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NIE WIEDER!

GEGEN DAS VERGESSEN DER NS-VERBRECHEN

11.10.2026 - 02.05.2027 | Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn

Eingabedatum: 09.10.2026

Werkabbildung
Abb.: Raffael Rheinsberg, Hand und Fuß, 1980, Foto: Annette Kradisch © VG Bild-Kunst, Bonn 2026, Neues Museum Nürnberg
In den kommenden Jahren wird es kaum noch Überlebende des Holocaust und andere Opfer des NS-Regimes geben, die über ihre Erlebnisse berichten könnten. Wie sichern wir die Beweise an den Tatorten und schützen die authentischen Zeugnisse im digitalen Zeitalter? Die Ausstellung stellt zentrale Fragen zu Gedenkarbeit und Erinnerungskultur und möchte die Arbeit der Gedenkstätten unterstützen, die noch heute Orte der Trauer, Bildung und Vermittlung sind.

Wie steht es aktuell in Deutschland um die Erinnerungskultur in Bezug auf die NS-Verbrechen und welchen Angriffen hat sich das Gedenken zu erwehren? Die Ausstellung, an der hochkarätige Expert*innen wie Eva Umlauf, Vorsitzende des Internationalen Auschwitz-Komitees, und Jens-Christian Wagner, Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, mitgearbeitet haben, beleuchtet die sich wandelnden Methoden des Gedenkens an die NS-Verbrechen, wobei Kunstwerke, ihr Potential und ihre vielfältigen Möglichkeiten hierbei im Mittelpunkt stehen. Zudem zeigen mediale Werke sowie historische Zeugnisse in fünf Kapiteln, wie gegen das Vergessen gekämpft werden kann: die Notwendigkeit der Fakten- und Wissensvermittlung über das Geschehene, die Tatortsicherung und andauernde forensische Forschung in den Gedenkstätten, die Funktion des Denk- und Mahnmals zur Stärkung der verschiedenen Opfergruppen, das individuelle, familiäre und gemeinschaftlich-kulturelle Gedächtnis der Generationen seit 1933 sowie die aktuell relevanten Fragen des digitalen Gedenkens und der Zukunft der Erinnerungskultur.

Mit Werken u. a. von Christian Boltanski, Maria Eichhorn, Harun Farocki, Hans Haacke, Käthe Kollwitz, Henrike Naumann, Marcel Odenbach, Gerhard Richter, Gregor Schneider, Luc Tuymans und Wolf Vostell

English summary:
As the era of first-hand witnesses to the Holocaust comes to an end, the exhibition 'NIE WIEDER! GEGEN DAS VERGESSEN DER NS-VERBRECHEN' explores the future of remembrance and memorial culture in Germany. Developed in collaboration with leading experts such as Eva Umlauf and Jens-Christian Wagner, the project examines evolving methods of commemoration and the role of memorial sites as places of mourning and education. Across five thematic chapters, the presentation juxtaposes historical documents and media works with contemporary artistic positions. Featuring prominent artists including Christian Boltanski, Käthe Kollwitz, Gerhard Richter, Luc Tuymans, and Hans Haacke, the exhibition addresses critical challenges ranging from forensic research and monument culture to digital commemoration and the preservation of truth in the 21st century.

11.10.2026 - 02.05.2027
Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn

Helmut-Kohl-Allee 4, 53113 Bonn

https://www.bundeskunsthalle.de

Presse

Kontext

Einordnung:
Die Werkauswahl markiert den kunsthistorischen Übergang vom kommunikativen zum kulturellen Gedächtnis angesichts des Endes der Zeitzeugenschaft. Das Spektrum spannt sich von klassisch-moderner Trauerästhetik (Kollwitz) und früher Aktionskunst (Vostell) über die diskursive Befragung historischer Bildquellen in der Malerei (Richter, Tuymans) bis hin zu Boltanskis ephemeren Archiven des Verschwindens. Konzeptuelle und medienreflexive Positionen wie die von Haacke, Farocki und Eichhorn verankern das Gedenken in der Institutionskritik und Bildforensik, während jüngere Arbeiten wie jene von Naumann rechte Kontinuitäten dekonstruieren. Die Ausstellung dokumentiert damit die Entwicklung der Erinnerungskultur: weg vom monolithischen Monument hin zu forschenden, postkonzeptionellen und installativen Praxen, die das Vakuum des schwindenden Zeugnisses als kritische, gesellschaftspolitische Instanz füllen.
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