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B3 Biennale

825.000 Euro für zeitgenössische bildende Kunst


Eingabedatum: 15.02.2007


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Am 8.2.07 hat die Stiftung Kunstfonds 55 Stipendien und Projektzuschüsse aus fast 1.700 Bewerbungen ausgewählt und insgesamt 825.000 Euro bewilligt. Außerdem wurde der mit 25.000 EUR dotierte HAP-Grieshaber-Preis der VG Bild-Kunst an Gert & Uwe Tobias vergeben.

Mitglieder der Vergabejury waren Yilmaz Dziewior, Klaus Gerrit Friese, Klaus von Gaffron, Werner Haypeter, Barbara Henning, Rosa Loy, Bjørn Melhus, Carina Plath, Thomas Rentmeister, Karin Sander, Aurel Scheibler, Anna Tretter, Dagmar Varady, Anna Werkmeister, Georg Winter, Andrea Zaumseil.

Die Stiftung Kunstfonds ist eine unabhängige, bundesweit agierende Fördereinrichtung, deren Gremien mehrheitlich aus bildenden Künstlern/innen bestehen. Ihre finanziellen Mittel im Jahr 2007 erhält die Stiftung mit 1 Million Euro von der Kulturstiftung des Bundes; weitere rund 200.000 Euro kommen von der VG Bild-Kunst.


Programm A für EinzelkünstlerInnen und Künstlernachlässe


ARBEITSSTIPENDIEN (je 16.000 Euro)
1.429 Anträge, 42 Förderungen

Marijanca Ambos, Tjorg Douglas Beer, Shannon Bool, Andreas Bunte, Stefan Burger, Natalie Czech, Katja Davar, Michaela Eichwald, Robert Elfgen, Stephan Fritsch, Anett Frontzek, Ute Fründt, Dani Gal, Paule Hammer, Betram Haude, Frank Hesse, Folke Köbberling & Martin Kaltwasser, Svenja Kreh, Claudia Kugler, Skafte Kuhn, Ulrike Kuschel, Alexander Lieck, Tea Mäkipää, Philip Metz, Karolin Meunier, Daniel Müller-Friedrichsen, Heinz Pfahler, Inken Reinert, Reinigungsgesellschaft, Michael Reisch, Ritchie Riediger, Les Schliesser, Eske Schlüters, ‚Jochen Schmith’, Dirk Stewen, Mathilde ter Heijne, Till Velten, Ina Weber, Christoph Wedding, Annette Wehrmann, Tobias Zielony, Andreas Zybach


PROJEKTZUSCHüSSE
209 Anträge, 8 Förderungen

Sonja Alhäuser (12.000 Euro)
Eva & Adele (16.000 Euro)
Nina Fischer / Maroan El Sani (9.000 Euro)
Jana Gunstheimer (12.000 Euro)
Stefan Löffelhardt (9.000 Euro)
Michael Sailstorfer (12.000 Euro)
Kai Schiemenz (12.000 Euro)
Clemens von Wedemeyer (20.000 Euro)

KONSERVIERUNGSMASSNAHMEN FüR MEDIENARBEITEN
7 Anträge, 3 Förderungen

Helga Fanderl (10.000 Euro)
Ulrich Gutmair / convex tv. (10.000 Euro)
Antonia Lerch (4.500 Euro)

ERARBEITUNG VON WERKVERZEICHNISSEN
32 Anträge, 2 Förderungen

Katharina Behling: Heinz Behling (12.000 Euro)
Anna Bohrmann: Karl Bohrmann (15.000 Euro)

weitere Infos: kunstfonds.de

ch












Weiteres zum Thema: kunstfonds



Sprengel Museum Hannover: Tamara Grcíc / Marcelo Brodsky (7.5.- 31.8.03)


Gleich zwei neue Ausstellungen werden am 6.5.03 im Sprengel Museum eröffnet: Unter der Sektion Fotografie und Medien zeigt die Künstlerin Tamara Grcíc Videoarbeiten und Marcelo Brodsky Fotografien, Video und literarische Fragmente. Beide Künstler beschäftigen sich u.a. mit Erlebnismomenten existentieller Befindlichkeiten.

