Sprint Gleichschritt Dauerlauf. Bilder vom Sport
27.09. - 22.11.2026 | Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst, Frankfurt (Oder)
Eingabedatum: 27.09.2026

Sport bewegt – körperlich, emotional und gesellschaftlich. Er steht für Leistung, Wettbewerb und Gemeinschaft, ist aber zugleich politische Projektionsfläche. Die Sammlungsausstellung Sprint Gleichschritt Dauerlauf in der Rathaushalle Frankfurt (Oder) widmet sich mit rund 140 Arbeiten aus Malerei, Grafik, Zeichnung, Skulptur und Fotografie den vielen Facetten des Sports.
Vom Laufen und Weitsprung über Fußball und Motorsport bis zu Schwimmen, Tanz und Boxen reicht das Spektrum der in der Ausstellung versammelten Werke. Diese erzählen von Bewegung und Geschwindigkeit, von Siegen und Niederlagen, Fans und Idolen – und werfen zugleich Fragen nach Leistungsdruck, Geschlechterrollen, Macht und gesellschaftlicher Vereinnahmung auf.
Einen besonderen Schwerpunkt bilden dabei Arbeiten aus der Sammlung des Brandenburgischen Landesmuseums für moderne Kunst, die Zusammenhang mit den Turn- und Sportfesten der DDR in Leipzig entstanden bzw. dort gezeigt wurden. Sport wurde in der DDR zur gesellschaftlichen und politischen Gestaltungsaufgabe und sollte für „Frieden und Sozialismus“ werben. An seiner künstlerischen Darstellung lassen sich damit auch zentrale Entwicklungslinien der Kunst in der DDR nachvollziehen. Zeitgenössische fotografische Leihgaben erweitern diese historische Perspektive um aktuelle Blicke auf Sport, Körper und Fankultur.
Das Spektrum reicht dabei bewusst vom großen internationalen Wettbewerb bis zum Sportfest im Dorf, vom professionellen Wettkampf bis zum spielerischen Kräftemessen. Besonders präsent ist der Fußball: Fotografien von Fans des 1. FC Union Berlin und des FC Energie Cottbus machen die emotionale und soziale Dimension des Sports sichtbar.
Eine hervorgehobene Rolle spielt schließlich der Boxsport, der für Frankfurt (Oder) von herausragender Bedeutung ist. Stellvertretend dafür steht als besondere Leihgabe der Boxmantel, den Henry Maske 1995 beim Einlauf zu einem Weltmeisterschaftskampf trug. Von einem Künstler gestaltet, verbindet er Sportgeschichte, Inszenierung und Kunst.
Sprint Gleichschritt Dauerlauf zeigt Sport als Spiegel der Gesellschaft: als Raum für Gemeinschaft und Konkurrenz, persönliche Freiheit und Leistungsdruck, Begeisterung und politische Instrumentalisierung. Zugleich fragt die Ausstellung, wie sich Bewegung überhaupt künstlerisch darstellen lässt – und was sichtbar wird, wenn man Sport mit den Augen der Kunst betrachtet.
Mit Werken von Gerd Arntz, Manfred Böttcher, Barbara Bondzio, Fritz Cremer, Lutz Dammbeck, Heinrich Ehmsen, Wilfried Fitzenreiter, Regina Fleck, Günther Friedrich, Helmut Gebhardt, Dieter Goltzsche, Waldemar Grzimek, Jo. Harbort, Erich Hering, Karin Heyne, Karl-Georg Hirsch, Gerd Jaeger, Jürgen Jentzsch, Sophie Kirchner, Thomas Kläber, Tobias Kruse, Volkmar Kühn, Paul Kuhfuss, Hans-Wulf Kunze, Ingeborg Lahl-Grimmer, Will Lammert, Gerhart Lampa, Werner Mahler, Heinz Mamat, Wolfgang Mattheuer, Thomas Merkel, Harald Metzkes, Michael Morgner, Alexandra Müller-Jontschewa, Albert Münch, Rolf Münzner, Oskar Nerlinger, Ulf Puder, Dagmar Ranft-Schinke, Ludwig Rauch, Günther Rechn, Sebastian Reddehase, Ingo Regel, Alexander Rodtschenko, Jens Rötzsch, Wolfgang Rommel, Michael Schade, Heinz Schmöller, Peter Schnürpel, Siegfried Schreiber, Uwe Steinberg, Volker Stelzmann, Eberhard Thonfeld, Hans Ticha, Steffen Volmer, Wolf Vostell, Sebastian Wells, Jürgen Wittdorf, Karla Woisnitza, Baldwin Zettl, Anna Ziegler
English summary:
The collection exhibition 'Sprint Gleichschritt Dauerlauf' at Rathaushalle Frankfurt (Oder) explores the multifaceted nature of sport through around 140 paintings, prints, drawings, sculptures, and photographs. Focusing on sport as a mirror of society, the exhibition investigates motion, competition, fan culture, and political instrumentalization. A core aspect highlights works from the collection of the Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst created around the GDR Gymnastics and Sports Festivals in Leipzig, tracing major trajectories of East German art. Contemporary photographic loans expand this view to present-day perspectives on bodies, power, and football fandom, alongside special regional highlights such as Frankfurt's rich boxing heritage.
Vom Laufen und Weitsprung über Fußball und Motorsport bis zu Schwimmen, Tanz und Boxen reicht das Spektrum der in der Ausstellung versammelten Werke. Diese erzählen von Bewegung und Geschwindigkeit, von Siegen und Niederlagen, Fans und Idolen – und werfen zugleich Fragen nach Leistungsdruck, Geschlechterrollen, Macht und gesellschaftlicher Vereinnahmung auf.
