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Die Preisträger*innen ars viva 2022: Tamina Amadyar | Lewis Hammond | Mooni Perry

April 21
Eingabedatum: 28.04.2021

Seit 1953 vergibt der Kulturkreis der deutschen Wirtschaft den ars viva-Preis an herausragende junge, in Deutschland lebende Künstler*innen, deren Arbeiten eine eigenständige Formensprache und ein Bewusstsein für gegenwärtige Fragestellungen erkennen lassen. Der Preis ist in diesem Jahr mit Ausstellungen im Brücke-Museum, Berlin, und im Kai Art Center, Tallinn, Estland, verbunden. Die Künstler*innen erhalten ein Preisgeld in Höhe von je 5.000 Euro. Darüber hinaus gibt der Kulturkreis einen zweisprachigen Katalog heraus, der im Kerber Verlag erscheinen wird. Die Jury kürte die Preisträger*innen aus 55 vorgeschlagenen Künstler*innen unter 35 Jahren.

Die Malerei von Tamina Amadyar verbindet Farb- und Formstudien mit Momenten der eigenen Wahrnehmung. Sie erinnert darin Orte, an denen sie war und setzt sich vor allem mit den erlebten Licht- und Raumerfahrungen ihrer Reisen wie nach Afghanistan oder Kalifornien auseinander. Ihre oft großformatigen Gemälde stellen meist zwei Farben in einen Dialog miteinander. In ihren Farbstudien spielt sie mit Komplementärkontrasten, Übermalungen und geometrischen Formen. Durch die Verwendung von Pigmenten mit Hasenleim schafft sie eindrucksvoll leuchtende Farbfelder, die in schnellen Bewegungen aufgetragen, ihren Gemälden Raum und Struktur verleihen.

Lewis Hammond eröffnet in seinen Gemälden in gedeckten, erdigen Farbtönen Orte dystopischer Grenzerfahrung. Alltägliche Szenen, teils persönliche Erlebnisse, werden im Duktus barocker Malerei inszeniert, darunter Darstellungen von Personen aus seinem Umfeld sowie innere Bilder vergangener Begegnungen. An der Grenze zwischen Surrealismus und magischem Realismus tauchen Formen antiker Symboliken auf, die durch die Verbindung eigener Erfahrungen zu neuen Gestalten werden. So entstehen anhand historischer Maltechniken zeitgenössische Kunstwerke, die einen Blick in die gewaltigen, komplexen Bilderwelten des Künstlers offenbaren.

Mooni Perrys künstlerische Praxis ist gekennzeichnet von ihren Recherchen über die Themen „Human-Animal-Studies“, „Veganism“ und „(Asian)Feminism“. Kritisch setzt ihre Forschung an deren Schnittstellen an und findet ihren künstlerischen Ausdruck in filmbasierten Arbeiten und Installationen. Bezugnahmen zu koreanischer Poesie und Theorie finden sich in ihren Videos ebenso wie der Einsatz vokaler oder instrumenteller Darbietungen. Interviewsequenzen und dokumentarisches Material sowie mehrdeutige Figurendarstellungen in Form von 3D-Animationen werden von Perry zu vielschichtigen Videoarbeiten zusammengesetzt.

Der Jury unter Vorsitz von Ulrich Sauerwein gehörten neben Mitgliedern des Gremiums Bildende Kunst des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft die Kooperationspartner Lisa Marei Schmidt (Brücke-Museum, Berlin), Maria Helen Känd (Kai Art Center, Tallinn, Estland), Nicolaus Schafhausen (Fogo Island Arts), Min-young Jeon und Mathilda Legemah (Kulturkreis der deutschen Wirtschaft) sowie Julia Grosse (Contemporary And, C&) als Fachberaterin an.

Die ars viva-Ausstellung der neuen Preisträger*innen wird am 15. September 2021 im Brücke-Museum in Berlin eröffnet. Die nachfolgende Ausstellungsstation ist das Kai Art Center in Tallinn, Estland. Aufgrund der aktuellen Situation im Kontext der COVID-19-Pandemie wurde die Jurierung in diesem Jahr in digitaler Form durchgeführt.