Pressemitteilung / Auszug: zu Tamara Grcíc "... Lucy, Avonmouth. Avonmouth ist eine Industriestadt bei Bristol. Der Film zeigt eine junge Frau namens Lucy Pedlar, die sich dort zwischen rauchenden Schloten, Trucks und aufgerissenem Erdreich bewegt. In drei Einstellungen erzählt sie von ihrer Krebserkrankung und stellt ihren Körper in Beziehung zur geschundenen Landschaft. Tamara Grcíc (*1964) studierte bis 1986 Kunstgeschichte und Kulturanthropologie in Wien und Frankfurt/Main. Sie erhielt u.a. den Roy Lichtenstein Preis des Kunstfonds e.V., Bonn, und den Dorothea von Stetten-Kunstpreis. Tamara Grcíc lebt in Frankfurt/Main."

zu Marcelo Brodsky: " Buena memoria. Marcelo Brodsky (* 1954) war 22, als eine Handvoll Offiziere unter General Vileda putschte und Argentinien unter eine grausame Militärdiktatur zwang. Nach 8 Jahren lautet die Schreckensbilanz: 2300 offiziell getötete und gefolterte Opfer, 30 000 vermisste und 100 000 mißhandelte Regimegegner. Brodsky, Künstler und Menschenrechtsaktivist, rettete sich nach Barcelona ins Exil. Nach seiner Rückkehr schuf er "Buena memoria" (gutes Gedächtnis), eine komplexe und tief bewegende Studie über das, was ein Leben unter täglichem Terror den Menschen antun kann. Ausgangspunkt ist ein sechsfach vergrößertes Foto, das 1967 von der Abschlussklasse der Colegio National (Nationale High School) in Buenos Aires gemacht wurde. Um dieses Dokument arrangiert Brodsky eine Collage aus Familienfotos, Videoaufnahmen, persönlichen und literarischen Aufzeichnungen, mittels derer er die Lebensläufe seiner Freunde (darunter den seines bis heute vermissten Bruders Fernando), rekonstruiert und zu einem Denkmal der Erinnerung macht."

Ausstellungsdauer: 7.Mai - 31. August 2003

Öffnungszeiten: Dienstag 10 - 20 Uhr, Mittwoch bis Sonntag 10 - 18 Uhr
Montag geschlossen

Sprengel Museum Hannover
Kurt-Schwitters-Platz
30169 Hannover
T (0511) 168 - 4 38 75
F (0511) 168 - 4 50 93

KIRUNATOPIA


Eine Stadt weicht der Mine: Kiruna bildet den Ausgangspunkt dieses künstlerischen Recherche- und Ausstellungsprojektes. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die schwedische Bergbausiedlung auf dem historischen Gebiet der Samen, der halbnomadischen ersten Bewohner dieser Region, errichtet. Exemplarisch werden hier Industrialisierung, nationale wirtschaftliche Interessen und Globalisierung sichtbar. Heute ist die Mine so weit unter die Stadt vorgedrungen, dass sich Risse im Boden bilden und der Untergrund instabil wird. Weil die Mine immer näher an die Stadt rückt, wird seit dem letzten Sommer bis zum Jahr 2033 die südöstliche Stadthälfte samt dem Zentrum um fünf Kilometer verschoben. Sechs Eiffeltürme könnte man mit dem in Kiruna pro Tag geförderten Eisenerz bauen, diese Schätzung des britischen Guardian zitierte jüngst der Spiegel.

Während in Kiruna Seen abgepumpt werden, um den Fortschritt der Mine zu gewährleisten, entstehen in der Lausitz neue Seen – über Jahrzehnte gefüllte Restlöcher des Braunkohletagebaus. Seit 1924 mussten hier mehr als 80 Dörfer und Gemeindeteile und 780 Quadratkilometer Landschaft der Gewinnung des umstrittenen Energieträgers weichen. Bis 2042 sollen weitere Gemeinden und Flächen folgen.

Auch für die Kunst weicht die Landschaft der Folgelandschaft: Abwägungen zwischen kurz- und langfristiger Absicherung von Lebensqualität kommen dabei ebenso ins Bild wie das Verhältnis von Landschaft, Moderne und Technologie sowie Fragen nach der Beteiligung der betroffenen Bevölkerung an den Entscheidungsprozessen vor Ort. In der DDR führte der Protest gegen den Raubbau an der Umwelt neben anderen Faktoren zur Herausbildung der Oppositionsbewegungen. Kirunatopia im Kunsthaus Dresden zeigt zeitgenössische künstlerische Werke zu Kiruna, die seit 2001 im Rahmen eines internationalen Artist-in-Residence-Programms auf Initiative des Goethe-Instituts in Schweden ermöglicht worden sind, und verbindet diese mit neuen und historischen Werken zum Braunkohletagebau in der Lausitz wie auch zum Uranbergbau und den wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und nicht zuletzt ästhetisch neu definierten Folgelandschaften in der Region.

