Gregor Schneider – Haus u r 2026
17.10.2026 - 17.01.2027 | Kunsthalle Düsseldorf, Düsseldorf
Eingabedatum: 11.10.2026

Die Kunsthalle Düsseldorf zeigt mit Haus u r 2026 eine umfassende Ausstellung des international renommierten Künstlers Gregor Schneider. Im Zentrum steht sein seit den 1980er-Jahren fortgeführter Werkkomplex Haus u r, der zu den einflussreichsten raumbezogenen Arbeiten der Gegenwartskunst zählt.
Spätestens seit Gregor Schneider im Jahr 2001 für Totes Haus u r im Deutschen Pavillon auf der Biennale von Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde, ist das Haus u r international bekannt. Seither wurden Räume aus diesem fortlaufenden Werk in zahlreichen bedeutenden Museen weltweit gezeigt.
Das Haus u r in der Unterheydener Straße in Mönchengladbach-Rheydt bildet seit den 1980er-Jahren den Kern von Gregor Schneiders künstlerischer Praxis. Es ist nicht nur Ort, sondern zugleich Material und Prozess. Neben seinem Raumlager – seiner „Enzyklopädie der Räume“ – hat Schneider das Gebäude kontinuierlich erweitert, transformiert und verdoppelt. Der Künstler, geboren in Rheydt, ist mit seiner Arbeit eng in der Region verwurzelt. Immer wieder bezieht er deren soziale, architektonische und landschaftliche Strukturen in seine Arbeit ein – von den eigenen vier Wänden über das Geburtshaus Goebbels in seiner Nachbarschaft bis hin zum Braunkohleabbaugebiet Garzweiler, das er bereits früh als Materialfundus nutzte.
Das zentrale Medium von Schneiders künstlerischer Praxis ist der Bau von Räumen innerhalb bestehender Räume. Nicht in Form von Dioramen, sondern vollständige gebaute Räume bestehend aus Wänden, Boden und Decke. Diese Räume orientieren sich so stark an der Realität, dass sie häufig kaum als vom Künstler hinzugefügte Konstruktionen erkennbar sind. Schneider arbeitet mit Verdopplungen von Zimmern, Menschen und Objekten sowie mit Rekonstruktionen von Gebäuden, zu denen er „keinen direkten Zugang“ hat, wie er betont. Neben den gebauten Räumen sucht er filmisch, fotografisch und – in jüngerer Zeit – über Live-Streams und digitale Scans weitere Annäherungen an seine gebaute Wirklichkeit.
Anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Werkkomplexes Haus u r 1985–heute rückt die Ausstellung Haus u r 2026 dieses zentrale Werk erneut in den Mittelpunkt. In der Kunsthalle Düsseldorf werden gebaute Räume, Skulpturen, Fotografien, Filme und Live-Stream-Projektionen aus dem Haus u r zusammengeführt.
English summary:
Marking the 40th anniversary of the seminal body of work 'Haus u r' (1985–present), Kunsthalle Düsseldorf presents 'Haus u r 2026', a comprehensive exhibition dedicated to internationally acclaimed artist Gregor Schneider. At the core of Schneider's practice is the construction of fully realized rooms within existing architecture, challenging perceptions of reality and space. Having won the Golden Lion at the 2001 Venice Biennale for 'Totes Haus u r', the artist continually transforms, duplicates, and expands his Rheydt-based building. The exhibition brings together constructed spaces, sculptures, photographs, films, and live-stream projections that explore the spatial, architectural, and psychological dimensions of his ongoing opus.
Spätestens seit Gregor Schneider im Jahr 2001 für Totes Haus u r im Deutschen Pavillon auf der Biennale von Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde, ist das Haus u r international bekannt. Seither wurden Räume aus diesem fortlaufenden Werk in zahlreichen bedeutenden Museen weltweit gezeigt.
