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Das digitale Archiv der Städelschule 1920 bis 1950

März 24 | Städelschule, Frankfurt a. M.

courtesy

Startschuss des Projektes „Das digitale Archiv der Städelschule 1920 bis 1950“

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gibt die Förderung des bedeutenden Projektes „Das digitale Archiv der Städelschule 1920 bis 1950“ bekannt. Der Städelschule ist es ein Anliegen, diese historisch bedeutsame Zeit zugänglicher zu gestalten und die Erforschung zu erleichtern. Kooperationspartner ist die Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg (UB JCS), vertreten durch Leitende Direktorin Daniela Poth. Für das Vorhaben, den dezentral verteilten Bestand der Städelschule zu digitalisieren und ortsunabhängig sowie virtuell zugänglich zu machen, öffnen das Städel Museum und das Institut für Stadtgeschichte ihre Archive. Die Förderdauer beträgt drei Jahre, hierfür wurde eigens eine Projektstelle geschaffen, die durch die Kunsthistorikerin Begüm Inal ausgefüllt wird

Hintergrund und historische Bedeutung

Der Frankfurter Bürger und Bankier Johann Friedrich Städel (1728–1816) verfügte in seinem Testament mit seinem Vermögen die Errichtung einer Stiftung für ein Kunstinstitut zu ermöglichen. 1817, ein Jahr nach seinem Tod, erfolgte die Gründung des Städelschen Kunstinstituts. Dieses bestand zum einen aus einer Galerie und Schausammlung, zum anderen aus einer Lehranstalt, in der ohne Unterschied von Religion und Geschlecht unentgeltlich unterrichtet wurde. In Folge des Ersten Weltkriegs und der Inflation in der Nachkriegszeit verschärfte sich die bereits zuvor bestehende angespannte finanzielle Lage und das Stiftungsvermögen ging verloren. Aus dem Städelschen Kunstinstitut, dem Institut mit Museum und Schule, entwickelten sich zwei unabhängig arbeitende Institutionen. Die Städelschule erhielt 1919 den Status einer eigenständigen Einrichtung und verlor damit die unmittelbare Bindung an das Städelsche Kunstinstitut – diesen Namen trug jetzt allein die Sammlung. Während der Zeit des „Neuen Frankfurt“ in den 1920er-Jahren wurde die Städelschule mit der 1878 gegründeten Kunstgewerbeschule Frankfurt fusioniert und umfasste fortan die Bereiche Malerei, Architektur und Design.

Der Krieg und seine Folgen

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten kam es zur „Säuberung" der Frankfurter Kunstinstitutionen: Künstlerischen Mitarbeiter*innen wurde 1933 gekündigt, viele Dozent*innen wurden beurlaubt oder entlassen. Zudem wurden jüdische Schüler*innen von der Städelschule relegiert.
Die Anerkennung als Hochschule für Bildende Künste erfolgte 1942 mit einem Vertrag zwischen dem Freistaat Preußen und der Stadt Frankfurt. Bei der Zerstörung Frankfurts im Winter 1943/1944 durch Angriffe der Alliierten wurde auch das Gebäude der Städelschule stark beschädigt. In der Folge wurde der Unterricht auf Vororte Frankfurts sowie in ländliche Regionen verlegt. Der Lehrbetrieb blieb bis März 1945 bestehen und wurde bereits am 1. November 1946 unter der Trägerschaft der Stadt Frankfurt am Main wiederaufgenommen.

