Die Direktorin Anja Casser und das Team des Badischen Kunstvereins (v.l.n.r. Anja Casser, Isabel Mehl, Nadja Quante, Gabi Johannson, Hubert Distel); Foto: Felix Grünschloß
Eine unabhängige Jury wählte einstimmig den Badischen Kunstverein in Karlsruhe zum diesjährigen Träger des Preises für Kunstvereine, der seit 2006 in Kooperation von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine (ADKV) und der ART COLOGNE ausgelobt wird. Der Preis ist mit 8.000 Euro dotiert und wird am 21. April im Rahmen der Kunstmesse verliehen. Ausdrücklich würdigte die Jury auch die GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst in Bremen.
Der Badische Kunstverein wurde 1818 gegründet und zählt damit zu den ältesten Kunstvereinen Deutschlands. Auf einer Ausstellungsfläche von rund 1.000 Quadratmetern werden im Jahr zehn Wechselausstellungen zeitgenössischer Kunst gezeigt. Der Verein widmet sich dem Ansatz, verschiedene künstlerische Praxen, jüngere wie ältere, in einen Dialog zueinander zu setzen und alternative Formen der Präsentation und Distribution von Kunst zu diskutieren. So wurde 2011 beispielsweise die erste umfassende Ausstellung der amerikanischen Künstlerin Nancy Holt in Deutschland realisiert („Sightlines“). Mit der Ausstellung „LEARN TO READ ART: A History of Printed Matter“ (2009) wurden hingegen Künstlerpublikationen der New Yorker Non-Profit-Organisation Printed Matter als eigenständiges Format zeitgenössischer Kunstproduktion verhandelt. Die Juroren schätzten, wie deutlich der Badische Kunstverein sich in seinem beeindruckenden Umfeld behauptet, und begründen ihren Entscheid wie folgt:
„Das Programm des Badischen Kunstvereins ist gekennzeichnet durch unterschiedliche Formen des Kontrastes: So wechseln sich konsequent Einzel- und Gruppenausstellungen ab, werden junge internationale Positionen ebenso gezeigt wie im geschickten Rückgriff bislang wenig beachtete Arbeiten aus den 1960er bis 80er Jahren, die für ein Verständnis zeitgenössischer Kunst heute entscheidend sind. Gleichzeitig aber überzeugt das Programm durch eine besondere Stringenz in Werkauswahl und Themensetzung. Darüber hinaus gelingt dem Badischen Kunstverein einerseits die Aufrechterhaltung und Pflege von Kunstvereinstraditionen, wie Mitgliederausstellungen und Jahresgaben, und andererseits eine fundierte Anbindung an das Hochschulmilieu.“
Der vergleichsweise jungen GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst in Bremen, gegründet 1980, spricht die Jury eine besondere Anerkennung aus: „Die GAK, die ausgesprochen gut in der Stadt vernetzt ist, zeigt einen klaren Stil und eine bemerkenswerte Kontinuität im Programm. Sie widmet sich vornehmlich der Förderung junger Künstlerinnen und Künstler und scheut auch unbequeme Positionen nicht.“ Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf ersten institutionellen Einzelausstellungen und auf Neuproduktionen, die oft in direkter Auseinandersetzung mit dem Ort entstehen.
Mitglieder der Jury waren: Dr. Sven Beckstette (Texte zur Kunst), Johan Holten (Staatliche Kunsthalle Baden-Baden), Dr. Thomas Köhler (Berlinische Galerie), Dr. Angelika Nollert (Neues Museum, Nürnberg) und Barbara Weiss (Galerie Barbara Weiss, Berlin).
Der Preis wird zusammen mit dem ADKV-ART COLOGNE Preis für Kunstkritik am Samstag, den 21. April 2012, um 16 Uhr in der Monopol-Lounge auf der ART COLOGNE verliehen.
Bisherige Preisträger: Kunstverein Nürnberg – Albrecht Dürer Gesellschaft (2011); Kölnischer Kunstverein (2010); Heidelberger Kunstverein (2009); Salzburger Kunstverein und Westfälischer Kunstverein, Münster (2008); Kunstverein Wolfsburg (2007); ACC Galerie Weimar (2006).
Ein besonderer Dank gilt der ART COLOGNE, die das Preisgeld spendet. Die Kunstmesse würdigt damit die vom bürgerschaftlichen Engagement getragenen Non-Profit-Institutionen, deren Leistungen und Verdienste den Kunstmarkt prägen und fördern.
kunstvereine.de
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