if words are to be sounded
03.10.2026 - 10.01.2027 | GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst, Bremen
Eingabedatum: 03.10.2026

Die GAK freut sich mit if words are to be sounded ein gemeinsames Ausstellungsprojekt von CAP • Saint-Fons, GAK Bremen und Le 19, Crac, Montbéliard anzukündigen, das Sprache als performatives Medium des Imaginären untersucht.
Das Projekt ist durch einen engen Austausch zwischen unseren drei französisch-deutschen Institutionen entstanden, der 2024, angeregt durch unser gemeinsames Interesse an den vielfältigen Formen und Zirkulationen des Begriffs „Wert“, begonnen hat. Unser Austausch fand statt vor dem Hintergrund des zunehmenden und sich verstärkenden Drucks sowie der Spaltungen, in die Sprachen gezwungen werden und die unser Verhältnis zu Worten – seien es vergangene oder gegenwärtige – ständig infrage stellten.
Die Ausstellung if words are to be sounded ist das Ergebnis dieser deutsch-französischen Zusammenarbeit. Ihr Ausgangspunkt war die kollektive Auseinandersetzung mit dem poetischen und eklektischen Werk von Theresa Hak Kyung Cha. Wir präsentieren entsprechend eine kleine Auswahl an Video und Audio, Bilderserien und Textcollagen, in denen Cha mittels einer ständigen Verflechtung von Wörtern, unterschiedlichen Sprachen, Zeichensetzung und Klängen durch Erinnerung und Verlust navigiert und die wir als Einladung und Szenografie für die Arbeiten von Pierre Allain, Claire Fontaine, Shadi Harouni und Mira M. Yang verstehen. Die in der Ausstellung versammelten Arbeiten, die von Fragen zu Erinnerung, Grenzen, Widerstand, Verletzlichkeit und Weitergabe durchdrungen sind, widmen sich dem Wert und den Werten von Worten und erkunden die Möglichkeit einer Neudefinition von Beziehungen.
Mit einem ausgeprägten Bewusstsein für gesellschaftliche Wandlungsprozesse präsentiert die Kollektivkünstlerin Claire Fontaine Werke aus ihrer brickbat-Serie und Neonarbeiten, die Werte und Wertschöpfungsprozesse sowie deren fehlende gemeinsame Grundlage aufgreifen. Eine Form der Unmitteilbarkeit, aber auch Wahrnehmung und Zuhören in Zuständen der Veränderung oder Bewusstlosigkeit stehen im Mittelpunkt der künstlerischen Auseinandersetzung von Pierre Allain. Die Werke von Shadi Harouni erforschen die politischen und poetischen Dimensionen von Sprache, wobei ein besonderes Augenmerk auf dem Kurdischen liegt. In einer Videoarbeit und neuen Textilarbeiten setzt sich die Künstlerin mit den Verbindungen zwischen Sprache, Territorium und Widerstand auseinander. Mira M. Yang greift koreanischen Pansori auf, eine im 17. Jahrhundert entstandenen Tradition des gesungenen Erzählens, und verwebt Erzählungen der Vorfahren mit Erinnerungen an Yang’s eigene Mutter und untersucht familiäre Überlieferungen, Vertreibungserfahrungen und die mit dem Exil verbundenen Konstruktionen von Erinnerung.
Indem die Ausstellung unterschiedliche Aspekte von Sprache in einen Dialog bringt, schafft sie einen Reflexionsraum dafür, wie Worte, Bilder und Körper zur Entstehung neuer Formen von Aufmerksamkeit, Zusammenleben und bisweilen auch Widerstand beitragen. Durch Sprache versuchen Individuen, die Welt zu deuten, Regeln aufzustellen und zu kommunizieren. Sie ermöglicht und reguliert das soziale Dasein, vermittelt Werte und erfordert ständige Übersetzung. Wenn Sprache nicht mehr als Fundament dient und gemeinsame Werte verloren gehen – auch wenn wir weiterhin glauben, sie biete einen konkreten Orientierungspunkt –, wo könnten dann neue Formen der Nähe und neue Bedeutungen entstehen?
Der Ausstellungszyklus beginnt im Sommer 2026 im CAP • Saint-Fons, gefolgt von der GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst Bremen im Herbst 2026 und schließlich Le 19, Crac Montbéliard im Frühjahr 2027.
Kuratiert von Annette Hans, Adeline Lépine und Alessandra Prandin
English summary:
The collaborative exhibition project 'if words are to be sounded' brings together GAK Bremen, CAP • Saint-Fons, and Le 19, Crac Montbéliard to examine language as a performative medium of the imaginary. Departing from the poetic oeuvre of Theresa Hak Kyung Cha, the group exhibition features works by Pierre Allain, Claire Fontaine, Shadi Harouni, and Mira M. Yang. Together, the artists investigate the values and circulation of words across various media, including neon installations, video, audio, and textiles. By engaging with themes of memory, displacement, vulnerability, and political resistance, the exhibition opens a reflective space to consider how language shapes coexistence and creates meaning in polarized times.
Das Projekt ist durch einen engen Austausch zwischen unseren drei französisch-deutschen Institutionen entstanden, der 2024, angeregt durch unser gemeinsames Interesse an den vielfältigen Formen und Zirkulationen des Begriffs „Wert“, begonnen hat. Unser Austausch fand statt vor dem Hintergrund des zunehmenden und sich verstärkenden Drucks sowie der Spaltungen, in die Sprachen gezwungen werden und die unser Verhältnis zu Worten – seien es vergangene oder gegenwärtige – ständig infrage stellten.
