo Gernsback (1884–1967), dessen Familie aus dem Badischen stammt, und der seine technische Ausbildung in Bingen erhielt, wanderte 1905 nach Amerika aus und begründete dort mit der Herausgabe der Zeitschrift wie Amazing Stories(1926–1929) und Wonder Stories (1929–1936) das moderne Genre der Science-Fiction-Literatur. Bereits ab 1908 gab er zahlreiche Magazine zu technischen Themen und Erfindungen wie Modern Electrics, Electrical Experimenter und Science and Invention heraus. In diesen Magazinen haben nicht nur die besten Köpfe und Ingenieure der Zeit publiziert, von Nikola Tesla bis Lee de Forest und Edwin Howard Armstrong, sondern sie enthielten bereits viele Anleitungen zum Selbstbau technischer Geräte, was heute im Internet tägliche Praxis ist. Damit hat Gernsback die an neuen technischen Erfindungen und Experimenten interessierte Bevölkerung in Amerika wesentlich beeinflusst. Da er selbst ein begnadeter Erfinder war – Gernsback war von Jugend an von den elektromagnetischen Wellen und deren Anwendungen begeistert – und über eine Reihe von Patenten verfügte, konnte er seinen Enthusiasmus und seine Expertise, seine Begeisterung und seine Kenntnisse einer Vielzahl von Lesern vermitteln. Von seinen „Prophezeiungen“ sind viele eingetreten, z. B. Sonnenkraftwerke, TV-Flachbildschirme und drahtlose Telegrafie. Besonders berühmt ist das Foto Gernsbacks mit den Teleyeglasses aus dem Jahre 1963 (veröffentlicht im LIFE-Magazin), das bereits 1936 konzipiert wurde und offensichtlich die Head-Mounted Displays der virtuellen Realität von Ivan Sutherland und anderen, wie beispielsweise der Google-Glass vorwegnimmt. Hugo Gernsback hat außerdem viele Science-Fiction-Autoren inspiriert, unter anderen William Gibson, Bruce Sterling und Rudy Rucker.
Mai 2013
Die Gernsback-Prophezeiung
Father of Science Fiction

ZKM | Zentrum für Kunst und

Medientechnologie Karlsruhe
Lorenzstraße 19
76135 Karlsruhe

zkm.de/presse


Der Hugo Award, zu Ehren von Hugo Gernsback benannt, gilt als der wichtigste Preis der ScienceFiction-Literatur und wird seit 1953 von der World Science Fiction Society jährlich verliehen. Zur Gestaltung seiner Magazine, die in der Ausstellung gezeigt werden, hat Gernsback zudem die damals besten Zeichner und Grafiker eingesetzt, darunter dem Wiener Frank Rudolph Paul, der die Zukunft der Science-Fiction-Comics (Möbius) und –Filme beeinflusste.
Kuratoren: Franz Pichler, Peter Weibel
ANNEX
The Gernsback Continuum – Eine Einführung von Peter Weibel
Der Begriff „Cyberspace“ tauchte erstmals in der Kurzgeschichte „Burning Chrome“ (1982) von William Gibson auf und bezeichnete die „mass consensual hallucination“ in den Computernetzwerken der digitalen Gemeinschaft. Damit begann das Zeitalter des Cyberspace. Im 1984 veröffentlichten Roman „Neuromancer“ von William Gibson war auch die Rede von „Matrix“. In diesem Roman wie in den nachfolgenden „Matrix“-Filmen (1999–2003) der Gebrüder Wachowski ging es um das Überleben in einer künftigen Gesellschaft, in der die computergestützte Simulation die Realität ersetzt hat und der Mensch ein Peripheriegerät der Apparatewelt wurde. Jaron Lanier und Thomas G. Zimmermann, Pioniere der Virtuellen Realität, verließen 1985 Atari und gründeten VPL Research Inc., eine Firma, welche VR-Handschuhe und -Brillen verkaufte. Cyberculture und Virtuelle Realität wurden zum Schlagwort (Howard Rheingold, „Virtuelle Welten. Reisen im Cyberspace“, 1992, Lawrence Lessig, „Code und andere Gesetze des Cyberspace“, 1999; Donna J. Haraway, „Simians, Cyborgs, and Women. The Reinvention of Nature“, 1991).

Zu den Quellen des Begriffs „cyber“ gehört allerdings vor allem das Wort „cybernetics“ nach dem Buch Norbert Wieners „Cybernetics or Control and Communication in the Animal and the Machine“ (1948). Schon 1966 schrieb Nam June Paik den Text „Cybernated Art“. Cyber Art gab es also schon in den 1960er-Jahren. Aber eine wichtige und frühe Quelle war
auch der nur in Fachkreisen bekannte „father of science fiction“: Hugo Gernsback. In einer weiteren frühen Kurzgeschichte von William Gibson mit dem bezeichnenden Titel „The Gernsback Continuum“ (1981) finden wir vielleicht den Beginn der Cyberspace-Fiction, eine neue Variante des utopischen Projektes der Science-Fiction. Gernsback steht also am
Anfang des Cyberspace-Continuums und der Cyber-Fiction, die mehr Distopia und weniger Utopia als die klassische Science-Fiction enthält.
Cyberpunk („Mirrorshades: The Cyberpunk Anthology“ von Bruce Sterling, 1986, die auch „The Gernsback Continuum“ enthält) hieß daher jene dunkle Variante der optimistischen Science-Fiction, vergleichbar dem Film noir Hollywoods, jener düsteren Variante des klassischen Kriminalfilms. Im „Gernsback Continuum“ – vielleicht eine Anspielung auf die berühmte Kontinuumshypothese der Mengenlehre, die Kurt Gödel 1938 formulierte und Paul Cohen 1963 allgemein löste – wiederholt sich schleifenartig das Jahr 1980, aber aus der Perspektive des Jahres 1925, eine finstere Vision der amerikanischen Zukunft mit tollen Flugzeugen und Autos und perfekten, arischen Bürgern, aber auch mit viel Pornografie und Pathologien. Cyberpunk verkündet das Ende des goldenen Zeitalters der Science-Fiction.

PM



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