Das Haus u r in der Unterheydener Straße in Mönchengladbach-Rheydt bildet seit den 1980er-Jahren den Kern von Gregor Schneiders künstlerischer Praxis. Es ist nicht nur Ort, sondern zugleich Material und Prozess. Neben seinem Raumlager – seiner „Enzyklopädie der Räume“ – hat Schneider das Gebäude kontinuierlich erweitert, transformiert und verdoppelt. Der Künstler, geboren in Rheydt, ist mit seiner Arbeit eng in der Region verwurzelt. Immer wieder bezieht er deren soziale, architektonische und landschaftliche Strukturen in seine Arbeit ein – von den eigenen vier Wänden über das Geburtshaus Goebbels in seiner Nachbarschaft bis hin zum Braunkohleabbaugebiet Garzweiler, das er bereits früh als Materialfundus nutzte.
Das zentrale Medium von Schneiders künstlerischer Praxis ist der Bau von Räumen innerhalb bestehender Räume. Nicht in Form von Dioramen, sondern vollständige gebaute Räume bestehend aus Wänden, Boden und Decke. Diese Räume orientieren sich so stark an der Realität, dass sie häufig kaum als vom Künstler hinzugefügte Konstruktionen erkennbar sind. Schneider arbeitet mit Verdopplungen von Zimmern, Menschen und Objekten sowie mit Rekonstruktionen von Gebäuden, zu denen er „keinen direkten Zugang“ hat, wie er betont. Neben den gebauten Räumen sucht er filmisch, fotografisch und – in jüngerer Zeit – über Live-Streams und digitale Scans weitere Annäherungen an seine gebaute Wirklichkeit.
Anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Werkkomplexes Haus u r 1985–heute rückt die Ausstellung Haus u r 2026 dieses zentrale Werk erneut in den Mittelpunkt. In der Kunsthalle Düsseldorf werden gebaute Räume, Skulpturen, Fotografien, Filme und Live-Stream-Projektionen aus dem Haus u r zusammengeführt.
English summary:
Marking the 40th anniversary of the seminal body of work 'Haus u r' (1985–present), Kunsthalle Düsseldorf presents 'Haus u r 2026', a comprehensive exhibition dedicated to internationally acclaimed artist Gregor Schneider. At the core of Schneider's practice is the construction of fully realized rooms within existing architecture, challenging perceptions of reality and space. Having won the Golden Lion at the 2001 Venice Biennale for 'Totes Haus u r', the artist continually transforms, duplicates, and expands his Rheydt-based building. The exhibition brings together constructed spaces, sculptures, photographs, films, and live-stream projections that explore the spatial, architectural, and psychological dimensions of his ongoing opus.
17.10.2026 - 17.01.2027
Kunsthalle Düsseldorf, Düsseldorf
Grabbeplatz 4, 40213 Düsseldorf
Presse
Kontext
Einordnung:Gregor Schneiders fortlaufender Werkkomplex *Haus u r* markiert eine radikale Weiterentwicklung der raumbezogenen Installationskunst und Skulptur seit den 1980er-Jahren. Durch die akribische Konstruktion vollständiger, hyperrealistischer „Räume im Raum“ bricht Schneider mit der traditionellen Distanz des Betrachters und überführt das skulpturale Medium in eine beklemmende, physisch erfahrbare Raumillusion. Seine Strategie der architektonischen Verdopplung aktualisiert das kunst- und kulturtheoretische Motiv des *Unheimlichen*, indem das scheinbar Vertraute des häuslichen Schutzraums in klaustrophobische Entfremdung kippt. Indem er diese Praxis lokal an den Brüchen des Rheinlands – zwischen industrieller Ausbeutung und der historischen Last der NS-Täterschaft – verankert und multimedial fortschreibt, fungiert sein Schaffen als tiefenpsychologische wie gesellschaftspolitische Dekonstruktion von Raum, Verdrängung und kollektiver Erinnerung.