Biografien der Künstler*innen:

Tamina Amadyar, 1989 in Kabul, AFG, geboren, studierte Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf. Von 2019 bis 2021 hatte sie eine Gastprofessur an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Sie hatte bereits zahlreiche Ausstellungen, darunter Einzelausstellungen in der Galerie Guido Baudach (2020), im Oldenburger Kunstverein (2019) und im Kunstverein Reutlingen (2018). 2018 war sie in einer Gruppenausstellung im KINDL, Berlin, sowie 2016 im Salon Dahlmann, Berlin, zu sehen.

Lewis Hammond, geboren 1987 in Wolverhampton, UK, studierte Bildende Kunst an der Cass Faculty of Art, Architecture and Design, London, UK. Es folgte ein Studium der Malerei an der Royal Academy Schools, London, UK, das er mit einem Post graduate Diploma abschloss. 2016 wurde er mit dem Prize for Painting der Royal Academy Schools, London, ausgezeichnet. 2021 sind seine Arbeiten in der Casa Masaccio, San Giovanni Valdarno, ITA, sowie in einer Gruppenausstellung im X Museum, Beijing, CHN, zu sehen. Einzelausstellungen hatte er u. a. in den Galerien Lulu, Mexico City, MEX (2020) und Arcadia Missa, London, UK (2019). Weitere Gruppenausstellungen hatte er u. a. in der Fri Art Kunsthalle Fribourg, Fribourg, CHE, bei Antenna Space, Shanghai, CHN (2019), bei Peles Empire, Berlin, sowie bei Smart Objects, Los Angeles, USA (2018).

Mooni Perry wurde 1990 in Seoul, KR, geboren. Sie hat einen Bachelor of Fine Arts im Fach Malerei von der Hongik University, Seoul, KR. Im Anschluss folgte ein Studium der Malerei am Royal College of Art, London, UK, das sie mit einem Master of Arts abschloss. Zu ihren bisherigen Auszeichnungen zählen u. a. eine Einzelausstellungsförderung der Seoul Foundation for Arts and Culture, KR, ein Research Funding des Art Council Korea, KR (2019) sowie ein Research Funding des Senats für Kultur und Europa, Berlin, und die Förderung im Sonderförderprogramm 2020/21 NEUSTART KULTUR (2020). 2021 zeigt CR Collective, Seoul, KR, eine Einzelausstellung. Weitere Einzelausstellungen waren zu sehen bei Bureaucracy Studies, Lausanne, CHE (2020) und bei Post Territory Ujeongguk, Seoul, KR (2019). 2021 ist sie in Gruppenausstellungen im KW Institute for Contemporary Art, Berlin, und im UM museum, Gyeonggi-do, KR, zu sehen.

Alle drei Preisträger*innen leben und arbeiten in Berlin.

Presse





Kataloge/Medien zum Thema: Gruppenausstellung



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  • Städtische Kunsthalle Mannheim: Hector Kunstpreis

  • "Die Sehnsucht des Kartografen" im Kunstverein Hannover (13.12.03 - 01.02.04)

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  • Formalismus. Moderne Kunst, heute - Kunstverein Hamburg (9.10.04-9.1.05)

  • Jonas Dahlberg - Ján Mancuska, Bonner Kunstverein (30.09.-13.11.05)

  • Verpasste Gelegenheit-Symptome der Überforderung, Brandenburgischer KV Potsdam (13.11.-18.12.05)

  • Tacita Dean und Francis Alys - Schaulager Münchenstein / Basel (13.5.–24.9.06)

  • Zurück zur Figur. Malerei der Gegenwart - Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung, München (2.6.–13.8.06)

  • Die Wörter, die Dinge - Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf (3.2. – 9.4.07)

  • re-dis-play - Heidelberger Kunstverein (30.06.-09.09.07)

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  • Der Spiegel des Narziss

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  • Das is so ´ne Stadt zwischen Dortmund und Hannover, totale Provinz ...

  • „Lieber Aby Warburg, was tun mit Bildern?“

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