Mit neu entstandenen künstlerischen Werken und Leihgaben aus der Sammlung des Kunstfonds/Staatliche Kunstsammlungen Dresden wie auch mit den bereits 2012 im Bildmuseet Umea gezeigten Werken nimmt die Ausstellung Bezug auf Fragen nach dem Verhältnis von Kunst, (post-)industrieller Landschaft, Ressourcen und Demokratie; ebenso geht es um das historische Verhältnis von Identität und Region – um die Samen in der Region von Kiruna und die Sorben in der Lausitz.

Die Materialsammlung LAKOMA – Archiv der Lausitz mit dokumentarischem Material zum Tagebau, zu den verschwundenen Orten in der Lausitz und zu historischen Protesten, zusammengestellt von Torsten Birne und Claudia Reichardt, ergänzt die Ausstellung.

Das Mobile Landschaftsatelier ist ein Bildungsangebot für Schulen in der Region zu Kunst, Landschaft und Ressourcen und wurde anlässlich des Projektes Kirunatopia in Zusammenarbeit mit dem BildungsCent e. V. im Rahmen des Vermittlungsprogramms KlimaKunstSchule! entwickelt. Die Künstler/innen Susanne Keichel, Ina Kwon, Christoph Rodde, Grit Ruhland und Birgit Schuh bieten im Rahmen eines von Lucio Auri entworfenen künstlerischen Arbeitsmoduls Projekttage für Schulen an.

Beteiligte Künstler:
Lara Almarcegui (Rotterdam), Agneta Andersson (Kiruna), Jürgen Bergbauer (Straubing), Dave Hullfish Bailey (Los Angeles), Haifische Dresden Süd-West (Susanne Hampe, Birgit Schuh, Lisa Stagge, Christoph Rodde), Klara Hobza (Berlin), Geir Tore Holm und Søssa Jørgensen (Skiptvet), Lina Issa (Amsterdam), Matthias Jackisch (Dresden), Ingela Johansson (Stockholm), Gerda Lepke (Gera/Dresden), Britta Marakatt-Labba (Övre Soppero), Jürgen Matschie (Bautzen), Heide Nord (Leipzig), Barbara Raetsch (Potsdam), Grit Ruhland (Dresden, Ronneburg), Götz Schlötke (Dresden, †) , Boris Sieverts (Köln), Ingo Vetter (Bremen), Liselotte Wajstedt (Kiruna), Marion Wenzel (Leipzig), Florian Zeyfang (Berlin)



Eine Ausstellung und ein Veranstaltungsprogramm in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Schweden, dem Kunstfonds des Freistaates Sachsen und dem Kunstraum KONCENTRAT, Kiruna.

Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen sowie mit freundlicher Unterstützung des schwedischen Kulturrådet und Iaspis, Stockholm

Die Ausstellung und Veranstaltungsprogramm Kirunatopia in Dresden wurden kuratiert von
Christiane Mennicke-Schwarz (Kunsthaus Dresden), Silke Wagler (Kunstfonds/Staatliche Kunstsammlungen Dresden)

Die Ausstellung Kirunatopia im Bildmuseet Umeå wurde kuratiert von
Kim Einarsson (freie Kuratorin) und Brita Täljedal (Bildmuseet Umeå).

Referenzgruppe Kirunatopia:
Rainer Hauswirth (Goethe-Institut Stockholm), Ingo Vetter (freier Künstler, Bremen)
und Florian Zeyfang (freier Künstler, Berlin)

LAKOMA - Archiv der Lausitz: Material zur Kohle, zur Landschaft und zur Opposition, zusammengestellt von Torsten Birne und Claudia Reichardt

Das Mobile Landschaftsatelier, ein Bildungsangebot für Schulen in der Region zu Kunst, Landschaft und Ressourcen wurde anlässlich des Projektes in Zusammenarbeit mit der Bildungsinitiative Bildungscent e.V. im Rahmen der Initiative Klimakunst! entwickelt.

Kunsthaus Dresden
Städtische Galerie für Gegenwartskunst
Rähnitzgasse 8, D-01097 Dresden
http://kunsthausdresden.de/