Die Ausstellung if words are to be sounded ist das Ergebnis dieser deutsch-französischen Zusammenarbeit. Ihr Ausgangspunkt war die kollektive Auseinandersetzung mit dem poetischen und eklektischen Werk von Theresa Hak Kyung Cha. Wir präsentieren entsprechend eine kleine Auswahl an Video und Audio, Bilderserien und Textcollagen, in denen Cha mittels einer ständigen Verflechtung von Wörtern, unterschiedlichen Sprachen, Zeichensetzung und Klängen durch Erinnerung und Verlust navigiert und die wir als Einladung und Szenografie für die Arbeiten von Pierre Allain, Claire Fontaine, Shadi Harouni und Mira M. Yang verstehen. Die in der Ausstellung versammelten Arbeiten, die von Fragen zu Erinnerung, Grenzen, Widerstand, Verletzlichkeit und Weitergabe durchdrungen sind, widmen sich dem Wert und den Werten von Worten und erkunden die Möglichkeit einer Neudefinition von Beziehungen.
Mit einem ausgeprägten Bewusstsein für gesellschaftliche Wandlungsprozesse präsentiert die Kollektivkünstlerin Claire Fontaine Werke aus ihrer brickbat-Serie und Neonarbeiten, die Werte und Wertschöpfungsprozesse sowie deren fehlende gemeinsame Grundlage aufgreifen. Eine Form der Unmitteilbarkeit, aber auch Wahrnehmung und Zuhören in Zuständen der Veränderung oder Bewusstlosigkeit stehen im Mittelpunkt der künstlerischen Auseinandersetzung von Pierre Allain. Die Werke von Shadi Harouni erforschen die politischen und poetischen Dimensionen von Sprache, wobei ein besonderes Augenmerk auf dem Kurdischen liegt. In einer Videoarbeit und neuen Textilarbeiten setzt sich die Künstlerin mit den Verbindungen zwischen Sprache, Territorium und Widerstand auseinander. Mira M. Yang greift koreanischen Pansori auf, eine im 17. Jahrhundert entstandenen Tradition des gesungenen Erzählens, und verwebt Erzählungen der Vorfahren mit Erinnerungen an Yang’s eigene Mutter und untersucht familiäre Überlieferungen, Vertreibungserfahrungen und die mit dem Exil verbundenen Konstruktionen von Erinnerung.
Indem die Ausstellung unterschiedliche Aspekte von Sprache in einen Dialog bringt, schafft sie einen Reflexionsraum dafür, wie Worte, Bilder und Körper zur Entstehung neuer Formen von Aufmerksamkeit, Zusammenleben und bisweilen auch Widerstand beitragen. Durch Sprache versuchen Individuen, die Welt zu deuten, Regeln aufzustellen und zu kommunizieren. Sie ermöglicht und reguliert das soziale Dasein, vermittelt Werte und erfordert ständige Übersetzung. Wenn Sprache nicht mehr als Fundament dient und gemeinsame Werte verloren gehen – auch wenn wir weiterhin glauben, sie biete einen konkreten Orientierungspunkt –, wo könnten dann neue Formen der Nähe und neue Bedeutungen entstehen?
Der Ausstellungszyklus beginnt im Sommer 2026 im CAP • Saint-Fons, gefolgt von der GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst Bremen im Herbst 2026 und schließlich Le 19, Crac Montbéliard im Frühjahr 2027.
Kuratiert von Annette Hans, Adeline Lépine und Alessandra Prandin
English summary:
The collaborative exhibition project 'if words are to be sounded' brings together GAK Bremen, CAP • Saint-Fons, and Le 19, Crac Montbéliard to examine language as a performative medium of the imaginary. Departing from the poetic oeuvre of Theresa Hak Kyung Cha, the group exhibition features works by Pierre Allain, Claire Fontaine, Shadi Harouni, and Mira M. Yang. Together, the artists investigate the values and circulation of words across various media, including neon installations, video, audio, and textiles. By engaging with themes of memory, displacement, vulnerability, and political resistance, the exhibition opens a reflective space to consider how language shapes coexistence and creates meaning in polarized times.
03.10.2026 - 10.01.2027
GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst, Bremen
Teerhof 21, 28199 Bremen
Presse
Kontext
Einordnung:Die Ausstellung verortet sich in der Tradition des *Linguistic Turn* und der Konzeptkunst der 1970er-Jahre, begreift Sprache jedoch nicht als rein selbstreferentielles Zeichensystem, sondern als hochpolitisches, performatives Medium. Ausgehend von Theresa Hak Kyung Chas bahnbrechender Verschränkung von Textcollagen, Video und diasporischer Erinnerung erweitern Shadi Harouni (Textil, Video) und Mira M. Yang (Reaktivierung der koreanischen Pansori-Tradition) postkonzeptionelle Ansätze um postkoloniale Diskurse über Exil, Widerstand und orale Geschichtsschreibung. Während Pierre Allains Klang- und Wahrnehmungsuntersuchungen die Phänomenologie des Zuhörens und die Fragilität von Kommunikation ausloten, überführt das Kollektiv Claire Fontaine mittels Neonarbeiten und Readymades (*brickbats*) sprachliche Wertbegriffe in eine dezidierte Institutions- und Kapitalismuskritik. In der Synthese dieser Medien wandelt sich die analytische Textkunst zu einem somatischen und relationalen Resonanzraum für gesellschaftliche Krisen- und Übersetzungsprozesse.