Ab 2019 Aufbau des Hochschularchives der Städelschule

Mit dem 1. Januar 2019, dem Wechsel der Trägerschaft von der Stadt Frankfurt am Main zum Land Hessen, begann ein neuer Abschnitt in der Geschichte der Hochschule für Bildende Künste. Dieser Trägerwechsel gab den Anlass, ein eigenes Hochschularchiv aufzubauen. Aufgabe ist es, alle archivwürdigen schriftlichen und audiovisuellen Zeugnisse sämtlicher Abteilungen der Hochschule zu übernehmen, zu erfassen, zu erschließen, auf Dauer aufzubewahren, zu sichern und allgemein nutzbar zu machen. Im Archiv der Städelschule befinden sich Matrikel, Akten, Pläne, Plakate, Fotos, Medien sowie Kunstobjekte. Das Archiv unterstützt die Lehre und Forschung an der Städelschule sowohl bei internen als auch bei externen Forschungsprojekten und dient somit als Gedächtnis und Spiegel der Hochschulgeschichte und -lehre. Gesetzliche Grundlage bildet das Hessische Archivgesetz sowie das aktuell gültige Datenschutzgesetz.
Aufgrund der wechselnden Trägerschaften befinden sich die existierenden Archivbestände von 1920 bis 1950 der Vorgängereinrichtungen der Hochschule an unterschiedlichen Standorten: im Archiv des Städel Museums (bis 1923), im Institut für Stadtgeschichte Frankfurt (ab 1923) und im Hochschularchiv (von 1924 bis 1950). Dadurch ist der Bestand überlieferungsseitig auf mehrere Provenienzen verteilt.

Hohe Relevanz für das kulturelle Gedächtnis der Stadt Frankfurt am Main

Ein Gesamtüberblick sowie eine thematisch übergreifende Nutzung der Bestände zwischen 1920 und 1950 ist durch die dezentrale Lage des Archivmaterials und der geringen Anzahl an bereits digitalisiertem Material erschwert. Des Weiteren kommt hinzu, dass ein erheblicher Verlust von Schriftgut aus den Jahren vor 1945 besteht. Das Vorhaben verfolgt das Ziel, durch die Digitalisierung und die damit einhergehende virtuelle Konservierung die verteilten Archivbestände zentral zusammenzuführen. Das einzigartige Archivmaterial der Städelschule besteht aus Schriftstücken und einer überschaubaren Anzahl an Fotografien, Zeichnungen, Malereien und Grafiken.
So wird die Möglichkeit eröffnet, die umfangreiche Geschichte der Städelschule mit ihren Akteur*innen und ihrer Bedeutung für die regionale, aber vor allem internationale Kunst- und Kulturszene einer wissenschaftlichen Bearbeitung unterziehen zu können.
Die überregionale Bedeutung der zu digitalisierenden Bestände wird exemplarisch dadurch deutlich, dass die Städelschule in den letzten Jahren vermehrt nationale und internationale Anfragen zu den Inhalten des Archivmaterials erreichen. Diese stammen von interessierten Wissenschaftler*innen, Lokalhistoriker*innen und Angehörigen ehemaliger Studierender. Im Mittelpunkt steht hierbei zumeist die Personenrecherche, die sich insbesondere auf die Gruppen der Studierenden beziehen, die in der NS-Zeit ihr Studium nicht mehr fortsetzen durften und Deutschland verlassen mussten. Einen weiteren Schwerpunkt der Anfragen bildet die Suche nach Lehrenden sowie den Inhalten der Lehre in der Zeit des Nationalsozialismus. Daher gilt es, den noch vorhandenen Bestand zu sichern und zu bewahren, um einen wesentlich höheren Grad an Nutzung und Zugriff zu gewährleisten.

„Das Projekt wird Forschenden, Kunstschaffenden und Interessierten die Möglichkeit eröffnen, ortsungebunden die Geschichte der Städelschule im Kontext der Ereignisse und Entwicklungen zu erforschen, deren Bedeutung für die nationale sowie internationale künstlerische Szene vor allem des 20. Jahrhunderts und zugleich für künstlerische Projekte nutzbar zu machen“, so Prof. Yasmil Raymond, Rektorin der Städelschule.
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Hochschule für Bildende Künste - Städelschule
Dürerstraße 10
60596 Frankfurt am Main
www.staedelschule.de
www.portikus.de


Presse





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