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NAM JUNE PAIK AWARD 02


Eingabedatum: 26.09.2002

Morgen, am 27. September, verleiht der Ministerpräsident des Landes NRW, Wolfgang Clement, im NRW-Forum Kultur und Wirtschaft Düsseldorf zum ersten Mal den Nam June Paik Award. Ausgelobt hat diesen Preis die Stiftung Kunst und Kultur des Landes NRW.

Der Preis hat eine besondere Gestalt: er besteht aus einer internationalen Medienkunstausstellung und aus zwei Preisen.
Sieben internationale Juroren – Solange Farkas, Sao Paulo, Brasilien, Timothy Druckrey, New York, USA, Claudia Gianetti, Barcelona, Spanien, Miklos Peternak, Budapest, Ungarn, Andreij Smirnov, Moskau, Russland, sowie die beiden Deutschen Siegfried Zielinsky, Köln und Udo Kittelmann, Frankfurt – einigten sich auf sechs herausragende Künstler ihrer Länder.

Diese Künstler stellen ihre Werke im NRW-Forum aus. Aus dieser internationalen Medienkunstausstellung heraus wählt die Jury den Preisträger. Gleichzeitig vergibt die Jury einen Förderpreis: sie bestimmt einen jungen Künstler aus NRW, dessen Projekt so überzeugend ist, dass die Realisierung in Form eines Stipendiums an einer durch die Juroren vertretenen Institutionen im Ausland ein herausragendes Kunstwerk zu werden verspricht.

Die nominierten Künstler sind: - Anna Koleichuk, Russland; - Zoltán Szegedy-Maszák, Ungarn; - Zoe Beloff, Schottland /USA; - Paul de Marini, USA; - Eder Santos, Brasilien; - Herwig Weiser, Österreich/ Deutschland

Ihre Arbeiten repräsentieren jeweils den Stand ihrer Entwicklung, gleich ob es sich um neue Werke oder um weiterentwickelte Arbeiten handelt. Sie sind netzbasiert – wie Zoe Beloffs XYZ, soundorientiert - wie Herwig Weisers XXX, oder umfassende multimediale Installationen wie die 8 ausgestellten Arbeiten von Paul de Marinis.

Besonders glücklich sind die Stiftung Kunst und Kultur und das NRW-Forum Kultur und Wirtschaft, dass sich Nam June Paik bereiterklärt hat, dem Preis seinen Namen zu geben. - In Nordrhein-Westfalen, insbesondere in Köln und Düsseldorf, entwickelte sich seit den sechziger Jahres des 20. Jahrhunderts eine rege Videokunstszene, angeregt insbesondere durch den großen koreanischen Künstler Nam June Paik, der mit kunstspartenübergreifenden Performances innerhalb der Fluxus-Bewegung Aufsehen erregte.

Ein Ausstellungsraum im NRW-Forum errinnert in einer kleinen Werkschau an das Wirken Paiks in Nordrhein-Westfalen. Außerdem sind die Arbeiten der ausgewählten Künstler in einer Ausstellung zu sehen. (Ausstellung vom 28. September bis zum 27. Oktober 2002)


NRW-Forum Kultur und Wirtschaft
Ehrenhof 2 / 40479 Düsseldorf / Tel: 0211-89 266 90

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag von 11:00 bis 20:00 Uhr, jeden Freitag: bis 24 Uhr

Foto: Anna Koleichuk „Virtual Corridor for Feet and Eyes“

Ergänzung:
"Der Nam June Paik Award 2002 geht an den österreichischen Künstler Herwig Weiser und seine Partner (Albert Bleckmann und F.X. Random) für ihre Arbeit „Zgodlocator“.
(Statement der Jury)
In Weisers Projekt schätzte die Jury besonders den eingreifenden und kritischen Umgang mit der Mastermaschine des beginnenden 21. Jahrhunderts, dem Computer. Jenseits eines traditionellen Kunstbegriffes stehen bei ihm Prozesscharakter, Offenheit und spielerische Erkundung im Fokus der künstlerischen Auseinandersetzung mit Medientechnik.

Die Dekonstruktion und Uminterpretation medienindustrieller Bausteine sieht die Jury in besonderer Weise mit der Pionierarbeit des Namenspatrons für den Preis verbunden. Auch Nam June Paik begann seine Karriere als Medienkünstler mit direkten Eingriffen in die Fernseh- und Videomaschinerie. So wie Paik die Technik in chaotische Zustände versetzt hat, so hinterfragt auch Weiser auf ganz andere und eigene Art die Welt der Technologie und ihren machtvollen Einfluss auf die Maschine und die Gesellschaft."

ch


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