Einen besonderen Schwerpunkt bilden dabei Arbeiten aus der Sammlung des Brandenburgischen Landesmuseums für moderne Kunst, die Zusammenhang mit den Turn- und Sportfesten der DDR in Leipzig entstanden bzw. dort gezeigt wurden. Sport wurde in der DDR zur gesellschaftlichen und politischen Gestaltungsaufgabe und sollte für „Frieden und Sozialismus“ werben. An seiner künstlerischen Darstellung lassen sich damit auch zentrale Entwicklungslinien der Kunst in der DDR nachvollziehen. Zeitgenössische fotografische Leihgaben erweitern diese historische Perspektive um aktuelle Blicke auf Sport, Körper und Fankultur.
Das Spektrum reicht dabei bewusst vom großen internationalen Wettbewerb bis zum Sportfest im Dorf, vom professionellen Wettkampf bis zum spielerischen Kräftemessen. Besonders präsent ist der Fußball: Fotografien von Fans des 1. FC Union Berlin und des FC Energie Cottbus machen die emotionale und soziale Dimension des Sports sichtbar.
Eine hervorgehobene Rolle spielt schließlich der Boxsport, der für Frankfurt (Oder) von herausragender Bedeutung ist. Stellvertretend dafür steht als besondere Leihgabe der Boxmantel, den Henry Maske 1995 beim Einlauf zu einem Weltmeisterschaftskampf trug. Von einem Künstler gestaltet, verbindet er Sportgeschichte, Inszenierung und Kunst.
Sprint Gleichschritt Dauerlauf zeigt Sport als Spiegel der Gesellschaft: als Raum für Gemeinschaft und Konkurrenz, persönliche Freiheit und Leistungsdruck, Begeisterung und politische Instrumentalisierung. Zugleich fragt die Ausstellung, wie sich Bewegung überhaupt künstlerisch darstellen lässt – und was sichtbar wird, wenn man Sport mit den Augen der Kunst betrachtet.
Mit Werken von Gerd Arntz, Manfred Böttcher, Barbara Bondzio, Fritz Cremer, Lutz Dammbeck, Heinrich Ehmsen, Wilfried Fitzenreiter, Regina Fleck, Günther Friedrich, Helmut Gebhardt, Dieter Goltzsche, Waldemar Grzimek, Jo. Harbort, Erich Hering, Karin Heyne, Karl-Georg Hirsch, Gerd Jaeger, Jürgen Jentzsch, Sophie Kirchner, Thomas Kläber, Tobias Kruse, Volkmar Kühn, Paul Kuhfuss, Hans-Wulf Kunze, Ingeborg Lahl-Grimmer, Will Lammert, Gerhart Lampa, Werner Mahler, Heinz Mamat, Wolfgang Mattheuer, Thomas Merkel, Harald Metzkes, Michael Morgner, Alexandra Müller-Jontschewa, Albert Münch, Rolf Münzner, Oskar Nerlinger, Ulf Puder, Dagmar Ranft-Schinke, Ludwig Rauch, Günther Rechn, Sebastian Reddehase, Ingo Regel, Alexander Rodtschenko, Jens Rötzsch, Wolfgang Rommel, Michael Schade, Heinz Schmöller, Peter Schnürpel, Siegfried Schreiber, Uwe Steinberg, Volker Stelzmann, Eberhard Thonfeld, Hans Ticha, Steffen Volmer, Wolf Vostell, Sebastian Wells, Jürgen Wittdorf, Karla Woisnitza, Baldwin Zettl, Anna Ziegler
English summary:
The collection exhibition 'Sprint Gleichschritt Dauerlauf' at Rathaushalle Frankfurt (Oder) explores the multifaceted nature of sport through around 140 paintings, prints, drawings, sculptures, and photographs. Focusing on sport as a mirror of society, the exhibition investigates motion, competition, fan culture, and political instrumentalization. A core aspect highlights works from the collection of the Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst created around the GDR Gymnastics and Sports Festivals in Leipzig, tracing major trajectories of East German art. Contemporary photographic loans expand this view to present-day perspectives on bodies, power, and football fandom, alongside special regional highlights such as Frankfurt's rich boxing heritage.
27.09. - 22.11.2026
Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst, Frankfurt (Oder)
Marktplatz 1, 15230 Frankfurt (Oder)
Presse
Kontext
Einordnung:Die Gegenüberstellung historischer Avantgarden, zentraler Positionen der DDR-Kunst und zeitgenössischer Fotografie verortet das Sujet des Sports im Spannungsfeld von Körperkult, gesellschaftlicher Utopie und politischer Funktionalisierung. Ausgehend von konstruktivistischer Dynamik und neusachlicher Typisierung (Alexander Rodtschenko, Gerd Arntz) reflektiert die Werkauswahl primär die Entwicklungslinien der Kunst der DDR: Zwischen monumentaler Staatsikonografie für die Leipziger Sportfeste und kritischer Distanz zeigen Malerei, Grafik und Skulptur (u. a. Wolfgang Mattheuer, Harald Metzkes, Fritz Cremer, Hans Ticha) den athletischen Körper im Konflikt zwischen heroischem Ideal und existenzieller Entfremdung. Medienübergreifende Ansätze – von Wolf Vostells Aktionskunst über Textilobjekte bis zur sozialdokumentarischen und zeitgenössischen Fotografie (Werner Mahler, Tobias Kruse) – brechen diesen heroischen Gestus schließlich auf und überführen die staatlich gelenkte Körperpolitik in eine Befragung von Subkultur, Starkult und medialer Inszenierung.






