Maya Schweizer – Uedra / Dudu Quintanilha – postponing a million ways to die
Ausstellungen der Günther-Peill-Stiftung
03.10.2026 - 24.01.2027 | Leopold-Hoesch-Museum, Düren
Eingabedatum: 03.10.2026

Ausstellungen der Günther-Peill-Stiftung: Preisträgerin Maya Schweizer und Stipendiat Dudu Quintanilha
### Basisdaten der Ausstellung
Institution: Leopold-Hoesch-Museum (LHM), Düren
Ort: Hoeschplatz 1, 52349 Düren
Laufzeit: 3. Oktober 2026 – 24. Januar 2027
• Hintergrund: Präsentation der beiden Einzelausstellungen zum Abschluss des Förderzyklus der Günther-Peill-Stiftung (der mit 20.000 € dotierte Peill-Preis 2024 ging an Maya Schweizer; das zweijährige Förderstipendium 2024–2026 an Dudu Quintanilha).
Teil 1: Maya Schweizer – Uedra (Peill-Preisträgerin 2024)
Thematischer Ansatz:
Schweizer untersucht in ihrer künstlerischen Praxis Fragen von Geschichte, Zeitlichkeit und der Fragilität individueller wie kollektiver Erinnerung. Im Zentrum steht die Untersuchung offizieller historischer Narrative: Was wird tradiert, wie materialisiert sich Erinnerung und wo entstehen Leerstellen zwischen Anwesenheit und Abwesenheit?
• Formale Mittel:
Filmische Collagen, Text- und Tonfragmente, fragmentarische Erzählweisen und nonverbale Gesten.
• Ausstellungstitel und Raumkonzeption:
Der Titel „Uedra“ ist ein Anagramm (Buchstabenverschiebung) des Wortes Dauer und beschreibt einen gedanklichen Raum, in dem Zeit räumlich erfahrbar wird.
Das Collageprinzip ihrer Videoarbeiten wird im Museum als begehbare Rauminstallation umgesetzt: Breite Papierbahnen fungieren als Projektionsflächen und Speicher- bzw. Informationsträger – ein direkter Bezug zur lokalen Industriegeschichte Dürens als traditionsreiche Papierstadt.
• Werke in der Ausstellung:
Ältere Videoarbeiten wie „L’étoile de mer“ (2019) und „Sans histoire“ (2023, mit dem Motiv des Wassers als Metapher für Auflösung).
Zwei neue, großformatige, bestickte Textilarbeiten („Particularly Today“, 2022) mit aufgeschnappten Textfragmenten und Graffiti aus dem öffentlichen Raum.
• Biografie & Auszeichnungen:
Geboren 1976 in Paris, lebt und arbeitet in Berlin. Studium in Aix-en-Provence, an der HGB Leipzig sowie an der UdK Berlin.
Auszeichnungen: Dagesh-Kunstpreis des Jüdischen Museums Berlin (2023), HAP Grieshaber-Preis der VG Bild-Kunst (2022), e-flux-Prize der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen (2019), Toni und Albrecht Kumm-Preis (2010).
Teil 2: Dudu Quintanilha – postponing a million ways to die (Peill-Stipendiat 2024–2026)
Thematischer Ansatz & Arbeitsweise:
Erste museale Einzelausstellung des brasilianisch-argentinischen Künstlers. Quintanilha nutzt Kunst als Werkzeug zur Untersuchung existenzieller und sozialer Fragen. Im Zentrum stehen Körperlichkeit und marginalisierte gesellschaftliche Gruppen, deren gelebte Erfahrungen in institutionelle Ausstellungsräume überführt werden.
Entstehungsprozesse: Kollaborative, performancebasierte Videoarbeiten, die auf Prozessen des Zuhörens, Kommunizierens und gemeinsamen Agierens basieren; Raum für Zufall, Offenheit und prozesshafte Dynamik.
• Inhaltlicher Schwerpunkt:
Verbindung zwischen Kunst und Spiritualität. Anknüpfend an seine Arbeit „À Cabeça“ (2022, „An den Kopf“) greift die Ausstellung Motive afrobrasilianischer Riten (Candomblé) auf, ohne diese rein dokumentarisch abzubilden.
English summary:
The Leopold-Hoesch-Museum in Düren presents two concurrent solo exhibitions concluding the Günther-Peill-Foundation’s recent funding cycle. Peill Prize 2024 recipient Maya Schweizer presents 'Uedra', an immersive walk-in installation exploring history, temporality, and collective memory through cinematic collages and suspended paper banners referencing Düren’s papermaking heritage. Alongside her work, Peill fellow Dudu Quintanilha (2024–2026) presents his first museum solo exhibition, 'postponing a million ways to die'. Quintanilha’s collaborative, performance-based video works engage with marginalized communities, embodiment, and Afro-Brazilian spiritual rituals (Candomblé), translating shared social dynamics into the institutional space.
### Basisdaten der Ausstellung
Institution: Leopold-Hoesch-Museum (LHM), Düren
Ort: Hoeschplatz 1, 52349 Düren
Laufzeit: 3. Oktober 2026 – 24. Januar 2027
• Hintergrund: Präsentation der beiden Einzelausstellungen zum Abschluss des Förderzyklus der Günther-Peill-Stiftung (der mit 20.000 € dotierte Peill-Preis 2024 ging an Maya Schweizer; das zweijährige Förderstipendium 2024–2026 an Dudu Quintanilha).
Teil 1: Maya Schweizer – Uedra (Peill-Preisträgerin 2024)
Thematischer Ansatz:
Schweizer untersucht in ihrer künstlerischen Praxis Fragen von Geschichte, Zeitlichkeit und der Fragilität individueller wie kollektiver Erinnerung. Im Zentrum steht die Untersuchung offizieller historischer Narrative: Was wird tradiert, wie materialisiert sich Erinnerung und wo entstehen Leerstellen zwischen Anwesenheit und Abwesenheit?
• Formale Mittel:
Filmische Collagen, Text- und Tonfragmente, fragmentarische Erzählweisen und nonverbale Gesten.
• Ausstellungstitel und Raumkonzeption:
Der Titel „Uedra“ ist ein Anagramm (Buchstabenverschiebung) des Wortes Dauer und beschreibt einen gedanklichen Raum, in dem Zeit räumlich erfahrbar wird.
Das Collageprinzip ihrer Videoarbeiten wird im Museum als begehbare Rauminstallation umgesetzt: Breite Papierbahnen fungieren als Projektionsflächen und Speicher- bzw. Informationsträger – ein direkter Bezug zur lokalen Industriegeschichte Dürens als traditionsreiche Papierstadt.
• Werke in der Ausstellung:
Ältere Videoarbeiten wie „L’étoile de mer“ (2019) und „Sans histoire“ (2023, mit dem Motiv des Wassers als Metapher für Auflösung).
Zwei neue, großformatige, bestickte Textilarbeiten („Particularly Today“, 2022) mit aufgeschnappten Textfragmenten und Graffiti aus dem öffentlichen Raum.
• Biografie & Auszeichnungen:
Geboren 1976 in Paris, lebt und arbeitet in Berlin. Studium in Aix-en-Provence, an der HGB Leipzig sowie an der UdK Berlin.
Auszeichnungen: Dagesh-Kunstpreis des Jüdischen Museums Berlin (2023), HAP Grieshaber-Preis der VG Bild-Kunst (2022), e-flux-Prize der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen (2019), Toni und Albrecht Kumm-Preis (2010).
Teil 2: Dudu Quintanilha – postponing a million ways to die (Peill-Stipendiat 2024–2026)
Thematischer Ansatz & Arbeitsweise:
Erste museale Einzelausstellung des brasilianisch-argentinischen Künstlers. Quintanilha nutzt Kunst als Werkzeug zur Untersuchung existenzieller und sozialer Fragen. Im Zentrum stehen Körperlichkeit und marginalisierte gesellschaftliche Gruppen, deren gelebte Erfahrungen in institutionelle Ausstellungsräume überführt werden.
Entstehungsprozesse: Kollaborative, performancebasierte Videoarbeiten, die auf Prozessen des Zuhörens, Kommunizierens und gemeinsamen Agierens basieren; Raum für Zufall, Offenheit und prozesshafte Dynamik.
• Inhaltlicher Schwerpunkt:
Verbindung zwischen Kunst und Spiritualität. Anknüpfend an seine Arbeit „À Cabeça“ (2022, „An den Kopf“) greift die Ausstellung Motive afrobrasilianischer Riten (Candomblé) auf, ohne diese rein dokumentarisch abzubilden.
English summary:
The Leopold-Hoesch-Museum in Düren presents two concurrent solo exhibitions concluding the Günther-Peill-Foundation’s recent funding cycle. Peill Prize 2024 recipient Maya Schweizer presents 'Uedra', an immersive walk-in installation exploring history, temporality, and collective memory through cinematic collages and suspended paper banners referencing Düren’s papermaking heritage. Alongside her work, Peill fellow Dudu Quintanilha (2024–2026) presents his first museum solo exhibition, 'postponing a million ways to die'. Quintanilha’s collaborative, performance-based video works engage with marginalized communities, embodiment, and Afro-Brazilian spiritual rituals (Candomblé), translating shared social dynamics into the institutional space.
03.10.2026 - 24.01.2027
Leopold-Hoesch-Museum, Düren
Hoeschplatz 1, 52349 Düren
Presse
Kontext
Einordnung:Die Gegenüberstellung von Maya Schweizer und Dudu Quintanilha spiegelt zentrale Tendenzen der Gegenwartskunst wider, insbesondere die Befragung dominanter Geschichtsschreibung, Körperlichkeit und institutioneller Repräsentation. In der Tradition des essayistischen Films und des *archival turn* dekonstruiert Schweizer offizielle Narrative; ihre fragmentarischen Filmcollagen und textilen Spurensicherungen transformieren Erinnerungslücken in ortsspezifische, begehbare Rauminstallationen. Demgegenüber knüpft Quintanilha an Ansätze der partizipativen Kunst und postkolonialen Körperdiskurse an, indem er über kollaborative Prozesse marginalisierte Lebensrealitäten und afrobrasilianische Spiritualität jenseits voyeuristischer Dokumentation in den Ausstellungsraum überführt. Beide Positionen emanzipieren das Bewegtbild von linearer Chronologie und formieren das Museum als Resonanzraum für fluide Zeit- und Identitätsentwürfe.





